Das Spiel zum Wochenende: Awesome Shapes

Kurzes Gefrickel

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Ein kleines Geschicklichkeitsspiel von Alex „Disco Fish“ Starovoyt überschütten Kritiker momentan im Internet mit Lob. Wer ein möglichst ruhiges Händchen besitzt, sollte somit eigentlich blind zugreifen können. Eigentlich.

Beim Heißen Draht muss man einen Metallring über einen gebogenen Draht führen. Berühren sich die beiden, ertönt ein Signal und man muss von vorne beginnen. Dieses alte, gleichermaßen geliebte wie gehasste Spielprinzip bohrt Alex Starovoyt in seinem Geschicklichkeitstest Awesome Shapes gehörig auf.

Man muss nur mit der Maus den gelben Kreis auf den blauen ziehen. Das ist hier noch trivial …
Man muss nur mit der Maus den gelben Kreis auf den blauen ziehen. Das ist hier noch trivial …

Mausschubser

Im ihm muss der Spieler eigentlich nur mit der Maus einen Kreis zu einem Zielpunkt ziehen. Der Weg dorthin ist jedoch mit fiesen und wechselnden Hindernissen gespickt. Im einfachsten Fall muss man das eigene Symbol nur über einen verschlungenen Pfad führen. Schnell rotierende Bälle und sich auf das Spieler-Symbol unaufhaltsam zubewegende Dornenwände erfordern neben einer ruhigen Hand auch ein gutes Timing.

… mit den roten Kreisen als Hindernissen schon etwas schwieriger.
… mit den roten Kreisen als Hindernissen schon etwas schwieriger.

Schafft man es bis ins Ziel, geht es in einem neuen Raum mit neuen Hindernissen und einem neuen Ziel weiter. Jede Berührung mit einer Dornenwand oder einem anderen Objekt startet den Raum neu. Im späteren Verlauf trifft man auch auf einen größeren (Boss-)Gegner. Dieses überdimensionale Dreieck speit wiederholt Hindernisse und Laserstrahlen aus. Hier hat man nur eine Überlebenschance, wenn man die Angriffsarten genau beobachtet, auswendig lernt und sich eine Ausweichtaktik zurechtlegt.

Dieser Boss verschießt Laser-Strahlen, denen man mit dem Kreis ausweichen muss.
Dieser Boss verschießt Laser-Strahlen, denen man mit dem Kreis ausweichen muss.

Kreisende Freunde

Aweseome Shapes baut alle Räume aus bunten geometrischen Formen zusammen. Diese wiederum repräsentieren Astralkörper, die gute Freunde sind. Das behauptet zumindest das Spiel zu Beginn. Nachdem man ein paar Freunde zusammengeführt hat, dreht die Geschichte richtig auf: Plötzlich ist man dabei, eine Prinzessin zu retten – indem man Dreiecke in schwarze Löcher zieht.

Hier gilt es mit der Maus das grüne Rechteck links unten per Drag-and-Drop zum anderen Ding in der Mitte zu ziehen, ohne dabei die Wände zu berühren.
Hier gilt es mit der Maus das grüne Rechteck links unten per Drag-and-Drop zum anderen Ding in der Mitte zu ziehen, ohne dabei die Wände zu berühren.

Alex Starovoyt vertreibt sein Spiel für circa 2 Euro über seine Homepage [1] sowie den Verkaufsportalen Desura [2] und IndieGameStand [3]. Eine Testversion gibt es nicht, nur einen Trailer auf der Homepage. Awesome Shapes ist zudem kein natives Linux-Spiel, sondern basiert auf Adobe AIR und somit Flash. Als Konsequenz liegt es für Linux nur in einer 32-Bit-Fassung vor.

Um das Loch am unteren Rand zu erreichen …
Um das Loch am unteren Rand zu erreichen …

Fazit

Aweseome Shapes begeistert ganz zu Beginn mit einer geheimnisvollen Hintergrundgeschichte. Alex Starovoyt hat sich zudem sichtlich bemüht, immer wieder etwas Abwechslung ins Spielgeschehen zu bringen: Mal muss man anderen Kreisen ausweichen, dann wieder den richtigen Weg durch einen sich verändernden Tunnel finden. Awesome Shapes hätte somit zu einer tollen und spaßigen Variante des Heißen Drahtes werden können.

… muss man abwarten, bis sich die schwarzen Wände wieder geöffnet haben.
… muss man abwarten, bis sich die schwarzen Wände wieder geöffnet haben.

Allerdings ist das Spiel extrem einfach. Wer nur halbwegs mit einer Maus umgehenen kann, sieht das Spielende bereits nach maximal einer halben Stunde über den Bildschirm flimmern – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Hintergrundgeschichte ist abstrakt, die Grafik surreal. Eigentlich ist Awesome Shapes somit eher ein Kunstwerk, denn ein Videospiel. Die 2 Euro lohnen sich schon aufgrund der kurzen Spielzeit nicht. Wer hingegen experimentelle Videospiele mag, sollte sich die Videos auf der Homepage [1] ansehen. Findet man dieses ansprechend und stört sich nicht an der kurzen „Spielzeit“, kann man die Geldbörse durchaus zücken.

Dieser abstrakte Mischmasch ist nicht etwa ein abgestürztes Spiel, sondern eine von vielen ähnlichen verwirrenden Zwischensequenzen.
Dieser abstrakte Mischmasch ist nicht etwa ein abgestürztes Spiel, sondern eine von vielen ähnlichen verwirrenden Zwischensequenzen.

Noch eine wichtige Warnung zum Schluss: Awesome Shapes arbeitet sehr viel mit Lichtblitzen und schnellen, bunten Bilderfolgen. Bei empfindlichen Personen kann dies zu Kopfschmerzen, Übelkeit oder gar epileptischen Anfällen führen.

Awesome Shapes

Bezugsquelle: http://discofishgames.com/awesomeshapes.html
Entwickler: Alex „Disco Fish“ Starovoyt
Lizenz: Kommerziell
Preis: 2 Euro
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Distribution mit aktivierter 3D-Grafik

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