Das Spiel zum Wochenende: Beat Hazard Ultra

Ballern im Takt

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Wie hinterhältig und gemeingefährlich die eigene Musiksammlung sein kann, zeigen Cold Beam Games mit einem kleinen Bullet-Hell-Shooter. In ihm bestimmt die Hintergrundmusik die herannahenden Gegnerhorden.

In Beat Hazard Ultra steuert der Spieler ein kleines Raumschiff über den Bildschirm. Immer wieder strömen gegnerische Flugkörper heran, die es möglichst schnell abzuschießen gilt. Für jeden erfolgreichen Treffer erhält der Spieler Punkte gutgeschrieben. Soweit erinnert das Spielprinzip an beliebige andere Ballerspielchen.

Wie in vielen anderen Actionspielen, ballert man auch in Beat Hazard Ultra mit Dauerfeuer auf die hereinfliegenden Gegner, die hin und wieder Bonusgegestände hinterlassen.
Wie in vielen anderen Actionspielen, ballert man auch in Beat Hazard Ultra mit Dauerfeuer auf die hereinfliegenden Gegner, die hin und wieder Bonusgegestände hinterlassen.

Musik macht munter

In Beat Hazard Ultra wählt der Spieler jedoch zu Beginn ein Musikstück. Dieses erklingt dann nicht nur während der Ballerorgie aus den Lautsprechern, es bestimmt auch die Spielzeit sowie die Anzahl und Art der Gegner. Der Spieler darf sich dabei nicht nur eines der vorgegebenen Trance- und Dance-Musikstücke aussuchen, sondern auch ein Lied aus seiner eigene MP3-Sammlung wählen oder ein Internetradio anzapfen.

Die blauen Strahlen der etwas größeren Gegner wirken wie Magneten, die das Raumschiff des Spielers einfangen.
Die blauen Strahlen der etwas größeren Gegner wirken wie Magneten, die das Raumschiff des Spielers einfangen.

Mit etwas Glück hinterlässt ein zerstörter Gegner einen Bonusgegenstand. Im einfachsten Fall ist das ein Multiplikator, der den Punktestand im Folgenden noch schneller nach oben klettern lässt. Andere Bonusobjekte erhöhen den Lautstärkepegel oder verstärken die Feuerkraft des kleinen Raumschiffs. Letztgenanntes explodiert schon bei der kleinsten Kollision. Dabei verliert man nicht nur eines von anfänglich drei Spieleleben, sondern auch alle bis dato gesammelten Bonusgegenstände. Diese verteilen sich über den ganzen Bildschirm und lassen sich erneut aufheben – vorausgesetzt man ist nach dem Wiedereinstieg schnell genug.

Bei einer Kollision verliert man nicht nur ein Leben, sondern auch alle Bonusgegenstände.
Bei einer Kollision verliert man nicht nur ein Leben, sondern auch alle Bonusgegenstände.

Waffenkammer

Die meist in Wellen hereinfliegenden Gegnerhorden überfluten recht häufig den Bildschirm. In solchen Fällen kann man eine Superbombe zünden. Die von ihr verursachte Druckwelle zerfetzt alle von ihr erfassten Gegner. Superbomben helfen auch gegen die ab und an erscheinenden größeren Boss-Gegner. Diese stecken besonders viele Treffer ein und verlangen vom Spieler eine individuelle Angriffstaktik. Zusätzlich lassen sich zwei Bonuswaffen freischalten: Neben einem Regen aus Mini-Raketen gibt es noch einen extrem durchschlagskräftigen Laserstrahl. Ebenfalls erbeuten lässt sich ein fast noch wertvolleres Schutzschild. Genau wie die Superbomben stehen diese Hilfen jedoch immer nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung.

Die Superbomben sorgen wieder für einen leeren Bildschirm.
Die Superbomben sorgen wieder für einen leeren Bildschirm.

Besonders erfolgreiche Spieler schalten nach und nach sogenannte Perks frei, über die sie das Spielgeschehen modifizieren können. So spendiert beispielsweise ein Perk zwei zusätzliche Leben. Dummerweise darf man pro Spiel immer nur eine bestimmte Anzahl Perks auswählen. Zudem muss man für ihre Aktivierung bezahlen. Je größer die Hilfe des Perks, desto mehr muss man auf den Tisch blättern. Das notwendige Kleingeld hinterlassen hin und wieder getroffene Gegner.

Perks modifizieren das Spielgeschehen, lassen sich aber nur in limitierter Zahl und gegen Geld freischalten.
Perks modifizieren das Spielgeschehen, lassen sich aber nur in limitierter Zahl und gegen Geld freischalten.

Mehr Bosse bitte!

Wer Abwechslung sucht, kann zu einem von drei weiteren Spielmodi wechseln: Beim Boss Rush greifen ausschließlich Boss-Gegner an, während man im Überleben-Modus einfach nur möglichst lange durchhalten muss. Im Chillout-Modus besitzt man unendlich viele Leben und sämtliche Bonuswaffen – ideal für eine kleine Trainingsrunde. Schließlich dürfen auch noch mehrere Spieler online im Head-to-Head oder Co-op-Modus antreten.

Gerade die dicken Gegner sollte man möglichst schnell erledigen …
Gerade die dicken Gegner sollte man möglichst schnell erledigen …

Warnung

Beat Harzard Ultra arbeitet mit vielen pulsierenden Leuchteffekten und schnellen Bewegungen. Dies kann bei empfindlichen Naturen zu Kopfschmerzen, Übelkeit und sogar epileptischen Anfällen führen. Vor Letzteren warnt das Spiel sogar beim Start ausdrücklich. Wer ein Unwohlsein verspürt, sollte das Spiel daher sofort beenden.

… ansonsten kommt noch die nächste Angriffswelle hinzu.
… ansonsten kommt noch die nächste Angriffswelle hinzu.

Das Actionspiel vertreibt sein Hersteller auf seiner eigenen Homepage für 13 Dollar [1]. Derzeit ist es zudem noch Bestandteil des Humble Weekly Sale [2]. Bei dieser Aktion bekommt man mehrere Arcade-Spiele für einen frei wählbaren Kaufpreis. Um auch Beat Hazard Ultra zu erhalten, muss man allerdings mindestens 6 Dollar zahlen. Darüber hinaus gibt es im Paket mit Bit.Trip Runner nur noch ein weiteres Spiel für Linux, alle anderen Spiele laufen nur unter Windows. Nichtsdestotrotz sparen Beat-Hazard-Ultra-Käufer hier 7 Euro zum Normalpreis.

Der Ultra-Beam liefert einen starken, konzentrierten Feuerstrahl, der sich vor allem wie hier zum Angriff gegen einzelne Boss-Gegner eignet.
Der Ultra-Beam liefert einen starken, konzentrierten Feuerstrahl, der sich vor allem wie hier zum Angriff gegen einzelne Boss-Gegner eignet.

Fazit

Beat Hazard Ultra ist ein simples, schnelles und kurzweiliges kleines Ballerspielchen. Wie auch bei der Konkurrenz muss der Spieler einfach alles abschießen, was sich über den Bildschirm bewegt. Die verschiedenen Spielmodi und Perks sorgen zwar für Abwechslung, können aber nicht langfristig motivieren. Gegenüber der Konkurrenz hebt sich Beat Hazard Ultra durch die geschickte Nutzung der Musik ab. Häufig lässt sich jedoch nicht nachvollziehen, wie diese das Spielgeschehen beeinflusst. Weder lassen kräftige Beats neue Gegner erscheinen, noch bleibt der Bildschirm in ruhigen Passagen leer.

Kleines Suchbild: Wo ist das eigene Raumschiff?
Kleines Suchbild: Wo ist das eigene Raumschiff?

Optisch zündet Beat Hazard Ultra im wahrsten Sinne des Wortes ein Feuerwerk. Das sorgt beim ersten Anblick zwar für Staunen, nimmt aber auch häufig den Überblick. Die Gegnertypen wiederholen sich schnell. Gleiches gilt für die dicken Boss-Gegner, auf die man einfach nur lang genug das Feuer richten muss. Letztendlich ist die Steuerung über Tastatur und Maus fummelig, wer kann, sollte zu einem XBox-Gamepad greifen.

Trotz der vielen Kritikpunkte lockt die Punktejagd zu heißen Beats immer mal wieder vor den Bildschirm und verkürzt so manche Mittagspause. Liebhaber von Bullet-Hell-Shootern können daher durchaus zuschlagen.

Beat Hazard Ultra

Bezugsquelle: http://www.coldbeamgames.com/buy-beat-hazard.html
Entwickler: Cold Beam Games Ltd.
Lizenz: Kommerziell
Preis: 13 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

Infos

[1] Projekt-Homepage:
http://www.coldbeamgames.com/

[2] Humble Weekly Sale:
https://www.humblebundle.com/weekly

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