Das Spiel zum Wochenende: Nelly Cootalot – The Fowl Fleet

Ahoi!

0

Wenn Baron Breitbart sämtliche Vögel einer Südseeinsel hypnotisiert und eine selbst ernannte Piratin wichtige Füllfederhalterfedern unterschlägt, dann befindet man sich mitten im witzigen Adventure des britischen Standup-Comedians Alasdair Beckett-King.

Die fesche Dame Nelly Cootalot ist eine waschechte Piratin. Die jedoch gerade ihr Geld auf einem Postschiff mit dem Sortieren von Briefen verdienen muss. Bei einem Blick in einen Wischeimer erscheint ihr der Geist des verstorbenen Piraten William Bloodbeard. Dieser benötigt dringend ihre Hilfe: Sein noch lebender Bruder Baron Breitbart hat sich auf die Suche nach dem sagenhaften Schatz des siebten Weltmeeres gemacht. Das gilt es natürlich um jeden Preis zu verhindern. Also lässt Nelly ihre Briefe kurzerhand zurück und eilt Baron Breitbart hinterher.

Der nette Geisterpirat Bloodbeard erschient stilecht aus einem -äh- Putzeimer und bittet Nelly um Hilfe.
Der nette Geisterpirat Bloodbeard erschient stilecht aus einem -äh- Putzeimer und bittet Nelly um Hilfe.

Killerhühner

Der hat nicht nur das Versteck des Schatzes aufgespürt, sondern gleich auch noch sämtliche Vögel einer Nachbarinsel hypnotisiert. Die gefiederten Freunde hetzt er gerade auf ihre Kollegen, die den Schatz bewachen sollen. Zu allem Überfluss gestaltet sich die Reise für Nelly recht umständlich. So muss sie ein kurioses Wettrennen unter verarmten Blaublütern manipulieren, einen fiesen Hafenmeister in einem Kinderspiel betrügen und sogar einen etwas eingenwilligen Weg in einen vereisten Vulkan finden.

Im Inventar am unteren Bildschirmrand landen alle aufgesammelten Gegenstände. Dort kann man einen per Mausklick aufnehmen und dann mit einem anderen Objekt benutzen.
Im Inventar am unteren Bildschirmrand landen alle aufgesammelten Gegenstände. Dort kann man einen per Mausklick aufnehmen und dann mit einem anderen Objekt benutzen.

Im Point-and-Click-Adventure Nelly Cootalot – The Fowl Fleet steuert der Spieler die Protagonistin genretypisch durch die handgezeichneten Landschaften: Ein Mausklick genügt, damit Nelly zum entsprechenden Punkt läuft. Klickt man ein Objekt an, benutzt es die Piratin oder steckt es ein. Auf diese Weise gilt es, zahlreiche Kombinationsrätsel zu lösen und so schließlich Baron Breitbart das Handwerk zu legen. Hilfe erhält Nelly vor allem von den teilweise recht skurrilen Bewohnern der Inseln. Diese verlangen jedoch meist eine Gegenleistung. Beispielsweise repariert ein Arbeiter nur dann ein Luftschiff, wenn man ihm vorher eine Flasche Schnaps besorgt. Hilfreich sind auch die Gespräche mit den Bewohnern: Ihre Antworten enthalten häufig einen Fingerzeig auf die Lösung eines Rätsels.

Die Commodore lässt Nelly nicht zu den Schiffen und somit Port Rubicund verlassen. Da hilft nur eine List.
Die Commodore lässt Nelly nicht zu den Schiffen und somit Port Rubicund verlassen. Da hilft nur eine List.

Fesche Fortsetzung

Nelly Cootalot – The Fowl Fleet ist bereits das zweite Abenteuer der sympathischen Piratin. Ihren ersten Auftritt hatte sie bereits 2007 im kostenlosen Adventure Nelly Cootalot: Spoonbeaks Ahoy! [1]. Erdacht und entwickelt hat es der britische Standup-Comedian und Filmregisseur Alasdair Beckett-King. Trotz der etwas naiven Grafik fand Nellys Abenteuer viele Anhänger. Dies ermunterte Alasdair Beckett-King eine Fortsetzung mit besserer Grafik in Angriff zu nehmen. Um das neue Adventure fertigstellen zu können, bat er auf Kickstarter um Spenden [4]. Dort kamen insgesamt über 20.000 Pfund zusammen. Kurze Zeit später wurde das deutsche Unternehmen Application System Heidelberg (kurz ASH) auf das Spiel aufmerksam. Es sprang schließlich als Vertrieb ein und ermöglichte die Vertonung mit bekannten und professionellen Sprechern in Englisch und Deutsch.

Dialoge laufen im Multiple-Choice-Verfahren ab.
Dialoge laufen im Multiple-Choice-Verfahren ab.

Erhältlich ist Nelly Cootalot – The Fowl Fleet derzeit für 20 Euro bei Steam [2], im Humble Store [3] und direkt bei ASH [1]. Käufer im Humble Store erhalten derzeit nur eine Steam-Version. Wer bei ASH ordert, kann sich das Spiel sogar auf DVD bestellen. Derzeit läuft im Humble Store und bei ASH noch eine Sonderaktion, bei der The Fowl Fleet nur 12 Euro kostet. Den Vorgänger Spoonbeaks Ahoy! kann man sich weiterhin kostenlos für Windows herunterladen [1]. Mit einem Kniff läuft das Spiel auch unter Linux [5].

Der nette Vogel Jürgen gibt Nelly nicht nur Tipps, sondern kann ihr in verschiedenen Lebenslagen auch helfen.
Der nette Vogel Jürgen gibt Nelly nicht nur Tipps, sondern kann ihr in verschiedenen Lebenslagen auch helfen.

Fazit

Nelly Cootalot – The Fowl Fleet ist ein nettes kleines Adventure mit einer abgedrehten Geschichte, kuriosen Charakteren und aberwitzigen Situationen. Die Grafiken sind bis auf wenige Ausnahmen liebevoll gezeichnet, die komplett deutsche Vertonung sorgt für passende Atmosphäre.

Das Rennen der verarmten Blaublüter ist nur eine kuriose Aktion im Spiel.
Das Rennen der verarmten Blaublüter ist nur eine kuriose Aktion im Spiel.

Man merkt dem Spiel allerdings an, dass es im Wesentlichen von einer Person entwickelt wurde. So ist The Fowl Fleet ein recht kurzes Vergnügen, Adventure-Experten dürften es spätestens an zwei Nachmittagen durchgespielt haben. Die Hintergrundgeschichte nutzt die allseits bekannten Strickmuster einer Piratengeschichte, wenngleich der Schluss doch noch eine kleine witzige Wendung aufweist. Viele Anspielungen setzen zudem Kenntnisse des ersten Teils voraus. Schließlich wirken auch einige Animationen hölzern.

Der chinesische Koch neigt zu starken Stimmungsschwankungen.
Der chinesische Koch neigt zu starken Stimmungsschwankungen.

Nichtsdestotrotz stürzt man sich jederzeit gerne mit Nelly in ihr Abenteuer. Insbesondere Adventure-Freunde sollten daher zugreifen. Die verlangten 20 Euro erscheinen in Anbetracht der kurzen Spielzeit etwas hoch, die 12 Euro ist die Piratin jedoch durchaus wert.

Nelly Cootalot – The Fowl Fleet

Bezugsquelle:  http://www.nellycootalot.com/de/
Entwickler: Alasdair Beckett-King / Application System Heidelberg
Lizenz: Kommerziell
Preis: 20 Euro (bei Steam, Application System Heidelberg und im Humble Store)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor ab 1,2 GHz, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte mit mindestens 256 MByte Speicher.

Hinterlasse einen Kommentar

  E-Mail Benachrichtigung  
Benachrichtige mich zu: