Home / User-Blogs / Robert's Krams / Sommer Spezial: Von Büros, PasantInnen und Elektonikgeschäften...

Der letzte, fast leere Karton
Der letzte, fast leere Karton

Sommer Spezial: Von Büros, PasantInnen und Elektonikgeschäften...

→ Zum Blog von Robert Voß

Nachdem bereits vor mehreren Wochen der etwas gereizte Postbote mit insgesamt 6(!) verdammt schweren Pakete vor meiner Tür stand und wir sie gemeinsam in den dritten Stock gewuchtet hatten, konnte die Aktion beginnen.

Und dann habe ich angefangen, mir konkret Gedanken zu machen, wie ich die CDs und Zeitschriften am besten unter die Leute bekomme, wobei schon so einige Ideen in meinem Kopf umherschwirrten...

Ein Büro voller Linux

Zu allererst habe ich mit CDs bewaffnet einen Plan in die Tat umgesetzt, den ich schon länger hatte. Ich arbeite neben dem Studium in einem Büro, in welchem Bildungsarbeit geplant und koordiniert wird. Auch wenn der Server auf Linux läuft, werden alle Desktops (außer meinem) mit Windows betrieben. Diesen Zustand konnte ich nicht ganz ändern, weil Software verwendet wird, die mit Wine mehr schlecht als recht läuft, aber ich konnte eine Alternative etablieren. Auf allen, insgesamt 8 Rechnern, läuft mittlerweile neben Windows auch Ubuntu. An diesen Rechnern arbeiten neben den fest Angestellten vor allem Ehrenamtliche, von welchen das Angebot Linux zu verwenden, ausgiebig benutzt wird. Und jetzt ist es immer ein gutes Gefühl, ins Büro zu kommen und zu sehn, dass eigentlich immer mindestens auf einem Rechner Linux läuft und ich den zweiten mit Linux hochfahre.

"Entschuldigen sie...."

Zum anderen habe ich mich klassisch in die Fußgängerzone und an Bahnhöfe gestellt und Leute angesprochen, ob sie wissen was Linux ist und was Linux alles für Möglichkeiten bietet und ihnen erklärt, dass keinesfalls ein abgeschlossenes Informatik-Studium nötig ist, um mit Linux arbeiten zu können.

Die letzte Aussage hat die Menschen immer sehr verwundert und die wenigsten wollten mir das glauben. Dann habe ich einfach mein Netbook aus der Tasche geholt und ihnen in einer Virtualbox Ubuntu mit Unity und falls bedarf bestand auch mit Gnome3, KDE und XFCE mitsamt Programmen wie LibreOffice, Firefox und VLC-Player gezeigt.[In einer VirtualBox deswegen, weil ich Arch benutze und es sich dabei ja nicht wirklich um ein EinsteigerInnensystem handelt] Darauf hin waren die meisten Leute nicht mehr ganz so skeptisch und wollten dann teilweise doch mal eine CD mitnehmen. Natürlich gab es auch Menschen, die nicht mit mir sprechen wollten oder teilweise partout nicht glauben konnten, dass ich ihnen nicht doch etwas verkaufen wolle - vor allem als ich ihnen dann die Linux-Community Visitenkarte gegeben habe und meinte, dass sie mich bei Fragen oder Unsicherheiten anschreiben können und ich ihnen dann kostenlos helfe :)

Am Ende hatte ich trotzdem circa 15 Emails von unterschiedlichen Leuten, die nach meinen Rat gefragt haben und damit gab es scheinbar wieder ein paar mehr Menschen, die Linux benutzen.

Darüber hinaus habe ich in den letzten Wochen einfach immer CDs und teilweise auch Zeitschriften in meinem Rucksack gehabt und Freunden und Freundinnen erzählt, wie großartig Linux ist - auch da hat mein Netbook und das Aufzeigen der verschiedenen Möglichkeiten von Linux gute Dienste geleistet und in meinem Freundeskreis nutzen ein paar mehr Menschen Linux.

Aber dann habe ich mir gedacht, dass das nicht alles sein kann und habe noch zwei weitere Aktionsformen bzw Aktionen gemacht, um Menschen Linux näher zu bringen.

Informationsguerilla

In dem Wissen, dass Menschen sich erstmal auf alles stürzen, was umsonst ist, hab ich mir gedacht, dass sich dieser Umstand doch bestimmt nutzen lässt.

Tisch

Uuups - da hab ich wohl meine Zeitschrift liegen lassen

Zum einen habe ich Zeitschriften wie zufällig in der Bahn oder an einer Haltestelle oder einem Restaurant liegen lassen und konnte mehrere Male beobachten, wie Menschen diese dann auch in die Hand genommen haben und anfingen zu lesen. Zum Beispiel der Mann auf dem nächsten Bild hatte die Zeitschrift kurz danach in der Hand und hat sie gelesen.

Bus

30 Sekunden später hatte er die Zeitschrift in der Hand

Parkautomat

Vielleicht wurde ja genau diese CD mitgenommen?

Darüber hinaus habe ich an Gegenstände, die Menschen im Alltag benutzen (Wie zB Parkautomaten) CDs mit einer Visitenkarten und dem Vermerk "Bei Fragen einfach eine Email schreiben" geklebt. Darüber hinaus waren in Hamburg teilweise CDs an Ampeln und auch wieder in Bahnen zu finden.

Auch in der Folge dieser Aktion bekam ich zumindest eine Email von einer Frau, welche die CD an einem Parkautomaten gefunden hatte und neugierig geworden ist. Sie hatte schon mal von Ubuntu gehört und wollte es auch ausprobieren, wusste aber nicht, wie sie von der CD bootet. Nach einem kurzen Emailwechsel konnte auch dieses Problem behoben werden und sie hat sich bei mir bedankt und eine Woche später noch einmal geschrieben, dass sie mit ihrem neuen Betriebssystem sehr zufrieden ist.

Eroberung des Elektronikhandels

Um Menschen, die ein Betriebssystem kaufen wollen auch eine kostenlose Alternative anzubieten, bin ich schlichtweg in große Elektronikfachgeschäfte in Hamburg gegangen und habe habe jeweils 10 Ubuntu CDs neben die kostenpflichtigen Betriebssysteme und einen Zettel mit der Aufschrift "Kostenlose Alternative - jetzt ausprobieren" gleich dazu gelegt.

Nachdem ich mir Rat bei einem befreundeten Anwalt geholte hatte und der meinte, dass das kein Problem ist, so lange ich die Zettel nicht im Design der jeweiligen Kette mache (was ich erst vorhatte), stand dieser Aktion nichts mehr im Wege. Allerdings meinte er, ich solle keine Fotos machen, da große Ketten es nicht gerne haben, wenn in ihren Läden Fotografiert wird. Deswegen ist diese Aktion auch nicht mit Fotos dokumentiert :( Um am Ende nicht doch noch Ärger mit den Läden zu bekommen, habe ich in diesem Fall keine Visitenkarten hinterlegt, weswegen ich nicht von Feedback berichten kann - als ich aber jeweils am nächsten Tag in den Geschäften war, waren bei zweien die CDs ganz weg (wahrscheinlich von den Angestellten entfernt) - in einem Geschäft jedoch waren nur noch 2 CDs übrig. Von daher kann ich davon ausgehen, dass auch mit dieser Aktion Menschen angesprochen worden sind, doch einfach einmal Linux zu probieren.

Insgesamt kann ich zufrieden auf die letzten Wochen zurückblicken und bin abgesehen von einigen wenigen CDs wirklich alles losgeworden. Allerdings wollte niemand ein Poster haben...Ich hab sie trotzdem unter anderem an der Uni und im Büro aufgehängt :)

Bookmark and Share

Kommentare

1366 Hits
Wertung: 241 Punkte (26 Stimmen)