Wow, Amazon!

Quelle: chrisvick, flickr.com
Quelle: chrisvick, flickr.com
20.07.2009 16:48

Die wissen wie man sich beliebt macht: Amazon hat nachträglich, ohne Vorwarnung und gegen die eigenen Regeln verstoßend elektronisch gekaufte Bücher für den E-Book-Reader Kindle gelöscht. Die Kunden haben das elektronische Buch also rechtmäßig erworben, sind am nächsten Morgen aufgewacht und durften feststellen, dass Amazon sich seine Bücher zurückgeholt hat (und den Kunden zum Ausgleich das Geld zurück überwiesen hat, wie nett!). Die Begründung: Der Publisher der Bücher habe beschlossen, seine Bücher aus dem Kindle-Store zurückzuziehen - das komme gelegentlich vor.

Man muss Amazon dankbar sein: Nur durch solche idiotischen Aktionen erfahren die Endverbraucher überhaupt noch, dass sie längst nicht mehr am Ende des Verbrauchs stehen, da Firmen unbemerkt die Kontrolle über ihre Produkte behalten. Apropos Kontrolle: Blanke Ironie, dass die willkürliche Enteignung der Kindle-Besitzer an den staatlichen Machtapparat in George Orwells Roman 1984 erinnern, wo der Staat als Big Brother permanent in die Privatsphäre seiner Bürger eindringt. Denn just dieser Roman, 1984, wurde den Kindle-Besitzern entwendet (zusammen mit George Orwells Roman Animal Farm).

Möglicherweise (aber das ist natürlich Spekulation) wollte ja auch der Publisher der Bücher auch auf die zunehmende Überwachungstendenz in unserer Gesellschaft aufmerksam machen und zugleich einen Werbestunt für seine George-Orwell-Bücher hinlegen. Wenn es so einen Plan gab, hat der super funktioniert.


Kommentare
Diebstahl?
Meo (unangemeldet), Freitag, 24. Juli 2009 09:06:51
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In meinen augen ein klarer Diebstahl.

Man stelle sich die Situation in einem Realexistierenden Buchladen vor.

Man kommt mit seinem Buch (welches man gestern gekauft hat) in den Laden und der Verkäufer entreißt einem das Buch mit einer fadenscheinigen Begründung, nach der der Vertrieb nicht möchte das das Werk in dem Laden verkauft wird und gibt dir Stattdessen das Geld....

Ich finde, Amazon sollte nicht nur den Betrag zurückzahlen sondern auch noch eine Entschädigung. Denn so ein Verhalten Kunden gegenüber ist Unerhört.


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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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