Das Spiel zum Wochenende: Great Permutator

Fiese Fließbänder

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Fließbänder sollen eigentlich möglichst schnell irgendwelche Dinge von A nach B transportieren. In einem pfiffigen Puzzlespiel von Ripatti Software verknoten sie jedoch schnell auch die Hirnwindungen.

In Great Permutator muss der Spieler farbige Schachteln quer durch eine Fabrikhalle an vorgegebene Lagerplätze transportieren. Dazu kann er auf den quadratischen Bodenfliesen Fließbänder aufstellen. Per Mausklick lässt sich ein Fließband – und somit seine Laufrichtung – um 90 Grad drehen. Der Transport wäre somit schnell geschehen, würde das Spiel nicht noch ein paar Gemeinheiten bereithalten.

Die roten, gelben und blauen Schachteln am oberen Rand müssen am unteren Rand in der dort angegebenen Reihenfolge landen. Dazu ...
Die roten, gelben und blauen Schachteln am oberen Rand müssen am unteren Rand in der dort angegebenen Reihenfolge landen. Dazu …

Tauschrausch

Zunächst müssen die Schachteln in einer ganz bestimmten Reihenfolge an ihrer Lagerstätte ankommen. Meist muss man sie dazu irgendwie umsortieren – beispielsweise, indem man einige Schachteln einen Bogen fahren lässt. Hilfe erhält man von speziellen Sortiermaschinen, die es in gleich mehreren verschiedenen Varianten gibt. So nimmt etwa die blaue Maschine nacheinander Schachteln von einem Förderband entgegen und spuckt sie dann abwechselnd auf zwei andere Fließbänder wieder aus. Das Verhalten einiger Maschinen lässt sich zudem über Knöpfe beeinflussen. Bei der blauen Maschine darf der Spieler beispielsweise den zuerst zu nutzenden Ausgang wählen.

… verlegt man Fließbänder und setzt auf spezielle Verteilermaschinen. Die Blaue hier gibt die hereinkommenden Pakete …
… verlegt man Fließbänder und setzt auf spezielle Verteilermaschinen. Die Blaue hier gibt die hereinkommenden Pakete …

Während jedes Fließband immer nur genau eine Bodenfliese belegt, nehmen die Maschinen gleich mehrere in Beschlag. Dummerweise sind ab und an einige der Bodenfliesen defekt und somit nicht belastbar. Da zudem der Platz in der Lagerhalle begrenzt ist, muss man genau überlegen, wo man welche Elemente platziert.

abwechselnd links und rechts aus. Das Ergebnis stimmt allerdings noch nicht.
abwechselnd links und rechts aus. Das Ergebnis stimmt allerdings noch nicht.

Optimale Belohnungen

Konnte man alle Schachteln in der gewünschten Reihenfolge an ihre vorgesehenen Plätze bugsieren, geht es in einer neuen Fabrikhalle mit anderen Gegebenheiten weiter. Dabei gibt das Spiel jeweils vor, welche Maschinen in welcher Anzahl zur Verfügung stehen. Lediglich die Fließbänder darf man nach Belieben aufstellen. Great Permutator gibt allerdings eine optimale Anzahl Fließbänder vor – wer sie einhält, bekommt eine kleine Auszeichnung.

Wenn Schachteln miteinander kollidieren, hält das Spiel an. Gleiches gilt …
Wenn Schachteln miteinander kollidieren, hält das Spiel an. Gleiches gilt …

Insgesamt warten 50 unterschiedliche Fabrikhallen auf den Spieler, hinzu kommen noch 15 Bonus-Rätsel. Sobald man eine Fabrikhalle absolviert hat, bewertet das Spiel die Lösung und vergibt dafür Sterne. Bereits gemeisterte Fabrikhallen darf der Spieler jederzeit erneut in Angriff nehmen und so nach einer besseren Lösung suchen. Abschließend bietet Great Permutator noch einen Level Editor, mit dem man eigene Rätsel konstruieren darf.

… wenn die Schachteln in der falschen Reihenfolge eintrudeln oder über den unteren Rand hinausfallen.
… wenn die Schachteln in der falschen Reihenfolge eintrudeln oder über den unteren Rand hinausfallen.

Preisfrage

Ripatti Software verkauft sein Spiel für 7 Euro über seine Homepage [1]. Alternativ kann man Great Permutator für 6 Euro auf Desura erwerben [2]. Dort steht auch eine Testversion bereit, in der man die ersten Level anspielen kann. Um sie herunterzuladen, klickt man im Bereich Releases am rechten Rand auf Great Permutator Demo und folgt dem etwas unscheinbaren Link download direct. Besitzer eines 64-Bit-Systems klicken jetzt auf den Pinguin mit der 64, alle anderen auf das normale Pinguin-Symbol. In jedem Fall entpackt man das erhaltene Archiv auf der Festplatte und startet dann im Unterverzeichnis bin das Programm gp.

Sobald man eine Aufgabe gelöst hat, rechnet das Spiel ab: Hat man weniger als die vorgegebene Anzahl Fließbänder benötigt (hier 15 Stück), bekommt man eine Auszeichnung.
Sobald man eine Aufgabe gelöst hat, rechnet das Spiel ab: Hat man weniger als die vorgegebene Anzahl Fließbänder benötigt (hier 15 Stück), bekommt man eine Auszeichnung.

Fazit

Great Permutator wirkt mit seiner farbarmen Pixelgrafik recht langweilig. Knobelfreunden stellt es jedoch vom Start weg extrem knackige Rätsel. Recht häufig muss man im wahrsten Sinne des Wortes gleich mehrfach um die Ecke denken.

Um die defekten Bodenplatten muss man geschickt herumbauen.
Um die defekten Bodenplatten muss man geschickt herumbauen.

Die Bedienung ist zudem schnell erlernt: Die Maschinen zieht man vom rechten Rand per Drag-and-Drop auf ihre Position, die Fließbänder erstellt und rotiert ein Mausklick. Durch die leicht isometrische Darstellung verklickt man sich jedoch gerne einmal. Darüber hinaus fehlt auf Dauer die Abwechslung: Neben den Fließbändern gibt es gerade einmal 10 verschiedene Sortiermaschinen, die Aufgabe bleibt zudem immer die gleiche.

Nichtsdestotrotz ist Great Permutator ein nettes kleines Knobelspiel. Wer harte Kopfnüsse liebt oder bereits SpaceChem [3] mochte, sollte das Spiel unbedingt antesten.

Great Permutator

Bezugsquelle: http://ripattisoftware.com/greatpermutator/
Entwickler: Ripatti Software
Lizenz: Kommerziell
Preis: 7 Dollar (Direktvertrieb) / 6 Euro (Desura)
Voraussetzungen: Halbwegs aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://ripattisoftware.com/greatpermutator/

[2] Online-Shop (Desura):
http://www.desura.com/games/great-permutator

[3] Das Spiel zum Wochenende: SpaceChem, Tim Schürmann: „Chemiefabrik“, LinuxCommunity.de, 18.08.2012:
http://www.linux-community.de/Internal/Artikel/Online-Artikel/Das-Spiel-zum-Wochenende-SpaceChem

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