iPhone: A little bit of history repeating....

(c) Pansentient.com
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08.09.2010 11:37

1984: Apple stellt den Mac vor. Die Weltöffentlichkeit ist begeistert: Ein Computer, den jeder sofort benutzen kann, ohne dicke Handbücher zu wälzen. Doch der Erfolg ist kurzlebig: Das für alle Hersteller frei verfügbare Windows übernimmt die absolute Marktführung, denn die Kunden erhalten Windows-basierte Geräte dramatisch billiger und in einer größeren Produkt- und Featurevielfalt als von Apple, welches sich weigert, seinen lukrativen Kuchen mit irgendeinem anderen Soft- oder Hardwarehersteller zu teilen. Apple verschwindet in der Bedeutungslosigkeit und wird nur durch bedingungslos treu ergebene Fans am Leben gehalten.

Man ersetze 1984 durch 2007, "Mac" durch "iPhone" und "Windows" durch "Android", und man erhält einen guten Ausblick auf die Zukunft. Es ist exakt dasselbe Spiel, es gibt keinen einzigen Aspekt, der dieses Mal anders wäre.

Android-basierte Geräte haben in den Verkaufszahlen schon vor Monaten erstmalig Apple überholt, seit dem 3. Quartal 2009 zeigt nur die Android-Kurve steil nach oben, während alle anderen (Apple, Blackberry) rückläufig sind -- und das ist erst der Anfang. Besucher der IFA bekamen schon einen Eindruck davon, wie die Welt in einem Jahr aussehen wird: Wo man hinschaute war nur Android zu sehen, auf unzähligen Smartphones, Tablets und sogar embedded Appliances und Smartbooks. Googles Betriebssystem ist schon jetzt der Renner, nur noch vereinzelt sah man Geräte mit proprietären Betriebssystemen wie Samsungs Bada, sehr vereinzelt zeigten die Hersteller im hintersten Eck auch mal ein Windows Smartphone, meist scheinbar nur, um den Windows-Partner Microsoft zufriedenzustellen. Nokias Maemo war nur auf ein paar ihrer Handys anzufinden. Auch immer mehr User schwenken von iPhone auf Android um, ich kenne da ein paar echt (ehemals) fanatische iPhone-Fans, das HTC Desire steht hier bei Umstiegswilligen momentan sehr hoch im Kurs.Spätestens in einem Jahr wird es sich - wie damals bei Windows - kein Hersteller mehr leisten können, ein Gerät ohne Android im Programm zu haben; kein App-Entwickler wird es sich mehr leisten können, exklusiv für das iPhone zu produzieren. Und Apple wird wieder der Hersteller für die Nische "Designverliebte mit zuviel Geld"... Und auch dieses Mal gibt es wenig Mitleid, wer zu gierig wird hat's nicht besser verdient. 60% Gewinnmarge für Apple, Kunden-"Erziehung" und völlige Willkür beim Sperren von Apps - so etwas braucht weder der Konsument noch der Entwickler.

Aber einen großen Unterschied zur damaligen Entwicklung gibt es: Trotz allem ist Android Linux-basiert -- und nicht proprietär wie Windows. Zahlreiche Linux-Portierungen auf embedded-Geräte nutzen heute schon die angepassten Android-Kernel der Hersteller als Basis um Debian, Ubuntu und andere richtige Linux-Distributionen lauffähig zu bekommen...


Kommentare
Natürlich verdienen die da Geld...
Daniel Kottmair, Mittwoch, 08. September 2010 13:17:39
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..der Punkt ist, dass die Zielgruppe von Leute, die bereit sind, 1200 Euro für ein iPhone auf dem Tisch zu blättern dann letztendlich gottseidank doch stark eingeschränkt ist - und die Entwickler mit der breiten Masse, die nur Android erschließen kann, einfach ne dramatisch größere Zielgruppe haben.

Und Geld wird genau solange verdient, bis Apple sich mal spontan entscheidet, die App wegen was auch immer aus dem Store zu schmeißen, das beste war ja die (in den Nutzungsbedingungen mit KEINEM Wort erwähnte!) Begründung, dass die App "Widget-ähnliche Funktionalität" bietet. ich warte ja echt noch auf die Begründung "Steve gefällt das Farbschema nicht"! ;-)

http://www.pcworld.com/busi...g_widget_iphone_ipad_apps.html

Ja, Android ist sicher nicht so frei und verfügbar im Source wie echtes Linux - aber dennoch um Längen offener und besser fürs Basteln geeignet als Windows. Ein selbstgehacktes Debian mit Windows-Kernel wäre mir jetzt nämlich nicht bekannt...


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Re: Natürlich verdienen die da Geld...
anonymer feigling (unangemeldet), Mittwoch, 08. September 2010 13:39:08
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Selbst wenn die Antwort "Mir gefällt das Farbschema nicht" ist finde ich das OK. Es ist ja auch keiner gezwungen Lotto zu spielen. Alle die da mit machen kennen das Risiko und sind bereit es einzugehen. Dass die Firmen dann jammern ist mir egal wer so gierig ist umbedingt mitmischen zu müssen ist selber schuld.

Android mag ja besser fürs Basteln geignet sein das war es aber auch schon. Auf dem IPhone kann man auch Software installieren wenn man rum bastelt. Sobald irgend was bei Debian mit dem alten Android Kernel nicht mehr geht muss man alte Software verwenden oder ein neues Handy kaufen. Google hat sich auch erst kürzlich recht "interessant" zu Personen bezogenen Daten geäußert. Also so viel besser wie Jobs Firma ist Google auch nicht.

Naja ich träume mal weiter von einem freien Linux Handy das genügend Entwickler hat :) (was es wahrscheinlich nie geben wird)


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Android ist nur ein bisschen frei...
anonymer feigling (unangemeldet), Mittwoch, 08. September 2010 13:09:39
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Android selbst mag frei sein. Handys auf denen Android läuft sind dies nicht!
Die Treiber und Anpassungen der Hersteller sind bestenfalls als Binaryblobs vorhanden. Oft ist es sehr schwer einen neueren Kernel an solche Geräte anzupassen. Es kommen keine Änderungen in Mainline etc.

Von daher ist der Vergleich von Windows vs Android gar nicht so schlecht - da warte ich lieber auf Linux!

Auch zwingt keiner jemanden etwas für das IPone zu entwickeln wer den Markt nicht haben will den Apple den Entwicklern aus dem nichts gezaubert hat soll halt wo anders sein Geld verdienen. Alle anderen verdienen damit genug Geld sonst würden sie es nicht machen.


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