Das Spiel zum Wochenende: Mushroom 11

Pilzradierer

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Ein Jump-and-Run-Spiel kann man auch wunderbar destruktiv lösen – etwa indem man einen Pilz im wahrsten Sinne des Wortes ausradiert. Was komplett gaga klingt, macht allerdings ungemein viel Spaß. Vorausgesetzt, man hat ein geschicktes Händchen.

Im Spiel Mushroom 11 klebt an der Maus des Spielers ein runder überdimensionaler Radiergummi. Mit ihm kann man einen merkwürdigen grünen Pilz nach und nach ausradieren. Die Stellen, die man auf einer Seite wegradiert, wachsen allerdings umgehend auf genau der gegenüberliegenden Seite wieder nach. Durch geschickte Radierungen kann man so den Pilz langsam durch eine unwirtliche Landschaft manövrieren. Eben jene Umgebung hat es allerdings in sich.

Radiert man mit dem großen weißen Kreis eine Seite des Pilzes weg, wächst er auf der gegenüberliegenden Seite nach. Auf diese Weise bewegt sich der Pilz – hier über ein Transportband.
Radiert man mit dem großen weißen Kreis eine Seite des Pilzes weg, wächst er auf der gegenüberliegenden Seite nach. Auf diese Weise bewegt sich der Pilz – hier über ein Transportband.

Flinkes Schwammerl

So gibt es für den Pilz tödliche Lavaseen, bewegliche Plattformen, einstürzende Hochhäuser, verwinkelte Höhlen und sogar futuristische Gegner, die dem grünen Hauptdarsteller ans Leder wollen. Der Spieler muss seinen Pilz durch geschicktes radieren möglichst schnell an all diesen Hindernissen vorbei bugsieren. Dabei hilft, dass der Pilz keine glibberige Masse, sondern ein recht fester Körper ist. Auf diese Weise kann man ihn etwa über einen kleinen Abgrund „radieren“, ohne dass er in diesen hineinfließt.

Den Pilz kann man auch durch Schächte drücken. Hier legt der Pilz gerade einen gelben Schalter um, der wiederum den Aufzug nach unten fahren lässt.
Den Pilz kann man auch durch Schächte drücken. Hier legt der Pilz gerade einen gelben Schalter um, der wiederum den Aufzug nach unten fahren lässt.

Das Spiel wartet zudem mit zahlreichen Physikrätseln auf. So untersteht nicht nur die Umwelt, sondern auch der Pilz jederzeit der Schwerkraft. Radiert man an der falschen Seite, verliert der Pilz womöglich das Übergewicht und kippt über eine Kante in den Tod. Die Physik erschwert es auch, eine rasante Lorenfahrt zu überstehen oder den Pilz zwischen zwei Zahnrädern hinzuzubugsieren.

Bei diesem einstürzenden Gebäude muss man den Pilz schnell und geschickt auf die rettende Seite radieren.
Bei diesem einstürzenden Gebäude muss man den Pilz schnell und geschickt auf die rettende Seite radieren.

Pilzsammler

Der Entwickler Untame verkauft Mushroom 11 auf Steam für 15 Euro [2], auf Gog.com für 13 Euro [3] und im Humble Store für 13,50 Euro [4]. Bei den beiden letztgenannten Online-Shops erhält man eine kopierschutzfreie Variante, beim Kauf im Humble Store darf man Mushroom 11 auch noch auf Steam freischalten. In jedem Fall liegt das Spiel sowohl in einer 32- als auch einer 64-Bit-Variante vor. Des Weiteren ist Mushroom 11 derzeit noch Teil des Humble Eye Candy Bundle [5]. Dort erhält man für einen frei wählbaren Betrag mehrere Spiele. Mushroom 11 gibt es allerdings erst, wenn man den von allen bisherigen Käufern gezahlten Durchschnittsbetrag berappt. Zum Redaktionsschluss waren dies knapp 5 Dollar – und somit immer noch weit weniger als der Normalpreis.

Solange der Pilz mit einem Teil Schacht hängt, stürzt er nicht in die tödlich Lava.
Solange der Pilz mit einem Teil Schacht hängt, stürzt er nicht in die tödlich Lava.

Fazit

Mushroom 11 begeistert mit einer ungewöhnlichen Idee, einem kuriosen Hauptdarsteller und einem durchdachten Level-Design. Der Schwierigkeitsgrad steigt langsam an, zudem werfen die Entwickler mit immer neuen abwechslungsreichen Hindernissen um sich. Die gezeichneten Landschaften versprühen eine leichte Endzeitstimmung, die der Soundtrack von The Future Sound of London unterstreicht.

Am Ende jedes der insgesamt sieben Kapitel wartet ein recht hartnäckiger Endgegner.
Am Ende jedes der insgesamt sieben Kapitel wartet ein recht hartnäckiger Endgegner.

Leider wiederholen sich immer wieder einige Rätsel in einem etwas anderen Gewand. So muss man einmal den Pilz über Fahrstühle auf die andere Seite eines Abgrunds bugsieren, im späteren Verlauf dann nach dem gleichen Prinzip über an Ketten befestigte Eisenträger. Wer ausgefallene Jump-and-Run-Spiele mag, sollte trotz dieser kleinen Mängel zugreifen. Es macht einfach Spaß, den grünen Pilz möglichst schnell durch die Labyrinthe zu radieren. Wem die Musik gefällt, der kann diese übrigens separat für knapp 10 Euro bei Steam oder Gog.com erwerben.

Mushroom 11

Bezugsquelle:  http://untame.com/mushroom11/
Entwickler: Untame
Lizenz: Kommerziell
Preis: 15 Euro (Steam) / 13 Euro (Gog.com) / 13,50 Euro (Humble Bundle)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, mindestens 2 GByte Hauptspeicher

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