Das Spiel zum Wochenende: Mind – Path to Thalamus

Verwirrter Verstand

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Viele Spiele konzentrieren sich mittlerweile auf die Erzählung einer spannenden Geschichte, Rätsel und Geschicklichkeitsprüfungen treten in den Hintergrund. Zu dieser Gattung gehört auch ein kurzweiliges Spiel von Pantumaca Barcelons, für das man allerdings viel Fantasie benötigt.

In Mind – Path to Thalamus findet sich der Spieler als Familienvater am Rand eines kleinen Küstenortes wieder, in dem gerade ein ziemlich heftiger Wirbelsturm tobt. Die letzten Einwohner ergreifen gerade in einem VW Käfer die Flucht. Den Spieler wähnt vor Ort allerdings noch seine Tochter Sarah. Die Suche bringt den Vater schließlich um den Verstand und damit gleichzeitig in eine einsame Traumwelt.

Das Spiel startet in einem kleinen spanischen Dorf, in dem der Spieler seine Tochter während eines Wirbelsturms sucht.
Das Spiel startet in einem kleinen spanischen Dorf, in dem der Spieler seine Tochter während eines Wirbelsturms sucht.

Leichter Wahnsinn

Diese Traumwelt konfrontiert den Vater immer wieder mit Dingen aus seiner Vergangenheit und seinen Irrtümern. Auf der Suche nach einem Ausgang aus der futuristischen und teilweise sogar erdrückenden Umgebung, muss der Spieler zahlreiche Rätsel lösen. Zu Beginn kann er lediglich zu Fuß weiter in die Welt vordringen und sich in der detaillierten 3D-Landschaft umsehen.

In der Traumwelt weisen leuchtende Stege den Weg.
In der Traumwelt weisen leuchtende Stege den Weg.

Im späteren Verlauf lassen sich auch Spiegel manipulieren, Bälle aufheben und mit ihnen schließlich sogar die Umgebung verändern. So kann der Spieler etwa zwischen Tag und Nacht wechseln, den Regenfall verändern und Nebelwände auflösen. In der Regel manipuliert man die Umwelt, indem man einen speziellen Ball findet und an eine bestimmte Stelle transportiert. Wirft man ihn etwa in eine Lichtung, verschwindet der Nebel, der bislang den Ausgang versperrt hat.

Immer wieder wird der Spieler mit der Vergangenheit des Vaters konfrontiert, hier in Form von alten Familienfotos.
Immer wieder wird der Spieler mit der Vergangenheit des Vaters konfrontiert, hier in Form von alten Familienfotos.

Kostspielige Puzzle

An anderen Stellen muss man wiederum Spiegel so umstellen, dass sie das Licht an eine ganz bestimmte Stelle transportieren. Nach jedem gelösten Rätsel öffnet sich schließlich das Tor zum jeweils nächsten Abschnitt. Insgesamt muss der Spieler 20 Landschaften durchqueren und dabei über 30 verschiedene Rätsel lösen. Abhängig von den gewählten Aktionen bietet das Spiel zudem zwei verschiedene Enden.

Wirft man den Ball zwischen die Bäume, löst sich die Nebelkugel hinten links auf und gibt den Ausgang frei.
Wirft man den Ball zwischen die Bäume, löst sich die Nebelkugel hinten links auf und gibt den Ausgang frei.

Mind – Path to Thalamus entwickelten Carlos Coronado und Jose Ladislao fast im Alleingang. Als „Pantumaca Barcelons“ verkaufen Sie ihr Spiel derzeit für knapp 9 Euro über Steam [2] und im Humble Store [3] sowie für 7,70 Euro bei Gog.com [4]. Nur im letztgenannten Online-Shop bekommen Käufer eine kopierschutzfreie Version. Wer im Humble Store ordert, erhält lediglich einen Key, mit dem er das Spiel auf Steam freischalten kann. Die über Gog.com angebotene Version liegt nur als 64-Bit-Programm vor. Dieses Wochenende ist das Spiel im Rahmen einer Sonderaktion auf Steam zum reduzierten Preis von 1,80 Euro zu haben, im Humble Store zahlt man knapp 3 Euro.

Mitunter warten auch kleine Sprungeinlagen, die jedoch leicht zu meistern sind.
Mitunter warten auch kleine Sprungeinlagen, die jedoch leicht zu meistern sind.

Fazit

Mind – Path to Thalamus möchte die Geschichte eines verzweifelten Vaters erzählen, der seine Tochter verliert. Das gelingt dem Spiel jedoch nur eingeschränkt: Die einsamen futuristischen Landschaften visualisieren zwar die Gefühle und Erlebnisse des Vaters äußerst gut. Die jedoch nur in homöopathischen Dosen erzählte Geschichte reißt den Spieler jedoch nur recht kurz am Anfang mit. Wirklich eintauchen in die Erzählung kann man somit nur selten. Damit verkommt das Spiel zu einer Aneinanderreihung von hübschen, aber auch wirren Fantasielandschaften.

Spiegel und die von ihnen erzeugten Lichtreflexionen spielen in Mind – Path to Thalamus eine wichtige Rolle.
Spiegel und die von ihnen erzeugten Lichtreflexionen spielen in Mind – Path to Thalamus eine wichtige Rolle.

Die extrem simplen Rätsel wirken zudem aufgesetzt und wiederholen sich. So muss man immer wieder über schmale Pfade laufen, Spiegel einfach nur umdrehen und kleine Bälle an den richtigen Stellen platzieren. Wer genau die Landschaft beobachtet, hat ohne viel Gehirnschmalz nach spätestens vier Stunden die komplette Welt gesehen. Mind – Path to Thalamus richtet sich damit vorwiegend an alle, die gerne futuristische, schön gestaltete Landschaften erkunden. Diese können für den Sonderpreis von knapp 2 Euro zugreifen. Alle anderen sollten besser zu Konkurrenztiteln greifen, wie etwa Firewatch.

Mind – Path to Thalamus

Bezugsquelle:  http://pantumacabarcelona.com/portfolio/mind-path-to-thalamus/
Entwickler: CoreCode
Lizenz: Kommerziell
Preis: 8,99 Euro (Steam / Humble Store), 7,69 Euro (Gog.com)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik, Prozessor der Klasse Core 2 Duo E4300 mit 1.8 GHz oder besser, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, Grafikkarte ab Klasse GeForce 7600 GS

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