DRI mit Gimp

quick'n'dirty
quick'n'dirty
13.09.2010 00:01
DRI mit Gimp geht denn das?

Nun DRI steht für Dynamic Range Increase, was ungefähr soviel bedeutet wie mehrere unterschiedlich belichtete Bilder des selben Motivs zu einer Aufnahme zusammenzufügen um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Hierzu benötigt man idealerweise min. 3 Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung, je mehr Aufnahmen zur Verfügung stehen desto besser kann das Endergebnis werden.
Am einfachsten funktioniert des natürlich mit einer Kamera die die Möglichkeit bietet eine Belichtungsreihe aufzunehmen.

DRI gibt es in den Geschmacksrichtungen HDR (High Dynamic Range) sowie Exposure Blend.
Während HDR 16 Bit pro Farbkanal voraussetzt und dies mit der aktuellen Version von Gimp und den möglichen 8 Bit pro Farbkanal derzeit leider nicht möglich ist bleibt uns immer noch die zweite Methode.
Exposure Blending können wir mit Hilfe von Ebenen und Masken erreichen, mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung benötigen wir dennoch.

Und los gehts ...
unterbelichtet
normal belichtet
überbelichtet

Ausgehend von drei unterschiedlich belichteten Aufnahmen wollte ich auf kürzestem Wege zu einem vernünftigen Ergebnis kommen.

Nach dem Start von Gimp werden alle drei Bilder als Ebenen geöffnet, wobei das unterbelichtete Bild im Ebenenstapel ganz unten und das überbelichtete ganz oben im Stapel liegen sollte.
(Sollten die Aufnahmen nicht deckungsgleich sein blendet man die unterste Ebene aus, wählt die oberste und stellt den Ebenenmodus auf Unterschied. Nun kann man mit den Pfeiltasten die Ebenen nacheinander korrekt ausrichten.)

Allen Ebenen mit Ausnahme der Hintergrundebene wird nun ein Alphakanal, über Rechtsklick auf die Ebene, hinzugefügt da wir diesen noch eine Maske hinzufügen werden.
Nun wird die oberste Ebene ausgewählt und der hellste Bereich für die Auswahl gesucht. Am besten funktioniert dies mit Hilfe des Schwellwert-Dialoges über das Menü Farben.
Hier wird einfach der linke Slider soweit wie möglich nach links verschoben bis im Bild fast keine weißen Bereiche mehr zu sehen sind, der klägliche Rest spiegelt die hellsten Werte wider.

Auswahl der hellsten Bereiche

Die Position des entsprechenden Bereiches merkt man sich nun und schließt den Dialog ohne die Änderung anzuwenden.
Nun wählt man das Werkzeug "Nach Farbe auswählen", stellt den Radius auf einen Wert von 11 und den Wert für Schwelle auf 135. Abschließend kllckt man einmal in den hellsten Bereich den man sich zuvor gemerkt hat.
Mit aktiver Auswahl fügt man der aktuellen Ebene über Ebene -> Maske -> Ebenenmaske hinzufügen eine Maske hinzu und wählt im erscheinenden Dialog aus Auswahl und setzt ein Häkchen bei Maske invertieren.

Die oberste Ebene wird nun mit einem Klick auf das Augensymbol ausgeblendet und die mittlere Ebene mit dem korrekt belichteten Bild ausgewählt.
Nun wiederholt man die zuvor durchgeführten Schritte, hellste Bereiche mit Hilfe des Schwellwert-Dialoges suchen, mit dem "Nach Farbe auswählen" Werkzeug und einen Wert von 10 für Radius und 90 für Schwelle klickt man diesen an. Auch hier wird eine Ebenenmaske aus der Auswahl hinzugefügt, jedoch nicht invertiert.
Die ausgeblendete Ebene wird wieder eingeblendet, ausgewählt und über Ebene -> Neu aus Sichtbarem eine neue Ebene erstellt.

Zwischenergebnis nach Schärfen
Unscharf maskieren

Das Zwischenergebnis habe ich nun mit den o.g. Werten über Filter -> Verbessern -> Unscharf maskieren noch etwas nachgeschärft.

Die Ebene dupliziert und über Farben -> Komponenten -> Kanalmixer die Werte für die Kanäle geändert und das Ganze auf Monochrom gesetzt.

Kanalmixereinstellungen

Den Ebenenmodus abschließend auf Wert gesetzt und die Deckkraft auf 25% reduziert bin ich mit dem Ergebnis soweit zufrieden.

Endergebnis

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle noch bei Jürgen Wolf dessen Workshop aus dem umfassenden Gimp Handbuch mich hierzu inspiriert hat.

Bis zu nächsten Mal und frohes Schaffen ...


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It's me

Romas Kurtinaitis

Ich bin 44 Jahre alt, Vater von drei Kindern und lebe in Berlin.
Bezeichnen würde ich mich als eine Mischung aus Chaot und Perfektionist.
Aufgeschlossen für neue Ideen und mit der Bereitschaft mich in neue Themengebiete einzuarbeiten.

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