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Pressemitteilung - [Technologie / Wirtschaft / Innovation]

Pressemitteilung - [Technologie / Wirtschaft / Innovation]

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Radiosender für Einsatz Offener Standards ausgezeichnet
FFII empfiehlt Google, Microsoft und Apple offene Videoformate für HTML5 zu
nutzen
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Berlin, 31. März 2010 - Am heutigen "Document Freedom Day" wurden die
Radiosender Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und das österreichische
Radio Orange für den Einsatz von Live-Streams im offenen Ogg Vorbis Format
ausgezeichnet.
In Berlin bekamen die Mitarbeiter vom Deutschlandradio eine Urkunde sowie eine
Torte mit dem Schriftzug "rOgg on!" überreicht. Die Auszeichnungen verlieh
der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII)
gemeinsam mit der Free Software Foundation Europe (FSFE).
Stephan Uhlmann vom FFII Vorstand bedankt sich für die Unterstützung des
offenen Audioformates Ogg Vorbis durch die ausgezeichneten Radiosender:
"Wenn Radiobeiträge in offenen Datenformaten verfügbar sind, haben die Hörer
mehr Freiheit bei der Wahl ihrer Abspielgeräte und Software."
"Offene Standards" sind von Patenten befreit, sodass jeder den Standard in
seiner Software umsetzen kann. Auflagen und Lizenzen sind unnötig. Werden
Datenaustauschformate dagegen durch Patente kontrolliert, bestimmt der
Patenthalter, wer den Standard benutzen darf. Die Verwendung steht nicht mehr
allen offen.
"Mit dem kommenden Web-Standard HTML5 wird es auch die Möglichkeit einer
direkten Videounterstützung im Browser geben. Aktuell werden die Weichen
gestellt, welche Formate sich durchsetzen werden. Ich hoffe sehr, dass hier
Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden.", so Uhlmann.
Oft werden für patentierte Formate erst dann Lizenzgebühren verlangt, wenn
jeder auf die Formate angewiesen ist. Erst als das Grafikformat GIF
verbreitet war, setzte Unisys 1994 seine Patente an GIF durch. Erst als MP3
als Audioformat populär war, begannen die Fraunhofer Gesellschaft und Thomson
1998 für das mit über einem Dutzend Patenten belegte Format Lizenzgebühren zu
verlangen. Freie quelloffene Implementierungen werden gezielt diskriminiert.
Den Ausweg aus dem "Lock-in", der Lizenzfalle, eröffnen offene Formate wie
Ogg Vorbis.
Der Videokompressionsstandard H.264 hat sich inzwischen weit verbreitet. Er
steckt in Handykameras und Smartphones ebenso, wie in Videoplattformen im
Internet. Das Format ist jedoch durch über 1000 Patente belegt, die von einem
Konsortium von rund 25 Rechtsinhabern verwaltet werden. Verschiedene
Unternehmen haben angekündigt, für die Videofunktion von HTML5 eben dieses
H.264 Format zu verwenden.
"Es liegt in der Hand der Browserhersteller und Inhalteanbieter, statt dessen
konsequent auf offene Videoformate zu setzen. Eine Verwendung von H.264
könnte zum Beispiel den beliebten Firefox Browser abhängen, da Freie Software
beim Patent-Monopoly nicht mitspielen kann.", so Uhlmann.
Der FFII lädt daher Google, Microsoft und Apple ein, in ihren Browsern Chrome,
Internet Explorer und Safari den Web-Standard HTML5 mit Videoformaten
basierend auf Offenen Standards implementieren. Insbesondere Google hat durch
seine populäre Videoplattform Youtube die Marktmacht, offene Videoformate zu
etablieren.
André Rebentisch vom FFII Vorstand ergänzt: "Das Internet basiert auf Offenen
Standards. Nur durch die patentfreie Verwendbarkeit ist es zu diesem
weltweiten und dynamischen Medium mit seiner unbändigen Innovationskraft
geworden. Es ist unsere gemeinsame Verpflichtung, dies zu erhalten."
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Links
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Ogg Vorbis Streams des Deutschlandradio:
http://www.dradio.de/wir/ogg
FFII's Offene Standard Definition und Webseite:
http://action.ffii.org/openstandards
Bilder von der Preisverleihung in Berlin werden ab ca. 17:30 Uhr hier
verfügbar sein:
http://www.ffii.de/wiki/DFD2010
Diese Pressemitteilung im Internet:
http://www.ffii.de/wiki/PmDFD100331De
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Über den DFD
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Der Document Freedom Day (DFD) ist ein weltweiter Aktionstag für Freie
Dokumtenformate und Offene Standards. Er findet seit 2008 jährlich am letzten
Mittwoch im März statt. In den vergangenen Jahren haben über 200 Teams von
Freiwilligen in über 60 Ländern anderen Menschen den Wert von Offenen
Dokumentenformaten und Offenen Standards vermittelt.

http://documentfreedom.org/

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Über den FFII
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Der FFII ist ein in mehreren europäischen Ländern eingetragene gemeinnütziger
Vereinigung, welche die Entwicklung öffentlicher Informationsgüter auf
Grundlage des Urheberrechts, freien Wettbewerbs und offener Standards
unterstützt. Über 1.000 Mitglieder, 3.500 Unternehmen und 100.000
Unterstützer haben den FFII beauftragt, ihre Interessen bezüglich
Eigentumsrechten im Bereich der Datenverarbeitung zu vertreten.
FFII Geschäftsstelle Berlin
Malmöer Str. 6
D-10439 Berlin
Telefon: +49-30-41722597
Fax Service: +49-721-509663769
Email: office (at) ffii.org

http://www.ffii.de/

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Infos zum Autor

Michael a/k/a majestyx

Michael (Majestyx) Kappes

Inhaber einer kleinen IT Firma, arbeitet seit über 10 Jahren mit Freier Software.
(http://glx-consult.com)

Aktives Mitglied der FSFE Berlin (Fellow)
(http://blogs.fsfe.org/majestyx/)

Die meisten Wege legt er zu Fuß, per Rad oder Öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Sein Interesse gilt ins besonders der gegenseitigen Beeinflussung von Sozialen und gesellschaftspolitischen Bereichen auf und von Freier Software.

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