GNOME3 bändigt den Hirschen

G3 Release Logo
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27.04.2011 10:18

Ja, ein kleines bisschen Werbung muss auch mal sein. Nach verschiedenen Schätzungen sind weltweit über 600 Mio! PC und Server am Internet angeschlossen. Wenn man nur die Hälfte davon durch Stromspar- PC ersetzt die nur noch 50% des Stromes fressen. Könnte man damit ein paar AKWs überflüssig machen. ;)

Viele meiner Kunden nutzen den Hirsch als Desktop PC oder „Mini-Server“ für 1-5 Mitarbeiter. Und da auch mein Desktop PC rund um die Uhr läuft ist ein Stromspar- PC eine ökologische als auch eine ökonomische Entscheidung. Leider ist mein „Lieblings- Hardwarehersteller“ noch sehr Closed Source lastig. Das lässt sich aber sicher mit den richtigen Argumenten beeinflussen. Ich arbeite noch daran.

Mein letztes Kommerzielles Setup auf solch einer Maschine war ein UBUNTU Studio als 64bit Maschine. Das ist nun ein Komplettes Tonstudio im Westentaschenformat. Für die Video Bearbeitung sollte man ggf. eine andere Hardware Konfiguration in Betracht ziehen.

Ein kleiner Wermutstropfen

Der MiniPC besitzt nur noch einen DVI Ausgang (High-Definition Multimedia Interface (HDMI): 2560 x 1600 @ 60 Hz (WQXGA) Digital Visual Interface (DVI-I): 1920 x 1080 @ 60 Hz (WXGA) ). Für meine Tests mit Fedora15 (Alpha und Beta Version) hatte ich aber nur einen VGA Monitor zur Verfügung. Der Monitor wollte partout nicht erkannt werden und es gab noch keine möglichkeiten die Auflösung zu beeinflussen. Alle Screenshots sind also mit einer Standartauflösung von 1024x768 pxl gemacht. Schon bei der Installation merkt man die Hardware Performance deutlich, in gut 10 bis 12 Minuten war die Standard Installation durchgeführt und GNOME3 erscheint auf dem Desktop. Inklusive des Download der fehlenden Installdateien aus dem Netz.

Gnome3 Desktop

Mausschubserei

Es wurde ja schon viel über GNOME3 und die Benutzerführung geschrieben. Mein 1. Eindruck ist ein sehr durchdachtes Konzept. Ich habe mal in den 80ern mit einigen MS-DOS Kursen meinen Einstieg in die IT Welt vollzogen. Damals gab es noch keine Maus! Aber im laufe der Zeit bin auch ich immer fauler geworden. GNOME3 (ver)führt mich aber sanft dazu wieder mal mehr die Funktionstasten wie beispielsweise [Strg] oder die [Alt] Taste zu benutzen. Natürlich lassen sich die meisten Funktionen aber auch weiterhin über die Maus erreichen. Ich bin mal gespannt was die Benutzer von Closed Source Betriebssystemen sagen wenn Sie erst mal vor einem GNOME3 zu sitzen. ;)

Die Desktops von Gnome3

Nicht nur Fedora bringt mit der Version 15 eine menge neuer Features mit, auch GNOME3 unter FC15 hat eine menge neues mit an Bord. Dabei lassen sich aber auch alle alt gewohnten Features aus der letzten Version übernehmen. Somit kann ich die Befürchtung nicht teilen bei einem Versionssprung des GNOME vor einem komplett anderen Desktop zu sitzen. Schon während des CLT hatte ich den GNOME3 (Alpha) auf einem T60 Laptop installiert – nach kurzer Eingewöhnung und der nachinstallieren Aktuellen Version von LibreOffice per Hand – ein super Feeling!

GNOME3 will auch weiterhin die Kommunikation erleichtern. Stichwort „libnotify“ Einige kennen das ja schon von GNOME2, Konversationen per Instant Messenger werden nicht in einem eigenen Programmfenster angezeigt, sondern als Popup. Wenn eine neue Nachricht eintrifft, wird diese in der rechten unteren Ecke des Desktops eingeblendet - das aktuelle Fenster bleibt im Fokus. Soweit waren wir ja schon bei GNOME2, nun lässt sich aber auch noch die Antwort bequem über das Popup absenden. Oder die Rhytembox kann über das Popup gesteuert werden. Ein paar weiteren Neuerungen sind beispielsweise die Desktop-Hintergründe können nun auch via Flickr bezogen werden. Lustig, aber aber meiner Meinung nach auch ein Angriffspunkt. Das sogenannte Window-Tiling verbessert die Verwaltung mehrere Fenster, was sich in der Permance positiv bemerkbar macht. Neben dem überarbeiten Dateimanager wurde auch ganz allgemein die Performance des Systems optimiert.

System Settings - Gnome3

Mein T60, als auch die Grafikkarte des Testhirsches machten mit der Aktuellen Version immer wieder mal Probleme mit der Darstellung der neuen Schrift. Aber das soll bis zur Final behoben sein. Nach einer Neuanmeldung war das Schriftbild meistens wieder OK. Beta eben, da muss Mensch Toleranz zeigen und den Entwicklern helfen, beispielsweise durch einen Bugreport.

Nautilus unter Gnome3

Fazit

Ich habe natürlich auch einmal GNOME3 unter OpenSUSE angeschaut. Hier in der LC gibt es aber schon genug SuSE Profis, die das viel besser beschreiben können als ich. Fedora war lange Zeit als reines Entwickler System verschrien. Diesen Eindruck kann ich so vorbehaltlos nicht mehr teilen. Wer bereit ist auch mal eine Shell zu öffnen oder sich mit den Gegebenheiten seines Systems auseinander zu setzen bekommt ein Solides Stück Software auf die Platte die mehr als nur Alltags tauglich ist. Also bleibe ich beim Fedora/GNOME Schwerpunkt und werde bestimmt auch wieder eine Menge zum neuen Fedora Release berichten können. Bis bald also!

LC in Firefox4 unter Gnome3

Kommentare
Daumen hoch
fernando gonzales (unangemeldet), Montag, 09. Mai 2011 22:06:00
Ein/Ausklappen

Endlich mal keine Miesepetrigkeit a la: Mein Lieblingsknopf ist jetzt links, was soll ich nur tun...

Schön nach vorne geguckt!


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Infos zum Autor

Michael a/k/a majestyx

Michael (Majestyx) Kappes

Inhaber einer kleinen IT Firma, arbeitet seit über 10 Jahren mit Freier Software.
(http://glx-consult.com)

Aktives Mitglied der FSFE Berlin (Fellow)
(http://blogs.fsfe.org/majestyx/)

Die meisten Wege legt er zu Fuß, per Rad oder Öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Sein Interesse gilt ins besonders der gegenseitigen Beeinflussung von Sozialen und gesellschaftspolitischen Bereichen auf und von Freier Software.

Zum Blog von Michael (Majestyx) Kappes →