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Second Life für Arme

Second Life für Arme

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Wer in Second Life ohne Kapital ankommt, muss sich die Kohle (virtuelle Linden Dollars) erst hart verdienen. Denn die Bewohner müssen für ihre virtuellen Grundstücke mit echtem Geld bezahlen.

Das muss nicht sein. Mit OpenSimulator (kurz OpenSim) baut man sich einfach seine eigene Second Life Welt, verschiebt diese auf einen Server und die Freunde können einen dann mit ihren Second Life Clients besuchen.

Und das beste: Die Miete in OpenSim kostet keinen virtuellen Dollar. Kosten fallen höchstens eventuell an, wenn zu viele Besucher zu viel Traffic auf dem gemieteten Root-Server erzeugen.

Zudem kann man sich auch einem freien Grid anschließen und so eine vorhandene virtuelle Welt erweitern um die eigene Insel erweitern. Es gibt freie Terrains, die sich in die OpenSim-Welt importieren lassen und vorgefertigte Avatare findet man auch im Netz.

Mit einem Login und Passwort von OSGrid betritt man zudem bereits existierende autonome 3D-Welten mit Hilfe des freien und quelloffenen Second Life Clients.

In einem kleinen Test konnten wir OpenSim ohne weiteres unter einem Ubuntu 9.04 zum Laufen bringen. Die Konfiguration ist auch nicht sehr schwer, und ein User konnte sich über das LAN in die virtuelle Welt einklinken.

Viel zu sehen gibts anfangs aber nicht: Statt eines Avatars erscheinen nur flirrende weiße Punkte und die Welt besteht aus einer einzigen Insel. Doch OpenSim ist erweiterbar und niemand ist eine Insel: Avatare und Gebäude lassen sich per Skripting oder über den eingebauten Editor erschaffen. Per Terraforming und mit Hilfe der virtuellen Bausteine (Prims) kann man die Online Welt so gestalten, wie man es mag. Vorhandene Second-Life-Avatare lassen sich in die virtuelle OpenSim-Welt exportiere, es bilden sich zur Zeit Schnittstellen zwischen den Welten.

Der Schritt zur Offenheit war sicher eine gute Idee von Linden Lab. Nachdem der Second-Life- Hype nun vorüber ist und die Mietpreise auf der virtuellen Insel steigen, könnten die Aussteiger und Zahlungsunwilligen dank der neuen Offenheit doch wieder Lust bekommen, ein kleines Paradies zu schaffen. Wenn also diesen Sommer die Reisekasse leer ist, bleibt immer noch der Trip auf die virtuelle Insel.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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