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Intel Hexacore-Gulftown: Erste Linux-Benchmarks

Intel Hexacore-Gulftown: Erste Linux-Benchmarks

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Dank Intel fand ein Sechskern-Gulftown Core i7 980X Extreme Edition seinen Weg in unser Testlabor. Nach langem Kampf haben wir das DX58SO von Intel lauffähig bekommen, das aktuellste Gulftown-fähige BIOS installiert (hinweis an alle Leidensgenossen: Intels aktuelles BIOS kann nicht von Festplatten booten, bei denen das Boot-Flag in einer erweiterten Partition liegt. Also unbedingt das Boot-Flag auf eine primäre Partition legen, es muss noch nichtmal die sein, von der gebootet wird, dann klappt es auch mit GRUB!) und gleich mal unseren CPU-Benchmark darauf losgelassen.

Ein erstes Fazit: Klarer Spitzenreiter unserer Benchmark-Suite, aber dennoch etwas enttäuschend. Dass in den Singlethread-Tests kein Unterschied zum gleichschnell getakteten Core i7 975 feststellbar sein würde ahnten wir schon -- obwohl wir insgeheim hofften, dass der zusammen mit den Kernen um 50% auf 12 MByte vergrößerte L3-Cache dennoch helfen würde. Aber selbst in den Multithreading-Tests blieb der Leistungszugewinn hinter den Erwartungen zurück -- was allerdings weniger Intel anzulasten ist als der Software: Das bisher so wunderbar mit der Kern-Anzahl skalierende x264 ist wohl mit 6 realen und 6 virtuellen Kernen langsam am Ende seiner Skalierfähigkeit angelangt: Statt wie bisher konstante CPU-Auslastung zu bieten pendelte die CPU-Last meist um 600%, mit Spitzen bis 1050% und bis runter zu 400%. Ähnliches gilt für 7zip und Mplayer/ffmpeg-mt. FFmpeg-mt will sogar gar nicht bis mehr als acht Kerne skalieren und verweigert den Dienst.

Konkrete Zahlen im Vergleich zum Core i7 975 (im Vergleich dazu hat der 980X EE 50% mehr Kerne und L3-Cache): In x264 sind es mit 22,7 statt 19,25 lediglich 3,5fps oder 18% mehr, in ffmpeg-mt 6%. Einen hauchdünnen, hart an die Messtoleranz kratzenden Zugewinn von nur 5% maßen wir in RAR und 7zip (3%).

Lediglich die Raytracing-Leistung in POVray und Yafray konnte voll überzeugen: In Povray gewinnt man dank zwei zusätzlicher Kerne satte 46,6% hinzu, bei Yafray liegt die CPU-Last auch weiterhin konstant beim maximal möglichen, am Ende rechnet der Gulftown dort auch 30% schneller.

Gemessen in 64 Bit Ubuntu 9.04 und 9.10. Morgen folgen ausführlichere Testergebnisse, auch zum Stromverbrauch.

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