GIMP - GAP Gimp Animation Package

GIMP - GAP Gimp Animation Package
20.09.2010 09:27

Ich habe das Gimp Animations Paket (kurz GAP) entdeckt. Im Prinzip kann man mit dem GAP (zumindest in meinem Fall) nichts anderes machen als mit dem Animationsfilter. Aber dieses AddOn erleichtert das Erzeugen komplexerer Animationen, da es morphen kann! Das bedeutet, das es die Bilder zwischen einem Anfangsbild und einem Endbild berechnen kann, so das der Eindruck einer Transformation entsteht.

Man kann die aktuellen GAP-Versionen für Linux und Windows an folgenden Adressen gerunter laden:

ftp://ftp.gimp.org/pub/gimp/plug-ins/v2.6/gap

http://www.deviantart.com/download/135464357/GAP_2_6_for_Gimp_2_6_Windows_by_photocomix_resources.zip

Nach dem Installieren hat die Menueleiste einen neuen Menuepunkt: "Video". Unterhalb dieses Menüpunktes finde ich nun alle Werkzeuge, die ich für die folgende Bearbeitung benötige

Ich möchte nun eine bewegt Animation erstellen. Zunächst muss man sich überlegen, was man für eine Animation erstellen möchte und wieviele Frames diese benötigt bzw haben soll. Nach ein paar gefertigten Animationen hat man schon mehr eine Vorstellung davon, wieviele Frames für welche Animation man benötigt. Bevor ich dieses Werkzeug selber verwendet habe, ging es mir wie euch (sofern auch ihr von diesem Thema nicht all zu viel Ahnung haben solltet).

Mein Ziel ist es gewesen, ein LOGO mit 3 Buchstaben zu erzeugen. Erst soll der gesprayte Hintergund auf die Hintergrundebene fallen und vibrieren, dann sollen die 3 Buchstaben, einer nach dem anderen auf den gesprayten Hintergrund fallen und ebenfalls vibrieren. Dann soll das Gesamtbild wieder verschwinden. Zur Realisierung habe ich mir zunächst ein Bild erstellt welches aus den verschiedenen, gerade genannten Bestandteilen (auf getrennten Ebenen) besteht, welche ich nachher miteinander kombinieren möchte. Dieses Bild besteht im Einzelnen aus einem weißen Hintergrund, einer gesprayten blauen Ebene und den drei, jeweils einzelnen Buchstaben. Die Buchstaben hätte ich auch zusammen auf eine Ebene machen können, aber es ist einfacher, wenn sie einzeln sind - warum seht ihr gleich. Ich erstelle nun ein weiteres Bild (keine weitere Ebene im vorhandenen Bild, sondern eine neue Datei), welches die gleichen Ausmaße hat wie das zuvor erstellte Logo (in meinem Beispiel sind das 300 x 100 Pixel gewesen). Achtung: das zuvor erstellte Logo muss geöffnet bleiben - denn dieses ist für die spätere Animation die Quelle.

Dieses neue Bild speichere ich nun unter einem Phantasie-Namen mit einer Nummer ab (ich habe meines Frame#001.xcf genannt). Dann gehe ich auf Video>Frame dublizieren und lege 79 weitere Kopien des derzeitigen Frame an (so das ich dann 80 Frames habe) Diese Frames werden automatisch wie das erste Frame benannt und durch nummeriert. Ich habe für das Herunterfallen der blauen Ebene 30 Frames, sein Vibrieren 10 Frames, und für jeden Buchstaben und dessen Vibrieren 10 Frames eingeplant. Die letzten 10 Frames verwende ich für das Ausblenden.

Wenn man nun auf Video>Move Path geht, kann man bei Source sehen, das unter Source die einzelnen Ebenen angezeigt werden, die ich zuvor in dem Logo erstellt habe. Ich kann nun auf jede einzelne Ebene zugreifen und jede einzeln für die jeweiligen Schritte als Quelle verwenden.

Die folgenden Arbeitsschritte werden alle im Menüpunkt Video>Move Path durchgeführt.

Der Stepmode muss hierfür auf "None" stehen und Handle muss auf "Center" stehen. X und Y habe ich auf die Mitte gestellt (in meinem Fall 150 und 50).

Als Source habe ich die für die erste Aktion die blaue Hintergrundebene eingestellt. Hier werde ich später dann die Buchstaben wählen.

Width und Hight sind Prozentwerte, die miteinander "verkettet" sind - die Bedeutung muss ich sicher nicht schildern. Da ich nun möchte, das der Hintergrund "von oben herab" runter fällt, stelle ich beide zunächst auf 1000.

Opacity drückt den Wert der Transparenz (bzw den der Deckkraft) aus. Ich habe den Wert des ersten Bildes auf 0 gestellt.

Darunter finde ich die Punkte From Frame und To Frame. Hier stelle ich den Bereich der Frames ein, der nun berechnet werden soll. Ich habe für die erste Hintergrundebene From Frame 0 To Frame 30 eingestellt.

Nun füge ich mit Add Point einen "Wegpunkt" ein - was das bedeute seht ihr gleich. Current Point ändert sich nun von [1] of [1] auf [2] of [2], will ich später zwischen den einzelnen Punkten hin und her springen, kann ich das mit den Buttons Prev Point und Next Point. Nun habe ich also einen zweiten Punkt gesetzt und kann nun den zweiten von Zwei Punkten bearbeiten. Stepmode, Hande, X und Y lasse ich unverändert. Width und Hight stelle ich auf 100 und Opacity stelle ich ebenfalls auf 100. Ich habe nun einen Pfad innerhalb dieser 30 Frames eingestellt, der mit dem gesprayten Hintergrund in der Vergrößerung von 1000% und einer Deckkraft von 0% beginnt. Ziel dieses Pfad ist es nun mit dem gesprayten Hintergrund in der Vergrößerung von 100% und einer Deckkraft von 100% zu enden. Klicke ich nun auf OK wird GIMP (abhängig von der Größe des Bildes und der geplanten "Wegstrecke") eine Weile rechnen. Denn nun errechnet und erzeugt alle Bilder, die sich zwischen dem Start -und Endbild befinden.

Ist die Berechnung abgeschlossen kann ich nun mit dem Vibrieren vorfahren. Ich gehe wieder zum Menüpunkt Video>Move Path und beginne mit Frame 31 (From Frame 31 To Frame 40). Ich wähle wieder den gesprayten Hintergrund und stelle alles so ein, wie ich es beim Bild 30 eingestellt habe. Nun werde ich nach und nach mehrere Wegpunkte einfügen. Nur das ich nicht die "Höhe" oder die Deckkraft verstelle, sondern den Bildmittelpunkt. Und zwar wird der Bildmittelpunkt mit Hilfe eines kleines roten Punktes in der Preview angezeigt werden (wenn das Bild trotz der getätigten Einstellungen leer seien sollte, könnte ihr unten auf den Button Aktualisieren klicken. Pro eingefügtem Wegpunkt klicke ich nun das Zentrum des Bildes mal ein wenig nach links, mal nach rechts (jeweils sollte ein neuer roter Punkt angezeigt werden). Alternativ kann man auch die X und Y Achsen manuell verstellen. Aber mehr wie 9 Wegpunkte kann ich nicht einfügen, da ich ja auch nur 9 Frames gewählt habe. Nach dem Klick auf OK wird wieder berechnet.

Nun kommt der erste Buchstabe. Ihn lasse ich innerhalb der nächsten 5 Frames auf das Bild herunter fallen. Ich verwende die gleichen Einstellungen wie beim Hintergrund.

Nun kommt eine Änderung! Da ich immer nur ein Bild als Quelle wählen kann, muss ich nun in der noch geöffneten LogoDatei das erste A mit dem blauen Hintergrund "nach unten Vereinen". In der Quelle (Source Layer) kann man nun sehen, das sich der blaue Hintergrund verändert hat, und das erste A fehlt. Ich wähle nun den geänderten Hintergrund (mit dem A) und lasse diesen 5 Frames lang vibrieren. Genauso mache ich es mit den folgenden z Buchstaben. Ich lasse sie herunter fallen, vereine sie in der Quelle und lasse sie dann vibrieren. Wenn ich damit fertig bin, habe ich nur noch eine weißen Hintergrund und einen blauen Vordergrund.

Ich lasse in den letzten 10 Frames das Bild wieder "verschwinden" indem ich (quasi umgekehrt zum ersten "Erscheinen") den Bildinhalt über zwei Wegpunkte "aus dem Bild" rechnen lasse. Ich lasse beginnend bei einer Größe von 100% und einer Deckkraft von 100% das Bild zum zweiten Punkt zu einer Größe von 1000% und 0% Deckkraft berechnen. Mit dem Klick auf OK sind alle Frames berechnet.

Abschließend lasse ich alle Frames wieder zu einem Bild (über Video>all Frames to Image) zusammen setzten. Danach kann ich (wie beim ToastBrot) die Animation erzeugen. Mit Filter>Animation>Animation abspielen kann ich die soeben erstelle Animation abspielen. Bin ich zufrieden, kann ich das Projekt als GIF speichern und in WebProjekten verwenden.

Dies ist eine kurze Kurzfassung - ich wollte ja hier kein Buch schreiben. Und ich habe wahrlich genug geschrieben. Sollte ich hier oder dort mißverständlich oder ungenau gewesen seien, greife ich dieses Thema (auf Anfrage) erneut auf und erkläre nochmal genauer. Aber ich denke, das ihr mit etwas Ausprobieren und Ausdauer an das gewünschte Ziel kommen werdet. Ich wünsche euch viel Spaß mit diesem genialen AddOn


Kommentare
Klasse
Franz S. P, Sonntag, 03. Oktober 2010 20:33:10
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Das ist ja super einfach... habe ich nun getestet.
Mir ist aufgefallen, das das Ergebnis von Frank ein wenig optimiert werden kann. So kann man durch zB. Weglassen einiger Teile und anderer Tricks die Größe der Grafik deutlich verringern und somit Traffic und Ladezeiten reduzieren, ohne das ein Unterschied auffallen würde.

Trotzdem ein großes Danke für diesen Beitrag!
Franz


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Na danke...
sebastian11111 (unangemeldet), Mittwoch, 22. September 2010 12:43:21
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Nicht dass Du mit diesem Tutorial die guten alten 90er-Jahre-überall-alles-voller-GIF-Blink-Bilder-Seiten wieder beschwörst :D Der andere Kommentar hier macht mir ja schon Sorgen ;-)


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Re: Na danke...
Theodora Pape, Freitag, 24. September 2010 12:16:49
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Das man bewegte Gifs mit GIMP machen bzw. verändern kann ist doch klasse.

Nachdem ich den Beitrag gelesen habe, wollte ich das auch sofort ausprobieren. Die Installation des PlugIns ist problemlos verlaufen. Die zusätzlichen Funktionen sind .... enorm (und leider noch unübersichtlich für mich), aber es macht Spaß solche Animationen zu machen.
Ich bin natürlich auch für Animationen, die nicht so hektisch und schrill daher kommen, aber ich wünsche mir schon lange ein Gif, mit einer bewegten Wasserfläche in dem sich mein Logo spiegelt.

Das kann ich nun machen.

Danke Frank für die schöne Idee.

T.P.


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Re: Na danke...
Frank Schmiedel (unangemeldet), Montag, 27. September 2010 15:53:12
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Nein - ich denke, das ich den GIF-Trip auf dem ich momentan wandele bald wieder verlassen werde. Es macht halt Spaß, mal alles aus zu probieren und sich aus zu toben.

OK - ich muss gestehen, das ich bei der farblichen Gestaltung dieses GIF´s nicht sonderlich nachgedacht habe, sondern spontan und aus dem Bauch heraus losgelegt habe.

Vielen Dank für deinen netten Kommentar!


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Mit Plug-In's den PS ausstechen
Thomas Papst, Dienstag, 21. September 2010 09:52:20
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Hallo Frank,

ich bin begeistert und immer mehr von GIMP und den Plug-Ins!
Danke für diesen Beitrag.
Ich werde mir die Tools dazu laden und mich auch mal an so was für mein Forum versuchen.

Danke


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Re: Mit Plug-In's den PS ausstechen
Teresa Franke, Freitag, 24. September 2010 19:11:27
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Super ... so einfach, aber es macht mir doch noch fiel Arbeit und ich muss ständig überlegen. Vermutlich habe ich dabei den Überblick verloren.
Ich danke trotzdem für den super Beitrag. GIMP wird immer interessanter für mich (- und PS immer uninteressanter).

Gruß


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Infos zum Autor

Frank Schmiedel

Frank Schmiedel

Berufsbedingt bin ich zu einem Linuxer geworden (und nutze RedHeat5 seit 3 Jahren - privat gebe ich UBUNTU den vorzug, und betreibe neben Ubuntu noch ein Laptop mit Windows7). Ich bin ein Freund und Fan der Open-Sorce-Gemeinde und freue mich, das (kostenfrei und legale) Programme wie GIMP, Blender, Firefox oder Thunderbird derart erfolgreich sind.

Ich habe den Weg in die Linux-Community über das Sommerspecial 2010 gefunden, und freue mich, das ich einer der auserwählten User seien darf, der die Chance bekommt, ein professionelles Arbeiten mit GIMP lernen darf.

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