Das Spiel zum Wochenende: Oddworld: New ’n’ Tasty

Geschmackvolle Odyssee

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Bereits 1997 erschien das Jump-and-Run-Spiel Oddworld: Abe’s Oddysee, das von den Kritikern gefeiert und den Spielern geliebt wurde. Eine grafisch aufpolierte Neufassung kam 2015 auf den Markt, die derzeit für einen fast beliebigen Preis zu haben ist. Höchste Zeit für einen genaueren Blick.

In der futuristischen Welt Oddworld arbeitet Abe als Bodenputzer in einer überdimensionalen Fleischfabrik. Das gleiche Schicksal teilen viele seiner Stammesgenossen, die der Fabrikbesitzer Molluck als Sklaven hält. Durch einen dummen Zufall belauscht Abe ein Gespräch seiner Vorgesetzten, die ein neues Fleischprodukt auf den Markt bringen wollen – mit Abe und seinen Kollegen als Hauptzutat. Obendrein fällt Abes Anwesenheit auf, so dass ihm nur noch die Flucht bleibt. Dabei muss er nicht nur Molluck und seinen Schergen entfließen, sondern auch noch seine Stammesgenossen retten.

Oddworld: New ’n’ Tasty ist ein klassiches Jump-and-Run-Spiel, bei dem man über Plattformen rennen und die Gegner geschickt ausschalten muss.
Oddworld: New ’n’ Tasty ist ein klassiches Jump-and-Run-Spiel, bei dem man über Plattformen rennen und die Gegner geschickt ausschalten muss.

Sprungeinlage

Das ist in der überdimensionalen Fabrik allerdings nicht ganz so einfach, ist diese doch mit teilweise riesigen scharfkantigen Maschinen und ebenso tödlichen Minen vollgestopft. Darüber hinaus hocken an jeder Ecke Mollucks fiese Wächter. Die eröffnen umgehend das Feuer, sobald sie Abe entdecken. Da sich dieser nicht direkt wehren kann, muss er mit Köpfchen und natürlich Geschick einen Ausweg suchen.

Die roten Tore fahren hin und her. Abe kann sie nur schadlos passieren, indem er im entsprechenden Moment regungslos stehenbleibt.
Die roten Tore fahren hin und her. Abe kann sie nur schadlos passieren, indem er im entsprechenden Moment regungslos stehenbleibt.

Genretypisch steuert der Spieler den Helden mit der Tastatur über den Bildschirm. Über Abgründe kann Abe springen, mit einem entsprechenden Satz erreicht er auch Vorsprünge und höher gelegene Plattformen. Auf Knopfdruck schleicht und kriecht Abe. Letzteres ist vor allem nützlich, um Deckung zu suchen oder niedrige Gänge zu passieren. Schleichend wiederum kann Abe lautlos an schlafenden Wächtern vorbeihuschen. Sobald Abe versehentlich entdeckt wurde, sollte man ihn möglichst schnell wegrennen lassen. Mit entsprechendem Anlauf kann Abe zudem besonders weit springen.

An schlafenden Wächtern kann man sich leise vorbeischleichen.
An schlafenden Wächtern kann man sich leise vorbeischleichen.

Freundefinder

Immer wieder stößt der Held auf Schalter. Mit ihnen aktiviert er unter anderem Fahrstühle, öffnet Falltüren oder schaltet rotierende Messer ab. Während die Fahrstühle Abe zu anderen Bereichen der Fabrik bringen, kann der Held mit den anderen technischen Geräte seine Widersacher ausschalten. Beispielsweise lässt sich ein dummer Wächter mit einem Geräusch anlocken. Sobald dieser dann auf der Falltür steht, legt man den Schalter um und lässt ihn so in die Tiefe plumpsen.

Auch nach dem Verlassen der Fabrik warten Mollucks Schergen. Hier sollte Abe zudem nicht auf die tödlichen Minen in der Grube fallen.
Auch nach dem Verlassen der Fabrik warten Mollucks Schergen. Hier sollte Abe zudem nicht auf die tödlichen Minen in der Grube fallen.

Auch bei der Rettung der versklavten Stammesgenossen ist Köpfchen gefragt: Zunächst spricht man sie an und gewinnt so ihre Aufmerksamkeit. Anschließend kann man ihnen weitere Befehle erteilen, die sie stur ausführen. So kann man sie etwa bitten, Abe zu folgen oder an der entsprechenden Stelle auf weitere Anweisungen zu warten. Ziel ist immer ein von mehreren Vögeln gebildeter Kreis. Sobald Abe in die Nähe dieser Vögel gelangt, kann er ein magisches Portal beschwören. Durch dieses fliehen dann alle gerade in seiner Nähe befindlichen Stammesmitglieder. Das Spiel führt genau Buch darüber, wie viele Sklaven Abe bereits gerettet und wie viele schon gestorben sind – diese Zahlen haben im späteren Spielverlauf noch Auswirkungen.

Leinwände wie hier zeigen immer wieder den aktuellen Stand an: Hier hat Abe bereits 18 Landsleute gerettet.
Leinwände wie hier zeigen immer wieder den aktuellen Stand an: Hier hat Abe bereits 18 Landsleute gerettet.

Billiger Klassiker

Während das 1997 erschienene Oddworld: Abe’s Oddysee auf vorgernderte 2D-Grafiken setzte, verwendet die als Oddworld: New ’n‘ Tasty betitelte Neuauflage durchweg in Echtzeit gerenderte 3D-Grafiken. Oddworld Inhabitants verkauft das Spiel für rund 20 Euro auf Steam [2], bei Gog.com [3] und im Humble Store [4]. In Letztgenanntem erhält man allerdings nur einen Key für Steam. Wer bei Gog.com kauft, bekommt eine kopierschutzfreie Fassung. Diese liegt nur als 32-Bit-Fassung vor, wobei der Installationsassistent witzigerweise stur ein 64-Bit-System voraussetzt. Die Gog.com-Version läuft folglich nur auf 64-Bit-Systemen, die auch 32-Bit-Programme ausführen können. Obendrein müssen Spieler manuell noch die 32-Bit-Fassung der Bibliothek SDL2 über ihren Paketmanager einspielen. Andernfalls bleibt der Bildschirm nach dem Start des Spiels schwarz.

Aus der „Boom“-Maschine kann sich Abe mehrere Granaten ziehen, dann mit dem Aufzug nach oben fahren …
Aus der „Boom“-Maschine kann sich Abe mehrere Granaten ziehen, dann mit dem Aufzug nach oben fahren …

Derzeit ist Oddworld: New ’n‘ Tasty auch noch Teil des Humble Jumbo Bundle 10 [5]. Bei dieser Sonderaktion darf man für ein Spielepaket zahlen, was man möchte. Oddworld: New ’n‘ Tasty bekommt man bereits ab 1 US-Dollar. Enthalten ist allerdings nur ein Key, mit dem man das Spiel auf Steam freischalten kann. Im Gegenzug fließt ein Teil der Einnahmen an einen guten Zweck.

… und von dort die Gegner unter Beschuss nehmen. Die weiße Zahl zeigt die verbleibenden Granaten an. Die Granaten prallen allerdings physikalisch korrekt von den Wänden ab.
… und von dort die Gegner unter Beschuss nehmen. Die weiße Zahl zeigt die verbleibenden Granaten an. Die Granaten prallen allerdings physikalisch korrekt von den Wänden ab.

Fazit

Oddworld: New ’n‘ Tasty ist ein solides Jump-and-Run-Spiel, das auch heute noch eine Menge Spaß macht. Die Entwickler haben viele pfiffige Ideen in Abes Reise integriert, der Schwierigkeitsgrad steigt zudem langsam an. Trotz der recht düsteren Atmosphäre nimmt sich das Spiel nicht immer ganz ernst. Die zahlreichen Tastenkombinationen muss man allerdings erst einmal verinnerlichen.

Obwohl Oddworld: New ’n‘ Tasty ebenfalls schon wieder fast drei Jahre alt ist, sieht die detaillierte 3D-Grafik immer noch ansehnlich aus. Wer den Klassiker noch nicht kennt und Jump-and-Run-Spiele mag, der sollte unbedingt zugreifen. Im Rahmen des Humble Jumbo Bundle 10 ist Oddworld: New ’n‘ Tasty auf jeden Fall ein echtes Schnäppchen.

Oddworld: New ’n’ Tasty

Bezugsquelle:  http://www.oddworld.com/oddworldgames/new-n-tasty/
Entwickler: Oddworld Inhabitants / Just Add Water (Developments), Ltd.
Lizenz: Kommerziell
Preis: 19,99 Euro (Steam / Gog.com / Humble Store)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab der Klasse AMD Athlon X4 750K, mindestens 4 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte der Klasse AMD Radeon R7 200 oder besser

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.oddworld.com/oddworldgames/new-n-tasty

[2] Steam:
http://store.steampowered.com/app/314660/Oddworld_New_n_Tasty/

[3] Gog.com:
https://www.gog.com/game/oddworld_new_n_tasty

[4] Humble Store:
https://www.humblebundle.com/store/oddworld-new-n-tasty

[5] Humble Jumbo Bundle 10:
https://www.humblebundle.com/jumbo-bundle-10

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