Das Spiel zum Wochenende: Hack, Slash, Loot

Draufhauen, ausrauben und sterben

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Sogenannte Rogue-like Rollenspiele gibt es für Linux wie Sand am Meer. David Williamson reduziert das Spielprinzip auf das Notwendigste und verpackt das Ganze in die derzeit beliebte Pixelgrafik. Das Ergebnis wäre das ideale Spielchen für Zwischendurch, gäbe es da nicht ein paar Macken.

In Hack, Slash, Loot ist der Name Programm: Der Spieler zieht einen kleinen pixeligen Helden durch ein riesiges Verlies, das mit Schatztruhen, Monstern und Gräbern vollgestopft ist. Wie in klassischen Rollenspielen üblich, muss der namenlose Held alle angriffslustigen Gegner vierteilen und sämtliche Schatztruhen plündern.

Um hier den Goblin anzugreifen, muss man ihn wie hier nur anklicken. Ein Nahkämpfer erwischt ihn aber nur, wenn der Gegner in einem Feld direkt neben dem Helden steht
Um hier den Goblin anzugreifen, muss man ihn wie hier nur anklicken. Ein Nahkämpfer erwischt ihn aber nur, wenn der Gegner in einem Feld direkt neben dem Helden steht

Schritt für Schritt

Hack, Slash, Loot läuft strikt rundenbasiert ab. Nachdem der Spieler einen Schritt weitergezogen ist oder einen Angriff ausgeführt hat, darf jedes Monster reihum ebenfalls eine Aktion ausführen. Wie gut dem Helden ein Angriff gelingt, hängt maßgeblich von seiner Ausrüstung ab. Ein altes kleines Schwert fügt dem Gegner weniger Schaden zu, als eine dicke glänzende Axt. Da die Ausrüstung zu Spielbeginn nur einfachen Ansprüchen genügt, muss der Spieler möglichst schnell eine bessere zusammensuchen.

Gegenstände benutzt der Held direkt beim Aufheben, den Grog verleibt er sich folglich direkt ein.
Gegenstände benutzt der Held direkt beim Aufheben, den Grog verleibt er sich folglich direkt ein.

Im Gegensatz zu anderen Rollenspielen besitzt der Held in Hack, Slash, Loot kein Inventar. Wie im wahren Leben kann er die gefundenen Ausrüstungsgegenstände lediglich anziehen und in seinen Händen je ein Schwert und ein Schild halten. Wer ein neues Schwert aufhebt, muss folglich das alte zurücklassen. Magische Schriftrollen und Heiltränke wendet der Held sofort beim Aufheben an. Des Weiteren gewinnt der Held weder an Erfahrung, noch besitzt er Spezialfähigkeiten.

Wie die grünen Zahlen anzeigen, würde das „Scalenail“ die Abwehr und den Nahangriff verbessern, im Gegenzug aber auch das Zielen beim Bogenschießen verschlechtern (die roten Zahlen).
Wie die grünen Zahlen anzeigen, würde das „Scalenail“ die Abwehr und den Nahangriff verbessern, im Gegenzug aber auch das Zielen beim Bogenschießen verschlechtern (die roten Zahlen).

Chaotischer Bauplan

Bevor man einen Dungeon betritt, darf man sich einen von mehreren Helden aussuchen. Jeder verfügt dabei über seine ganz eigenen Vor- und Nachteile. So ist der Saracen beispielsweise ein guter Nahkämpfer, der Elf kann hingegen mit Pfeil und Bogen die Monster aus der Distanz unter Beschuss nehmen.

Der Elfe kann mit seinem Bogen Gegner aus der Entfernung angreifen.
Der Elfe kann mit seinem Bogen Gegner aus der Entfernung angreifen.

Anschließend darf man sich eine Aufgabe aussuchen, die es im Verlies zu lösen gilt. Das Spiel passt dann den Dungeon entsprechend an: Wer etwa gerne Gräber plündert, erhält eine Unterwelt mit unzähligen Ratten, Zombies und natürlich Särgen. Den eigentlichen Aufbau des Dungeons und die Position der Monster würfelt das Spiel aus, jede Partie spielt sich folglich anders. Hat man genügend Aufgaben gelöst, schaltet das Spiel weitere, mächtigere Helden-Typen frei. Eine Hintergrundgeschichte gibt es nicht – sieht man einmal von kurzen Aufgabenbeschreibungen ab.

Eine Geschichte gibt es nicht, lediglich derartige, belanglose Aufgabenbeschreibungen.
Eine Geschichte gibt es nicht, lediglich derartige, belanglose Aufgabenbeschreibungen.

Kostspielige Keilerei

Hack, Slash, Loot verkauft David Williamson auf seiner Homepage für 7 Dollar [1]. Darüber hinaus ist das Spiel derzeit Bestandteil des Humble Weekly Sale [2], bei dem man für einen frei wählbaren Preis noch zwei weitere Rollenspiele obendrauf bekommt. Wer nicht die Katze im Sack kaufen möchte, findet auf der Homepage des Entwicklers eine Demo-Version [1]. Dessen ZIP-Archiv muss man nur auf der Festplatte entpacken und dann die herausgepurzelte Datei ausführbar machen (etwa indem man auf die Datei mit der rechten Maustaste klickt und dann in den Eigenschaften auf dem Register Berechtigungen die Datei als ausführbar kennzeichnet).

Auch wenn die Level recht groß sind, behält man die Übersicht – auch dank der Karte unten in der Mitte.
Auch wenn die Level recht groß sind, behält man die Übersicht – auch dank der Karte unten in der Mitte.

Nach dem Start dieses Programms klickt man rechts unten auf die Startschaltfläche. Das Spiel zeigt die Bedeutung eines Knopfs an, wenn man die Maus kurz darauf parkt. Den Helden zieht man am einfachsten mit gezielten Mausklicks. Die weitere Bedienung sowie die Bedeutung der einzelnen Symbole verrät die Homepage [3]. Das Spiel und die Demo-Version liegen ausschließlich als 32-Bit-Version vor.

Um einen Gegenstand aufzuheben, muss man zum einen den Helden auf dem entsprechenden Feld platzieren und dann mit der Maus den Gegenstand anklicken.
Um einen Gegenstand aufzuheben, muss man zum einen den Helden auf dem entsprechenden Feld platzieren und dann mit der Maus den Gegenstand anklicken.

Fazit

Hack, Slash, Loot ist ein kleines, schnelles Rollenspiel für zwischendurch. Die Regeln sind simpel, auf das Notwendigste reduziert und somit schnell durchschaut: Es gilt schlichtweg alles ins Nirvana zuschicken, was dem Helden entgegen rennt sowie sämtliche Gegenstände zu inspizieren und einzusammeln.

Die zufallsgenerierten Level sorgen jedoch nur für leichte Abwechslung, die Gänge wirken lieblos aneinandergeklatscht. Die mangelnde Spieltiefe lässt zudem die Motivation recht schnell fallen, schon nach kurzer Zeit wiederholt sich alles. Da das Spiel Heiltränke nur in homöopathischen Dosen verteilt, überlebt man meist nur kurz. Drei auf einmal angreifende Monster sind ein sicheres Anzeichen für den baldigen Tod. Der etwas übertriebene Retro-Look verwandelt einige Gegenstände und Monster in unidentifizierbaren Pixelbrei, die leicht isometrische Perspektive erschwert zudem in vielen Situationen die Sicht.

Ist man einmal wie hier von Gegnern umzingelt, hat man kaum noch eine Überlebenschance.
Ist man einmal wie hier von Gegnern umzingelt, hat man kaum noch eine Überlebenschance.

Hack, Slash, Loot macht somit immer mal wieder kurz, aber nicht dauerhaft Spaß. Die Investition der 7 Dollar lohnt sich nur für Liebhaber von Rogue-like Rollenspielen, die für die S-Bahn oder die Mittagspause einen passenden Zeitvertreib suchen. Alle anderen sollten das fast gleich teure und wesentlich abwechslungsreichere Hammerwatch ausprobieren [4].

Abschließend noch ein Tipp für Einsteiger: Wer nicht zu schnell sterben möchte, sollte den Elfen und den Level mit den Gräbern auswählen („Mask of the boy king“). Dort kann man erst die Ratten recht sicher aus der Distanz erledigen und dann ein Grab nach dem anderen öffnen.

Hack, Slash, Loot

Bezugsquelle: http://hackslashloot.com/
Entwickler: David Williamson
Lizenz: Kommerziell
Preis: 7 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://hackslashloot.com/

[2] Humble Weekly Sale:
https://www.humblebundle.com/weekly

[3] How to play:
http://hackslashloot.com/howto.html

[4] Das Spiel zum Wochenende: Hammerwatch, Tim Schürmann: „Vergnügliches Verkloppen“, LinuxCommunity 17.08.2013:
http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-Hammerwatch

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1 Kommentar auf "Das Spiel zum Wochenende: Hack, Slash, Loot"

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… grafisch gepaart mit DSA – Schicksalsklinge.
Die Abbildungen der Ausrüstungsgegenstände sehen sogar aus, als wären sie 1 zu 1 aus Schicksalsklinge kopiert.
Das ist mMn die 7 Dollar nicht wert. Da bleibe ich lieber beim original Nethack.
:o(
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