Linux from Outer Space

Linux from Outer Space

Glendix ist die etwas andere Linux-Distribution: Statt mit den GNU-Werkzeugen paart es den Linux-Kernel mit den Userspace-Tools von Bell Labs legendären OS-Flop “Plan 9”.

Als Science-Fiction-Fan habe ich eine besondere Schwäche für Trash-SciFi-Movies aus den fünfziger und sechziger Jahren – etwa The day the Earth stood still, This Island Earth, Forbidden Planet oder auch Plan 9 from Outer Space. Als Kreuzung zwischen Science Fiction, Vampir- und Zombie-Streifen ist letzterer ein besonderes Schmankerl, Plot: Aliens versuchen seit geraumer Zeit, die Erde zu erobern; nach “Plan 9” landen nun zwei Alien-Krieger auf einem Friedhof und beleben dort Tote mittels “Elektrodenstrahlen” wieder, um mithilfe dieser Zombies die Menschheit zu vernichten.

So sieht ein Plan-9-Bildschirm aus, Glendix dürfte ähnlich ausfallen.

So sieht ein Plan-9-Bildschirm aus, Glendix dürfte ähnlich ausfallen.

War es weise Voraussicht der Entwickler bei Bell Labs, ihren in den späten achtziger Jahren geplanten und entwickelten Unix-Nachfolger Plan 9 nach dem schlechtesten Film aller Zeiten zu benennen? Eine weitere Verbreitung erfuhr das System nie, es lebt aber noch – so irgendwie, jedenfalls. Einen spannenden Aspekt hat es auf jeden Fall: In Plan 9 ist alles, aber auch tatsächlich alles, eine Datei – sogar die Fenster der grafischen Oberfläche werden von Files im Dateisystem repräsentiert. Demgemäß lässt sich auch jede Ressource im Betriebssystem über das selbe Protokoll 9P ansprechen.

Jetzt ist jemand im Rahmen seiner Diplomarbeit auf die Idee verfallen, man könnte ja mal die üblicherweise mit Linux gebündelten GNU-Werkzeuge beiseite lassen und stattdessen mithilfe des Linux-Kernels die untoten Userspace-Tools von Plan 9 wieder zum Leben erwecken. Das Resultat heißt Glendix und ist derzeit noch nicht als ISO verfügbar, die Quellen kann man sich aber schon mal ansehen. Ich kann es kaum noch erwarten, bis dort die erste Glendix-Prerelease zum Download auftaucht. Endlich statt dem X-ten Ubuntu-Aufguss mal eine ganz andere Distribution – und ob das nun “GNU/Linux” oder nur “Linux” heißt, darüber braucht man auch nicht mehr zu streiten …

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Stevie Lancaster
14 Jahre her

Das System nennt sich Plan 9 from Bell Labs. Dies nur als Richtigstellung.

Wer sich naehere Informationen zum genannten OS ansehen moechte, kann das gerne hier tun:

http://doc.cat-v.org/plan_9/

oder auf meiner eigenen kleinen Site: http://kamalatta.dyndns.org.

Viele Gruesse von einem, dessen Server seit 2008 mit Plan 9 from Bell Labs seinen Dienst verrichtet (httpd, gopherd, smtp, cpu, auth, 9fs).

stevie77de

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