Wissen Sie, was ein Leecher ist? So nennt man – in Anlehnung an die englische Bezeichnung für Blutegel – unter anderem Firmen, die sich zwar gern mithilfe von Open Source bereichern, aber nichts an die Community zurückgeben.
Dass der EeePC-Bauer Asus wohl in diese Kategorie gehört, ließ sich schon im Herbst letzten Jahres ahnen, jetzt ist es gewiss: EeePC – it’s better with Windows heißt eine Kampagne, die der taiwanesische Netbook-Hersteller gerade zusammen mit Microsoft fährt. “Mit Windows gehen Sie schnell und einfach online und arbeiten mit Ihren Geräten und Diensten – ohne sich mit einer ungewohnten Umgebung oder enormen Kompatibilitätsproblemen herumschlagen zu müssen”, erfahren wir da. Ach was? Um die eigenen Produkte millionenfach in den Markt zu drücken und raketenartig unter die Top Five der PC-Hersteller zu klettern, war die “ungewohnte Umgebung mit enormen Kompatibilitätsproblemen” dann aber schon gut genug? Und für die zahlende Kundschaft hat sie offenbar auch genügt?
Dass Asus die volle Kontrolle über die Kompatibilität hatte, weil es die Hardware selbst herstellt und es sich bei der Software um Open Source handelt, lassen wir mal geflissentlich außen vor – was offeriert Asus denn als “bessere” Alternative? Windows XP, ein acht Jahre altes Betriebssystem, das eigentlich schon abgekündigt sein sollte, von Microsoft aber notdürftig am Leben erhalten wird, weil der Nachfolger Vista floppt. Eine Brutstätte für Viren und Würmer, die man nur ohne Netzwerkanschluss installieren kann, weil ansonsten der PC schon beim Einrichten infiziert wird. Aber mit Windows XP braucht man sich die Schadsoftware nicht einmal selbst zu holen, da kommt sie schon werksseitig vorinstalliert auf dem Netbook ins Haus.
Selbst den Machern der It’s-better-Kampagne scheinen diese Widersprüche aufgefallen zu sein – oder es handelt sich um guerillamäßig operierende heimliche Linux-Fans: Nimmt man Asus’ Werbespots für Windows-EeePCs für bare Münze, eignen sich solche Geräte offenbar hauptsächlich:
- für kichernde Teenies, die zu blöde sind, Badeklamotten und eine Decke mit an den Strand zu nehmen, und für Minderjährige, die sich gern von ihren Eltern vorschreiben lassen, welche Websites sie besuchen dürfen,
- für deren etwas beschränkte Väter, die keinen Kaffee trinken können, ohne sich vollzukleckern, und
- für die dazugehörigen aufgestylten Ehefrauen, die den ganzen Tag süßlich lächelnd auf den Bildschirm starren, aber mit den lackierten Fingernägelchen kaum jemals eine Taste betätigen.
Die Szenarien der Spots wirken derart skurril, dass viele Betrachter erst vermuteten, bei It’s better with Windows handele es sich um einen Hoax. Doch Asus verlinkt die Kampagnen-Website direkt, das Ganze ist also durchaus ernst gemeint. Da fällt mir nur noch eines ein: Linux – it’s better without Asus.







man denke da nur ganz aktuell an den fantastischen MS Songsmith-Werbespot *), der in alter MS-Tradition ein amerikanisches Spot-Konzept verfolgt, das schon in den 50ern langsam altbacken wurde: Zeige “normale Menschen”, die zuerst Skepsis an den Tag legen um dann mit deinem Produkt große persönliche Erfolge zu feiern, unterwegs nimm noch ein paar hippe Zielgruppen mit und bau noch ein paar Experten ein (Musiker), die dem Produkt ihren Segen geben. Und alles bitte mit grausam glücklichen Menschen, die wie auf Drogen sind und am besten noch singen und tanzen. Please shoot me…
*) http://www.youtube.com/watch?v=3oGFogwcx-E
Die altbackenen globigen Asus EeePC der 1. Generation scheinen mit XP SP4 höhere Bildschirmauflösungen zu besitzen. Das eingeblendete Windows scheint vom Platz auf der Oberfläche jetzt erträgliche 1280×800 Pixel zu bieten. Es gibt natürlich auch die Chance das Microsoft zu feige war das “wahre” XP auf einem EeePC zu zeigen. Zu klein, zu langsam, zu unhandlich, zu unbrauchbar. Ein kleines Indiz wären die direkten Kamera Einstellungen in Clip Nr.3. Hier sieht man den MSN Messenger mit plötzlich ruckelnden Bilder und kaum Platz um noch Text lesen zu können. Gott sie dank sehen so etwas nur kritische Augen. Das Asus Display… Mehr »
Da sich die Hardware durch ein Software-Update nicht ändert, handelt es sich nur um einen kleinen Trick: Die höhere Auflösung wird durch Interpolation erreicht. Das funktioniert auch unter Linux. Allerdings wird das Display dabei unscharf, deshalb bleibt man am besten bei der nativen Auflösung…
Nett gemeinte Hilfestellung, aber mein Post war mit Tags versehen. Microsoft zeigt in diesen Spots ein Windows XP das auf einer Highend Workstation mit Hochauflösung (XGA) läuft. Damit verschleiern Sie den wirklichen (unerträglichen) Stand der XP-Netbooks. Da ich im PC Handel arbeite, weis ich von was ich spreche. Ich konnte XP schon auf einem 9″ ASUS Display testen. Es fühlt sich an als würde man einen Blauwal in einem Goldfischglas halten wollen. Für mich ist dieser Umstand das eigentliche Trauerspiel an den Spots. Sie bewerben ein Produkt, das sie sich gar nicht richtig zeigen trauen. Es wäre wohl nicht so… Mehr »
Faule Tricks, Lügen und Budenzauber, nach Kauf wird weder Asus noch Microsoft dafür gerade stehen.
Werft mal einen Blick durchs Netz, von Seiten Microsoft kommt immer neuer Fud. Netbooks sind schlecht weil sie keine Highend Grafik haben. Netbooks sind schlecht weil sie keine Quadcore Power haben. Netbooks sind schlecht weil sie keine QXGA Auflösungen haben.
Vielleicht ist einfach nur Microsoft schlecht weil sie das olle aufgeblasene lahme XP aufgefahren haben. Mit Win98 oder Windows Mobile hätte das besser ausgesehen.
Vermutlich könnte das indirekt etwas mit der Preispolitik eines großen SW-Unternehmens zu tun haben. Stell Dir vor Du hast eine große Firma, die Notebooks herstellt. Über neunzig Prozent würden dieses mit Betriebssystem A kaufen. Wenn Du aber ein anderes Betriebssytem B zu sehr unterstützt, dann gibt Dir die Firma A des Betriebsystems A Dir natürlich einen schlechteren Preis, als allen Deinen Konkurrenten. Was meinst Du, wie schnell Du da einlenken würdest. ;o) ;o) Und natürlich kriegst Du das nicht schriftlich, sondern wird Dir nur mündlich durch die Blume dieses von A gesagt. Somit keine hast Du natürlich keine juristisch verwertbare… Mehr »
Das ist eine andere Politik, stell dir vor Unternehmen A füllt die Kaffeekassen im Handel wenn die Netbooks mit Betriebssystem B da nicht mehr stehen. Gesagt, getan, nun werden die Verkäufer gedrillt zu behaupten das es nur A gäbe und man B garnicht kennt. So erlebt in 2 Elektronikmärkten zur Jahreswende.
Warum schreitet da eigentlich kein Wettbewerbshüter ein?