Wer frei sein will, lernt sein Leben lang

9. Akademie 2012 SCHNITTSTELLEN /// INTERFACES
9. Akademie 2012 SCHNITTSTELLEN /// INTERFACES
08.04.2012 13:54
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Zum zweiten Mal war die FSFE mit einem als Workshop angekündigten Event auf der Linken Medien Akademie mit dabei. Die Linke Medieanakademie e.V. (LiMA) entwickelte sich aus Kursangeboten für Zeitungsprojekte der Linkspartei und ihres Umfeldes. In mehreren Bundesländern werden regelmäßig Kurse für Medienkompetenz, Journalistische Projekte sowie PR- und Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam mit Partnern wie der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Bremer Rosa-Luxemburg-Initiative, dem Verein Helle Panke zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur aus Berlin, den kommunalpolitischen Foren in Berlin und Nordrhein-Westfalen angeboten. Die in Berlin stattfindende LiMA ist zwar die größte Veranstaltung dieser Art, es gibt aber noch weitere, regionale LiMAs im ganzen Bundesgebiet. Auf diesen kleinen LiMAs fanden bis dato noch keine FSFE Veranstaltungen statt. Im letzten Jahr war der Vortrag der FSFE leider in Konkurrenz zu einem „Promi-Event“ und sehr kurzfristig anberaumt. Deswegen kamen damals nur sehr wenige Menschen zum Zuhören. In diesem Jahr war der Workshop schon am ersten Tag und recht früh angesetzt. Also fast ausgebucht.

LiMA sagt Danke

FSFE tut Not!

Freiheit lässt sich sehr schlecht bewerben. Und da wo mit „Freiheit“ geworben werden muss, ist meistens ganz was anderes drin. Das beste Beispiel dafür ist die M$-Office Suite in der Version 2010. Schon bei der Ankunft an der U-Bahnstation Hardenbergplatz begrüßte mich solche M$ Office Werbung an der U-Bahn. Die Treppe, zum Aufgang Richtung Uni, ist zwischen den Stufen mit M$ Office 2010 Werbung voll gepflastert. Und kaum kommt man ins Hauptgebäude der Uni, grinst einen auch schon die Apple „Fahne“ an. WTF!. Und neben den üblichen Büchertischen, Bio-Laden Angeboten und ähnlichem gibt es auch einen Werbestand des „M$ - Campus Teams“. Es gibt auch von diesen beiden Firmen jede Menge „Give Aways“ und „Geschenke“. Genau wie bei einem Drogendealer ist der 1. Schuss zum Anfixen immer Gratis. Unter Betriebswirten nennt man das vornehm: „Vendor Login“. Auf der dazu gehörenden Webseite kann man sich auch die „Tagessätze“ für Studenten anschauen. Ich finde es bemerkenswert, dass M$ das Prinzip „Bildung (nur) gegen Geld“ auch hier ganz bewusst versucht zu zementieren. Viel „wert“ ist der Campus- „Experte“ der „Firma“ M$ aber dann doch nicht.

Aber zurück zur LiMA und dem angekündigten Workshop der FSFE: „Free your Data - Install Open Source“ Untertitel: „Woher kommt unsere Software und wer kontrolliert sie?“

Ja, das ist etwas weit ausholend. Und da es auch um die Installation von Freier Software gehen sollte, teilte ich mir die zwei, zur Verfügung stehenden Stunden, auf. In einem 30 minütigen Vortrag mit dem Thema: „Wem gehört unsere Software?“ und einem anderthalb Stunden langen Install-Workshop. Der Vortrag kann als PDF hier eingesehen werden. Zum praktischen Teil nahm ich einfach einen kleinen Querschnitt an LINUX Distributionen mit. Diese konnten wir dann direkt im Workshop installieren. Wichtig war mir dabei das Desktop. Gnome, KDE und LXDE wurden von mir stellvertretend für alle GUIs promotet.

Aber weiter als bis zum Einlegen der LiveCD/DVD sind wir dann doch nicht mehr gekommen. Aber der Reihe nach: Als ich den Seminarraum im Mathe Gebäude betrat, fühlte ich mich in die achtziger Jahre zurück versetzt. Nicht nur das Mobiliar zeugte von vielen Jahren „Bildungs-Sparen“. Es gab genau eine! Steckdose im Raum. Kein WLAN/Internet. Oder gar so was wie ein Campus Netz, leider Fehlanzeige. Aber in einer der Ecke einen alten, riesiger Metallschrank mit 'zig seriellen (Schnittstellen) Anschlüssen. Mhm, ob hier mal Terminals herum gestanden haben? Aber so ganz ohne Strom?! Naja, heutzutage gibt es ja „zur Not“ auch UMTS und Mobile PC. Und einige Teilnehmer brachten ein Laptop zum Ausprobieren mit. Tablets habe ich zum Glück keine gesehen. Aber hin und wieder ein Smartphon. Günstige Gelegenheit um auf unsere neueste Aktion hin zu weisen.

Done...

Der Vortrag handelte im Großen und Ganzen vom Basar vs. Kathedrale (Entwicklung) Modell und von dem Unterschied zwischen freier Software und proprietärer Software sowie von der Problematik der softwaretechnischen Patente. In der Frage-und Antwortrunde wurde auch mehrfach nach ACTA gefragt. Ganz aktuell eben.

Ich habe die Distributionen, die ich verteilen wollte, zum Glück auf einer externen Festplatte mit gehabt. Und ein mobiler Brenner inklusive leeren CD/DVD gehört bei solchen Veranstaltungen bei mir zur Grundausstattung. Ich verteilte also live-CD/DVD und unterhielt mich weiter in lockerer Atmosphäre zu mehreren Themen wie: Migration von Daten, Datensicherheit und „das Hacken“. Gerade bei Journalisten betone ich immer wieder gerne den Unterschied zwischen „Hackern“ und „Crackern“. Die „Corporate media Machine“ wirft das ja immer noch gerne in einen Topf. Das erstaunlichste für mich war, dass ich einen Vortrag/Workshop gab, in dem sich Menschen noch richtig analog mit einem Stift und Blog Notizen machten! ;) Alles in allem waren es aber sehr interessierte Menschen mit vielen interessanten Nachfragen, deswegen hier nochmal ein kräftiges

Danke für die Aufmerksamkeit und das kreative Feedback.!!

Fazit

Die LiMA wird maßgeblich von der Rosa Luxemburg Stiftung mitfinanziert. Die RLS bekommt auch ein Feedback durch die Teilnehmer. Denn wir Dozenten verteilen Beurteilungsformulare für den Vortrag oder Workshop. Ich finde das sehr positiv, auch mal mitzukommen was die Teilnehmer so empfunden und welche Meinung sie haben. Ich habe mir meine Beurteilungen natürlich angeschaut. ;) Ich bekam für meinen Auftritt eine „gute 2“. Ja, ich hätte das Ganze mehr noch mehr auf Journalisten zuschneiden müssen. Das Resümee, bei dem gefragt wurde ob der Vortrag/Workshop etwas für die Zukunft bringt, wurde deswegen wohl auch nur mit 2, im Durchschnitt, beurteilt. „Mission erfüllt“ würde ich da mal ganz keck meinen.

Ich gehe davon aus, dass wir, die FSFE auch im nächsten Jahr wieder dabei sein dürfen. Also die Gelegenheit um „es noch besser zu machen“. Und vielleicht bekommen wir auch auf Grund der hohen Nachfrage in diesem Jahr, im nächsten mehr Platz eingeräumt wird.


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Infos zum Autor

Michael a/k/a majestyx

Michael (Majestyx) Kappes

Inhaber einer kleinen IT Firma, arbeitet seit über 10 Jahren mit Freier Software.
(http://glx-consult.com)

Aktives Mitglied der FSFE Berlin (Fellow)
(http://blogs.fsfe.org/majestyx/)

Die meisten Wege legt er zu Fuß, per Rad oder Öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Sein Interesse gilt ins besonders der gegenseitigen Beeinflussung von Sozialen und gesellschaftspolitischen Bereichen auf und von Freier Software.

Zum Blog von Michael (Majestyx) Kappes →