Das Spiel zum Wochenende: Monaco – What’s Yours Is Mine

Klaubacken

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Spannung, Strategie, Rollenspiel und Geschicklichkeitstest – das Einbrecherspiel von Pocketwatch Games macht gerade aufgrund dieser ausgeklügelten Mischung diebisch viel Spaß. Allerdings müssen Mehrspieler unter Linux in einen sauren Apfel beißen.

In Monaco führt eine kleine Diebesbande immer wieder spektakuläre Einbrüche durch. Von einem gemeinsamen Treffpunkt aus muss die Bande möglichst lautlos in ein Gebäude eindringen, an den Wachen vorbei huschen und dann einen vorgegebenen Gegenstand stehlen beziehungsweise eine Person befreien. Dabei sollten die Diebe möglichst lautlos vorgehen: Durch den Flur hallende Schritte oder gar ein Wanddurchbruch könnten die Aufmerksamkeit eines Wächters auf sich ziehen. Die sind in der Regel nicht zimperlich und schießen den Eindringling nieder – womit der Beutezug beendet wäre. Glücklicherweise kann ein Dieb auf Knopfdruck leise durch die Gänge schleichen, bewegt sich dabei aber auch langsamer fort.

Hinweise auf der Erde geben immer wieder wertvolle Hilfen. Die Pfeile weisen allerdings immer nur den direkten Weg zum nächsten Einsatzort – der nicht immer der beste ist.
Hinweise auf der Erde geben immer wieder wertvolle Hilfen. Die Pfeile weisen allerdings immer nur den direkten Weg zum nächsten Einsatzort – der nicht immer der beste ist.

Leisetreter

Jeder Dieb sieht nur seine direkte Umgebung. Biegt eine Wache in einen Gang ab, verschwindet sie umgehend aus dem Sichtfeld des Einbrechers. Der muss dann entweder hinterherlaufen oder die nächsten Schritte der Wache erraten. Zwar finden Diebe hin und wieder auch eine Waffe, wer damit jedoch einen störenden Gegner umnietet, erzeugt nicht nur ein lautes Geräusch, sondern hinterlässt auch eine Leiche, die wiederum andere Wachen in Alarmbereitschaft versetzt.

Ein Einbrecher sieht immer nur den Teil der Karte, der sich in seinem Sichtfeld befindet.
Ein Einbrecher sieht immer nur den Teil der Karte, der sich in seinem Sichtfeld befindet.

Jegliche Form von Aufmerksamkeit sollte man vor allem auch dann vermeiden, wenn man nicht nur den vorgegebenen Auftrag erledigen, sondern auch noch die überall verteilten gelben Münzen einsammeln möchte. Mit ihnen lässt sich unter anderem Munition nachkaufen, zudem schalten besonders fleißige Sammler schneller neue Aufträge frei.

Meist gibt es mehrere Lösungswege: Hier könnte der Dieb lautstark den Zaun einreißen oder aber leise über den Baum klettern.
Meist gibt es mehrere Lösungswege: Hier könnte der Dieb lautstark den Zaun einreißen oder aber leise über den Baum klettern.

Abschließend kosten einige Aktionen auch noch Zeit. Bis ein Dieb etwa eine Leiter vollständig hochgekraxelt ist oder eine Alarmanlage deaktiviert hat, vergehen ein paar Sekunden, in denen er angreifenden Wachen schutzlos ausgeliefert ist.

Es dauert immer eine Weile, bis Fallen entschärft sind. Der Hacker ist dabei wesentlich fixer als hier der Maulwurf.
Es dauert immer eine Weile, bis Fallen entschärft sind. Der Hacker ist dabei wesentlich fixer als hier der Maulwurf.

Talentschuppen

Immerhin besitzt jeder der Einbrecher ganz spezielle Fähigkeiten. So kann der Locksmith besonders gut Schlösser knacken, während die Ausguckerin (Lookout) beim Schleichen die Bewegungen aller Wachen sieht. Zu Beginn eines Einbruchs darf sich der Spieler für einen der Diebe entscheiden.

Wähend der Locksmith rasend schnell Schlösser knacken kann, …
Wähend der Locksmith rasend schnell Schlösser knacken kann, …

Im Einzelspielermodus muss dieser Dieb dann alleine die vorgegebenen Aufgaben lösen. Weitaus spaßiger ist jedoch der Mehrspielermodus. In ihm brechen bis zu vier Spieler gleichzeitig ein (Koop-Modus). Jeder steuert dabei einen Dieb mit einer anderen Fähigkeit. Die Bande muss sich folglich gut absprechen und den Einbruch gezielt planen: Während etwa der Hacker die Alarmanlage ausschaltet, knackt der Locksmith schon das Schloss der nächsten Tür. Insgesamt stehen acht Diebe zur Wahl, von denen man allerdings vier erst in der Einzelspielerkampagne freischalten beziehungsweise „befreien“ muss.

… weiß die Lookout, wo sich welche Wachen herumtreiben und wie diese bewaffnet sind (auf der Karte mit roten Symbolen markiert).
… weiß die Lookout, wo sich welche Wachen herumtreiben und wie diese bewaffnet sind (auf der Karte mit roten Symbolen markiert).

Nur mit Dampf

Pocketwatch Games verkaufen Monaco über Steam [2] und ihre eigene Homepage [1]. Eine einzelne Lizenz ist ab 15 Dollar zu haben. Wer gleich vier Lizenzen abnimmt, bekommt eine davon geschenkt.

Die Linux-Version besitzt allerdings gleich zwei Haken: Wer zusammen mit seinen vier Freunden über das Internet einen Einbruch begehen möchte, muss zwangsweise Steam nutzen. Die über die Homepage verkaufte Fassung enthält dazu direkt den beziehungsweise die notwendigen Steam-Keys. Des Weiteren sind Spiele über das LAN nur unter Windows möglich. Immerhin gibt es auch noch einen Mehrspielermodus, bei dem alle Spieler gemeinsam vor einem Monitor sitzen.

Die Einzelspielerkampagne besitzt eine kleine Hintergrundgeschichte, die solche Zwischensequenzen vorantreiben.
Die Einzelspielerkampagne besitzt eine kleine Hintergrundgeschichte, die solche Zwischensequenzen vorantreiben.

Bei der Linux-Version handelt es sich übrigens um die erweiterte Fassung, bei der die Entwickler alle Aufgaben und Level anhand von Spieler-Rückmeldungen optimiert und umgebaut haben. Wer mag, darf aber auch auf den ursprünglichen Karten spielen.

Fazit

Insbesondere mit mehreren Spielern ist Monaco eine Mordsgaudi. Der Einbruch erfordert taktisches Vorgehen, gute Absprachen und bei Tänzen durch die Laserstrahlen eine Portion Geschicklichkeit. Der Adrenalinpegel steigt unaufhaltsam, wenn sich eine Wache nähert, der eigene Dieb aber das Schloss noch nicht ganz geknackt hat. Häufig gibt es sogar mehrere Lösungsmöglichkeiten beziehungsweise Wege zum Ziel.

Dank der Pixelgrafik sind manche Räume extrem unübersichtlich. Gerade wenn der Spieler auch noch unter Zeitdruck und Hektik steht, fällt die Orientierung schwer.
Dank der Pixelgrafik sind manche Räume extrem unübersichtlich. Gerade wenn der Spieler auch noch unter Zeitdruck und Hektik steht, fällt die Orientierung schwer.

Monaco ist allerdings auch bockschwer. Wer stirbt, ist unmittelbar aus dem Rennen, im Einzelspielermodus muss man den kompletten Einbruch von vorne beginnen. Die knuffige und mitunter sogar witzige Pixelgrafik erscheint zudem häufig matschig und unübersichtlich. Durch das stark eingeschränkte Sichtfeld erfährt man häufig nicht, wo Wachen herumstehen beziehungsweise herumlaufen. So läuft man nach dem Öffnen einer Tür immer mal wieder einer Wache direkt in die Arme.

Abschließend ist das Spiel alles andere als gewaltfrei. Die im Einzelhandel erhältliche DVD-Box hat die USK ab 12 Jahren freigegeben. Apropos DVD-Box: Die enthält nur die Windows-Version, Linux-Spieler müssen Monaco daher online kaufen.

Monaco – What’s Yours Is Mine

Bezugsquelle: http://www.monacoismine.com/
Entwickler: Pocketwatch Games
Lizenz: Kommerziell
Preis: Einzellizenz: 15 Dollar, 4 Lizenzen 45 Dollar (auf Steam 14 Euro respektive als Viererpack 42 Euro)
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution, 2 GByte Hauptspeicher, 500 MByte Festplattenspeicher

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.monacoismine.com/l

[2] Monaco auf Steam:
http://store.steampowered.com/app/113020/

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