Das Spiel zum Wochenende: Crawl

Geisterstunde

0

In einem ausgeklügelten kleinen Rollenspiel von Powerhoof steuern auf Wunsch die besten Freunde alle Gegner. Das führt zu äußerst spaßigen Keilereien, bei denen der Tod durchaus auch wertvolle Vorteile bringt. Solospieler kommen dabei aber nur teilweise auf ihre Kosten.

Im Rollenspiel Crawl findet sich der Spieler als Held in einem dunklen Verlies wieder, wo ihm zahlreiche Schleimmonster, Werwölfe und andere merkwürdige Gestalten als Leder wollen. Mit seinem Schwert sticht er gekonnt auf die Angreifer ein, zudem kann er auf Tastendruck eine Spezialattacke ausführen. Sowohl Schwertangriff als auch Spezialfähigkeit brauchen immer eine kurze „Abkühlzeit“, bis sie sich erneut einsetzen lassen. Nach einem Angriff sollte man folglich immer wieder Ausweichmanöver einleiten und so dem Helden etwas Ruhe gönnen. Das ist jedoch alles andere als einfach, denn die Gegner besitzen keine künstliche Intelligenz.

Wie in jedem guten Rollenspiel muss der Held (hier in der Mitte mit dem Schwert) alle Monster verprügeln.
Wie in jedem guten Rollenspiel muss der Held (hier in der Mitte mit dem Schwert) alle Monster verprügeln.

Gemeine Kumpel

In Crawl steuern bis zu drei Freunde alle Gegner. Diese schwirren zwar zunächst als unbesiegbare Geister durch das Verlies, können aber in dieser Form den Helden nicht angreifen. Stattdessen müssen sie die herumstehenden Gegenstände und Fallen übernehmen. So lässt sich etwa ein Flammenwerfer aktivieren oder eine Kiste im richtigen Moment auf den Helden schleudern. Zerlegte Vasen, Stühle und andere Objekte hinterlassen Ectoplasma, das die einzelnen Geister einsammeln können. Aus jeder dabei gebildeten Ectoplasma-Blase formt sich auf Tastendruck eine Schleimkugel, die umgehend den Helden attackiert.

Die Geister können die Gegenstände und Fallen übernehmen, die das Spiel beim Näherkommen mit einem gepunkteten Kreis markiert.
Die Geister können die Gegenstände und Fallen übernehmen, die das Spiel beim Näherkommen mit einem gepunkteten Kreis markiert.

Darüber hinaus lassen sich über Pentagramme auf der Erde Monster beschwören. Im Gegensatz zu den Schleimkugeln steuert der jeweilige Spieler sein herbeigerufenes Monster. Jeder Geist hat dabei drei verschiedene Monster mit ganz eigenen Angriffstaktiken zur Verfügung. Erst wenn der Held alle in einem Raum befindlichen Monster und Schleimkugeln besiegt hat, öffnen sich die Türen zu den umliegenden Räumen.

Auf jedem Pentagramm kann ein Geist ein Monster herbeibeschwören.
Auf jedem Pentagramm kann ein Geist ein Monster herbeibeschwören.

Punktevergabe

Jeder Treffer kostet den Helden etwas von seiner Gesundheit. Ist sie verbraucht, verwandelt sich der Held in einen Geist. Umgekehrt schlüpft der Geist, der den Spieler töten konnte, in den Körper des Helden. Jeden wirksamen Treffer, den ein Monster beim Helden landen kann, belohnt das Spiel zudem mit Gold. Sobald der jeweiligen Spieler dann wieder in den Helden schlüpft, kann er für dieses Gold in einem Shop seine Ausrüstung verbessern und beispielsweise sein Schwert gegen eine durchschlagskräftigere Axt eintauschen.

Während der Held einen Level aufsteigt, gewinnen die Geister mehr Zorn.
Während der Held einen Level aufsteigt, gewinnen die Geister mehr Zorn.

Jedes getötete Monster hinterlässt Erfahrungspunkte in Form von blauen Kugeln. Sammelt der Held diese ein, steigt er eine Erfahrungsstufe (Level) auf. Gleichzeitig erhöht sich aber auch der Zorn der Geister. Mit den so angesammelten Zorn-Punkten können die jeweiligen Spieler ihre drei Monster aufrüsten beziehungsweise stärker machen – allerdings immer nur dann, wenn sich der Spieler des Helden entschließt, in das nächst tiefere Verlies zu wechseln.

Jedes Monster kann man mit neuen Fähigkeiten ausstatten. Das Auge des Spielers (ganz links) ...
Jedes Monster kann man mit neuen Fähigkeiten ausstatten. Das Auge des Spielers (ganz links) …

Sobald der Held die Erfahrungsstufe 10 erreicht hat, kann er ein größeres Portal öffnen. Über dieses erreicht er einen besonders starken wie schleimigen Endgegner, dessen schießende Gliedmaßen dann die anderen Mitspieler kontrollieren. Wer schließlich den Endgegner besiegen konnte, gewinnt das Spiel.

… verschießt dann beispielsweise diese fetten Laserstrahlen.
… verschießt dann beispielsweise diese fetten Laserstrahlen.

Künstliches Hirn

Wer keine Mitspieler findet, die sich gemeinsam mit ihm vor einem Bildschirm durch das Verlies schlagen, kann auch gegen den Computer antreten. Dieser übernimmt immer automatisch alle Charaktere, die gerade kein menschlicher Spieler steuert.

Die schießenden Tentakel des Endgegners kann jeweils ein Geist übernehmen. Die gestrichelten Linien zeigen dabei die Schussrichtung an.
Die schießenden Tentakel des Endgegners kann jeweils ein Geist übernehmen. Die gestrichelten Linien zeigen dabei die Schussrichtung an.

Powerhoof verkauft sein kleines Rollenspiel für knapp 15 Euro auf Steam [2], bei Gog.com [3] und im Humble Store [4]. Wer in den beiden letztgenannten Online-Shops einkauft, erhält eine kopierschutzfreie Version. Im Humble Store bekommt man zudem noch einen Key, mit dem man das Spiel auf Steam freischalten kann. Des Weiteren ist Crawl derzeit noch Teil des Humble Down Under Bundle [5]. Bei dieser Sonderaktion darf man für mehrere Spiele zahlen, was man möchte. Crawl gibt es allerdings erst, wenn man den jeweils aktuell von allen Käufern überwiesenen Durchschnittspreis bezahlt. Dieser lag beim Redaktionsschluss bei rund 3,20 Euro und somit immer noch deutlich unter dem Originalpreis. In jedem Fall liegt das Spiel als 32- und 64-Bit-Version vor.

Während sich der Held im Laden ein neues Schwert aussucht, dürfen die Geister weiteres Ectoplasma sammeln ...
Während sich der Held im Laden ein neues Schwert aussucht, dürfen die Geister weiteres Ectoplasma sammeln …

Fazit

Crawl ist ein kurzweiliges Rollenspiel, das vor allem mit mehreren menschlichen Mitspielern Spaß macht. Die Spielelemente sind sehr gut austariert, niemand wird bevor- oder benachteiligt. Der Computer spielt fair und sorgt auch bei einem Solospiel für Spaß. Das Grölen, Fluchen und Lachen der Mitspieler kann er allerdings nicht ersetzen. Jedes Spiel dauert rund 30 Minuten, womit sich Crawl auch für den Einsatz auf einer Party eignet.

… mit dem sich dann angriffslustige Schleimkugeln beschwören lassen.
… mit dem sich dann angriffslustige Schleimkugeln beschwören lassen.

Die Pixel-Grafik ist eher zweckmäßig und recht grob, die Gewölbe wirken mit ihren matschigen Brauntönen langweilig und uninspiriert. In heißen Gefechten sieht man zudem häufig nur einen Pixelbrei, was das Zielen erschwert und man zudem nicht immer sofort sieht, wo sich die eigene Figur gerade befindet.

Wer schnelle, actionlastige Rollenspiele mag und ein paar gleichgesinnte Freunde kennt, sollte unbedingt beim derzeit noch laufenden Humble Down Under Bundle zuschlagen – die dort verlangten 3,20 Euro ist Crawl dann mehr als wert. Nach dem Tutorial sollte man allerdings unbedingt die Tastatureinstellungen ändern und die Taste [Z] umbelegen. Am besten spielt sich Crawl per Gamepad.

Crawl

Bezugsquelle:  http://www.powerhoof.com/crawl/
Entwickler: Powerhoof
Lizenz: Kommerziell
Preis: 14,99 Euro (Steam / Humble Store / Gog.com)
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit Glibc ab der Version 2.15, Prozessor der Klasse Intel Core 2 Duo mit 2,8 GHz oder besser, mindestens 2 GByte Hauptspeicher, mit OpenGL 3.2 kompatible Grafikkarte, für Mehrspielerpartien werden Gamepads empfohlen

Hinterlasse einen Kommentar

  E-Mail Benachrichtigung  
Benachrichtige mich zu: