Vom Cyberwar, Trojanern im Allgemeinen und STUXNET im Besonderen.

NSA
NSA
04.10.2010 21:44

Eine kleines Update zu den laufenden Fnords.

Also noch mal ganz von vorn. Der STUXNET Virus befällt nur bestimmte Industrieanlagen. Er greift sie auch nicht direkt an. Nur auf Windows© PC die Zugang zu diesen Industrieanlagen haben, wird ein Trojaner aktiv der die Industrieanlage mittels STUXNET angreift. WOW, gute Arbeit. Das muss man schon so sagen. Viele Experten sind sich einig, dass da „Insider“ Wissen notwendig ist. Ich wundere mich nur, dass STUXNET dann nicht funktioniert hat? Der ganzer Aufwand, Zeit und Geld... alles umsonst?

Nicht erst seit gestern, aber in letzter Zeit verstärkt durch die USA und Großbritannien wird das Thema Cyberwar wieder heftig und öffentlich diskutiert. Nationale Strategien gegen den „Cyberwar“ werden entworfen, wieder Zeit und Geld investiert. Dabei ist dieser Begriff sehr umstritten. Politische Stichwortgeber sind hier, die keiner demokratischen Kontrolle unterworfenen „Geheimdienste“ und das Millitär. Und dann kommt da noch die Heise Nachricht am ersten des Monats herein: „Die NATO möchte gerne (1) den Cyberangriff als Bündnisfall haben“. Doll, so steckt Europa und die 1/“ mit drin, wenn es losgehen sollte. Aber was ist eigentlich ein „Cyberwar“?! Ist das ein wissenschaftlich definierter Begriff? Nein, im Gegenteil, dieser Begriff birgt massive Gefahren für unsere Gesellschaft. Bruce Schneier (2) machte auf diese Problematik bei einem Hearing aufmerksam. Der von und in den USA ausgerufene „War on Terror“ ist auch nur ein weiterer Fnord (3) wie der „War on Terror“ ist der „Cyberwar“ eine reine Erfindung um Angst zu streuen. Und der Cyberwar Begriff ist hier jetzt noch schwammiger formuliert, als das Terror Gedöhns. Denn, schon alleine die Tatsache, dass nur wenige (Netzwerk) Experten solch einen konzertierten „Angriff“ wirklich erkennen können, und dann den Angriff auch gar nicht stoppen könnten, entlarvt das Hirngespinnst „Cyberwar“. Wir erinnern uns kurz, das Internet wurde gebaut damit jedes (Daten) Paket auch nach einem Atomschlag seinen Bestimmungsort noch erreicht. Mal eben an einem Server „den Stecker“ ziehen, würde bei einem realen Cyberangriff auf einen oder mehrerer Server wenig nützen.

Genauso wie den „War on Terror“, der im wahrsten Sinne des Wortes ja nur von so etwas wie einem Staat oder ähnlichem ausgehen kann, wird der „Cyberwar“ zum astreinen Fnord hoch gepusht. Ich kann dann jederzeit „CYBERWAR“ über das hiesige Medienkonglomerat ventilieren und schon habe ich einen Grund die Innere Sicherheit „wieder“ herzustellen. Mit ganz realen Folgen für unsere Gesellschaften. (4)

Werksspionage oder gar die klassische Sabotage gab und gibt es immer wieder. Das Netz kann so etwas erleichtern, aber auch erschweren. Je nach Umgang mit dem Medium. Lassen Sie sich auch hier „nix vormachen“. Denken Sie einfach an die Abschaltung des Iranischen Internet (während der Massenproteste) zur Abschaltung aus „Wartungszwecken“. Ach und das nur am Rande: Die Telco Anlagen in Iran stellt auch überwiegend Siemens. (5)

Ahoi

Majestyx

LINKS

(1) http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bericht-Cyber-Attacken-sollen-NATO-Buendnisfall-werden-1099790.html

(2) http://www.schneier.com/blog/archives/2010/07/the_threat_of_c.html

(3) https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Fnord

(4) http://www.entartete-kunst.com/mind-the-gap-oder-london-hassen-lernen-in-7-tagen/

(5) http://events.ccc.de/congress/2009/Fahrplan/events/3706.en.html


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Infos zum Autor

Michael a/k/a majestyx

Michael (Majestyx) Kappes

Inhaber einer kleinen IT Firma, arbeitet seit über 10 Jahren mit Freier Software.
(http://glx-consult.com)

Aktives Mitglied der FSFE Berlin (Fellow)
(http://blogs.fsfe.org/majestyx/)

Die meisten Wege legt er zu Fuß, per Rad oder Öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Sein Interesse gilt ins besonders der gegenseitigen Beeinflussung von Sozialen und gesellschaftspolitischen Bereichen auf und von Freier Software.

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