Windows- vs. Linux-Apps

Mine, Fotolia.de
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02.02.2009 15:45

Manchmal stolpert man über eine Webseite, die eine Idee umsetzt, die man selbst schon einmal hatte. So etwa die russische Webseite http://www.linuxrsp.ru/win-lin-soft/table-german.html.

Sie ist sehr einfach gehalten und hätte sich wohl noch besser als Wiki realisieren lassen (die Macher planen zukünftig eine PHP-Variante). Sie listet in Tabellenform auf, welche Windows-Software Anwender gern verwenden und welche Linux-Alternativen es dafür gibt.

Soviel vorneweg: Die Liste kennt nicht für alle Programme Linux-Alternativen. Das mag daran liegen, dass in Wiki-verwöhnten Zeiten niemand mehr umständlich den Autor per Mail kontaktieren will oder dass die Macher schlicht keine Alternative kennen.

Interessant ist die Seite dennoch: Einmal erfahren Einsteiger so, ob ihre Lieblings-Windows-Software auch unter Linux läuft. Zum anderen können langjährige Linuxveteranen ihr eigenes Wissen über existierende Programme testen und selbst Alternativen vorschlagen, wo es sich anbietet.

Wer mitmachen will, kann eine E-Mail an winlintable at linuxrsp.ru schreiben, welche den Namen des Programms enthält und die dazugehörigen Betriebssysteme auflistet. Auch eine Webseite zur Alternative sollte nicht fehlen.


Kommentare
mit dem Umstieg auf andere Programme tun sich viele schwer
GoaSkin , Mittwoch, 04. Februar 2009 02:23:09
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Es gibt für jeden Anwendungsbereich etwas unter Linux. Ich denke, wenn man nach dem Zweck geht, braucht man nicht lange zu suchen. Zwei unterschiedliche Programme werden allerdings niemals gleich bedient. User, die damit Probleme haben, daß eine Schaltfläche anders aussieht, sich woanders befindet, ein Menü anders strukturiert ist haben manchmal schon keinen Spaß, wenn sie mit einem identischen Programm an einem anderen Rechner arbeiten müssen (solche Leute gibt es nicht wenige).

Wem es allerdings egal ist, wie ein Newsreader aussieht, der sucht auf seiner Distro nach Newsreader, probiert ein paar aus und hat seine Alternative gefunden.

Linux-Programme laufen meist auch unter Windows. Der größte Teil der Opensource-Anwendungen läuft auf fremden Betriebssystemen nativ. Mit Closed-Source-Programmen, die beim durchschnittlichen Windows-User die Masse ausmachen sieht es anders aus. Dank WINE lässt sich aber mittlerweile unter Linux das meiste nutzen. Darum sollte man Usern, die sich damit schwer tun, ein anderes Programm zu nutzen es ermöglichen, unter Linux mit ihren gewohnten Programmen weiter arbeiten zu können. Ein interessantes Projekt wäre die massenweise Paketierung bekannter Windows-Software-Titel als RPM- und DEB-Pakete für unterschiedliche Distributionen und die Generation spezieller Update-Repositories, in denen sich dann der Internet Explorer, Mirc und Co. bequem mit YaST oder APT installieren lassen. Dadurch hat ein User die Möglicheit, unter Linux erst einmal mit dem weiter zu arbeiten, was er gewohnt ist und die Möglichkeit, Schritt für Schritt auf native Alternativen umzusteigen.


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Re: mit dem Umstieg auf andere Programme tun sich viele schwer
Kristian Kißling, Mittwoch, 04. Februar 2009 13:15:55
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Das Aussehen der Programm ist ein Problem, die Bedienbarkeit und die Funktionalität ein anderes. Wenn bei den Ersatzprogramm bestimmte Funktionen fehlen, die dem User wichtig sind, ist es halt kein wirklicher Ersatz.

Wine ist gut, aber arbeitet nicht mit sehr komplexer Software zusammen und mitunter nur mit Fummelei. Und Windows-Software in RPMs oder Debs zu packen, ist sicher eine gute Idee, funktioniert aber nur, wenn die Software frei ist.

Aber mal ehrlich: Ich dachte ich benutze Linux, weil ich dann den Internet Explorer nicht mehr benutzen muss :) Zudem gibts für Webentwickler IEs4Linux: http://www.tatanka.com.br/ies4linux/page/Main_Page


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Re: mit dem Umstieg auf andere Programme tun sich viele schwer
GoaSkin , Mittwoch, 04. Februar 2009 18:27:13
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Man kann Pakete basteln, die beim Erststart des Programmes nach einer Original-CD fragen, die .CAB-Dateien Extrahieren und auf die Platte speichern sowie Linux-optimierte Registry-Einträge schreiben. Nach diesem Prinzip arbeiten sogar manche Pakete der herkömmlichen Distributionen (z.B. das SuSE-RPM zur Installation der Microsoft-Schriften).

Gut... der normale Windows-User arbeitet mit dem, was bei seiner Distribution dabei ist und kostenlosen Programmen.

Was weiter bei Linux-Migrationen hilft sind Tools, die sämtliche Windows-Benutzer-Daten einschließlich der dort verwendeten Programme sorgfältig analysieren, um ein vergleichbar konfiguriertes System unter Linux nachzubilden. Diese sind sogar in der Lage, sämtliche Outlook-Benutzerkonten samt Mailordner und Adressbüchern in einen Linux-Mail-Client einzupflegen. Derartige Tools gibt es verschiedene, die aber leider kaum wahrgenommen werden.


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Re: mit dem Umstieg auf andere Programme tun sich viele schwer
Kristian Kißling, Donnerstag, 05. Februar 2009 16:18:12
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> Derartige Tools gibt es verschiedene, die aber leider > kaum wahrgenommen werden.

Das würde mich interessieren, welche kennst Du da?
Ich weiß, dass Ubuntu 9.04 zumindest vorschlägt, die "Eigenen Dateien" zu migrieren, wenn es noch ein Windows auf der Platte findet.

> Man kann Pakete basteln...

Ich find es wichtig, dass man es Umsteigern so einfach wie möglich macht. Aber wenn dann unter Linux quasi ein Windows läuft, damit der Umsteiger sich ja nicht umgewöhnen muss, ist es wohl zuviel des Guten :) Da find ich Sachen wie Opensuses One-Click-Install sehr viel überzeugender und benutzerfreundlicher.


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Re: mit dem Umstieg auf andere Programme tun sich viele schwer
Mirko Albrecht, Donnerstag, 12. Februar 2009 23:59:24
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Leider reicht es nicht aus, dass es "etwas" unter Linux gibt. Viele Programme (vorallem Software für spezielle Berufsgruppen) gibt es entweder gar nicht unter Linux oder nur in sehr rudimentärer Form.

Völlig durchgesetzt haben sich bisher lediglich Alltagsprogramme. Im Bereich Netzwerk/Programmieren hat sich Linux noch nie schwer getan.

Aber zu behaupten, dass es für ALLES Alternativen unter Linux gibt und die Schuld nur bei der Herangehensweise der Nutzer liegt, halte ich für nicht richtig.




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Gut, aber...
Martin (unangemeldet), Montag, 02. Februar 2009 17:24:23
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So eine Liste ist natürlich erstmal eine gute Idee, allerdings finde ich diese Liste doch sehr veraltet...
Wenn z.B. nicht mal Thunderbird als Email-Client aufgeführt ist oder aMule als (verbesserter) eMule-Ersatz, wird die Liste vielen Neu-Anwendern nicht helfen...
Auch die Reihenfolge scheint etwas zufällig zu sein - warum kommt Firefox erst nach Netscape/Galeon/Konqueror/Opera?

Vielleicht sollte man das wirklich mal als Wiki realisieren. Außerdem könnte man vielleicht noch ein paar Wörter zu manchen Programmen schreiben, z.B. "besonderer Tipp" oder "Anfängergeeignet".

Etwas aufbereitet wäre das sicher eine tolle Sache!


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Re: Gut, aber...
Kristian Kißling, Montag, 02. Februar 2009 17:51:56
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Die Liste selbst ist von 2003, der letzte Eintrag stammt von 2008. Vielleicht kann man ja einfach eine Wikipedia-Seite anlegen unter "Kompatibilität von Windows- und Linux-Software" oder so ähnlich...


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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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