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Creative Commons (CC)
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16.12.2010 13:39

Das neue Leistungsschutzrecht wäre auch das aus für Kostenfreies Zitieren !!

IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht.

Wenn der Igel seine Stachel zeigt. Wird das für solche Portalseiten wie die LC wahrscheinlich das aus sein. Während sich die Verleger der klassischen journalistischen Angebote für ein solches Recht einsetzen, fürchten viele Blogger und Netzexperten, dass ein solches Recht viele Freiheiten einschränken würde.

Die Platform iRights.info hat auch schon des öfteren darüber berichtet. Nun hat dasiRights.info-Redaktionsmitglied und Rechtsanwalt Till Kreutzer eine Kampagenplattform ins Leben gerufen. Titel:

IGEL – Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht.

Vielfältige Unterstützung erhät die Seite bereits. Redaktionell natürlich druch iRights.info-Redakteure, und beispielsweise J.Weitzmann, dem „Legal Project Lead“ für Creative Commons Deutschland.

Hier die Presseerklärung:

Seit über einem Jahr fordern deutsche Verlage vom Gesetzgeber, ein neues Leistungsschutzrecht für „Presseerzeugnisse“ einzuführen. Damit würden bislang vergütungsfreie Nutzungen journalistischer Inhalte im Internet zustimmungs- und kostenpflichtig, die Verlage erhielten so eine neue, staatlich sanktionierte Einnahmequelle. „Das Leistungsschutzrecht soll dazu dienen, den Presseverlagen per Gesetz ein neues Geschäftsmodell zu schaffen. Dafür ist ein ‚geistiges Eigentumsrecht’ weder geeignet noch bestimmt. Es führt unweigerlich zu massiven Eingriffen in die Interessen Dritter“, erklärt Till Kreutzer. „Auf der Plattform IGEL bündeln wir die Interessen all jener, die gegen gravierende Beschränkungen von Freiheitsrechten und eine gesetzliche ‚Quersubventionierung’ der Verlagsangebote auf Kosten aller eintreten.“¶ Mit der neuen Plattform soll auch das Informationsdefizit der deutschen Öffentlichkeit behoben werden, da deutsche Printmedien wenn überhaupt bislang nur einseitig über das Thema berichten. „Die selbsternannten Hüter des ‚Qualitätsjournalismus’ verletzen beim Thema Leistungsschutzrecht ihre eigenen journalistischen Grundsätze“, stellt Till Kreutzer fest. „Wichtige Nachrichten wie die gemeinsame Presseerklärung von 25 Wirtschaftsverbänden gegen ein Leistungsschutzrecht werden in weiten Teilen der deutschen Presse einfach tot geschwiegen.“ Die Plattform IGEL schafft hier Abhilfe und soll insgesamt dazu beitragen, dass auch die Politik die Gefahren eines Leistungsschutzrechtes endlich erkennt.

Mehr Informationen unter: http://leistungsschutzrecht.info/

Presseerklärung & mehr: http://irights.info/blog/arbeit2.0/


Kommentare
Das Zitatrecht bleibt doch unberührt
furanku (unangemeldet), Donnerstag, 16. Dezember 2010 14:40:52
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Man kann zum Leistungsschutzrecht stehen wie man will, aber es wird von den Kritikern oft Panik gemacht, etwas das man, wenn es z.B. von MS käme, sicherlich als üblen FUD bezeichnen würde.

Da ist von der Monopolisierung der Sprache oder dem Schutz einzelner Worte der Rede und ähnlicher Unsinn. Hier heißt es nun lapidar und ohne Beleg: "Das neue Leistungsschutzrecht wäre auch das aus für Kostenfreies Zitieren".

Das Zitierrecht (§ 51 UrgG) steht jedoch überhaupt nicht zur Debatte, und das Einbinden von Zitaten in *eigene* Werke ist durch alle mir bekannten Vorschläge eines Leistungsschutzrechts nicht berührt. Auch weiterhin sind Zitate, wenn sie "in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt" sind, in einem "selbständigen Sprachwerk" erlaubt.

Also aus einem fremden Artikel zu zitieren, würde wie bisher ist bei Nennung der Quelle erlaubt bleiben. Beim Leistungsschutzrecht geht es den Verlegern eher um Dinge wie News-Aggregatoren und ähnliches, die eben ohne wesentliche eigene Leistung einfach Texte, bzw. Ausschnitte einfach abgreifen und womöglich damit auch noch Geld verdienen.

Natürlich ist die Lage bei genauerer Betrachtung komplizierter und es finden sich von ganz verschiedenen Interessen getriebene Gruppierungen in der Diskussion: So will Google wohl eher alles für eigene finanzielle Zwecke verwenden dürfen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, denn Google lebt ja im wesentlichen von den Inhalten anderer, während die freien Journalisten wieder eigene Interessen haben.

Aber pauschale FUD-Behauptungen wie, daß das Zitieren verboten werden sollen, helfen in dieser Diskussion sicher *überhaupt* nicht, sonder gießen noch mehr Öl einer ohnehin schon aufgeheizten Diskussion.


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Re: Das Zitatrecht bleibt doch unberührt
unknown (unangemeldet), Donnerstag, 16. Dezember 2010 16:11:28
Ein/Ausklappen

> Das Zitierrecht (§ 51 UrgG) steht jedoch überhaupt nicht zur Debatte

Eben. Beim Lesen des Blog-Eintrags habe ich mich auch am Kopf gekratzt.

Zudem würden ja auch die Texte der Blogger geschützt, das heißt, es könnte niemand mehr Blogeinträge (kommerziell) ausnutzen.



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Infos zum Autor

Michael a/k/a majestyx

Michael (Majestyx) Kappes

Inhaber einer kleinen IT Firma, arbeitet seit über 10 Jahren mit Freier Software.
(http://glx-consult.com)

Aktives Mitglied der FSFE Berlin (Fellow)
(http://blogs.fsfe.org/majestyx/)

Die meisten Wege legt er zu Fuß, per Rad oder Öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Sein Interesse gilt ins besonders der gegenseitigen Beeinflussung von Sozialen und gesellschaftspolitischen Bereichen auf und von Freier Software.

Zum Blog von Michael (Majestyx) Kappes →