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Müll (Quelle: Wikipedia)
Müll (Quelle: Wikipedia)

der Software-Markt hat ein großes Müllproblem

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Die Einführung von App Stores, die es auf einfache Weise möglich machen sollen, nach kostenloser wie kostenpflichtiger Software zu recherchieren und diese auf dem System zu installieren, wurde in Zusammenhang mit dem iPhone und dem Mobile-Betriebssystem IOS populär. App Stores sind jedoch mittlerweile auf sehr vielen Systemen einschließlich diverser Linux-Distributionen Realität. Und sie haben diverse Krankheiten, von denen auch beispielsweise der in das Ubuntu Software Center integrierte App Store nicht verschont bleibt.

Egal welches System man sich anschaut, die App Stores sind derartig zugemüllt, dass es schwierig ist, unter dem ganzen Müll brauchbare Software bzw. überhaupt erst einmal richtige Software zu entdecken. Insbesondere findet man viele Apps, die lediglich dazu dienen, Informationen aus dem WWW abzurufen, die man genauso gut auch mit dem Browser abrufen kann. Darüber hinaus werden verschiedene Dokumente wie eBooks, PDFs oder auch nur Bilder in eine App eingepackt oder direkt als App vermarktet, obwohl es sich im Prinzip noch nicht einmal um eine Anwendung handelt, sondern schlichtweg nur um ein Dokument. Und der User gewöhnt sich daran, für jeden Mist eine App zu installieren, statt nach den gewünschten Informationen einfach mal in einer Suchmaschine zu suchen.

Auf einem Android-System, wo im Android Market deutlich mehr Zeug vorhanden ist, als beispielsweise im Ubuntu Software-Center, muss man sich zu einem Suchbegriff - falls man eine bedürfnisgerechte Anwendung finden möchte - jedes Suchergebnis genauestens durchlesen, um wenige brauchbare Sachen aus der Tonne überhaupt erst einmal heraus zu sondieren. Sucht man sich ein Programm, kommt man sich vor wie ein Sperrmüllschnorrer.

Sogar wenn man den konkreten Namen zu einer gewünschten App hat, passiert es manchmal, dass man die eigentliche App erst einmal zwischen Suchergebnissen mit Dokumentationen, Tutorials und Zeitungsartikeln bezüglich der App heraus fischen muss.

Ich merke persönlich immer mehr, dass ich auf die App Stores in ihrer jetzigen Form getrost verzichten kann. Vielleicht geht es Usern ähnlich, die ein System nutzen, bei denen es nicht möglich ist, sich auf anderen Wegen Software zu installieren bzw. in eine derartige Richtung entwickeln. Sollten sich die App Stores als Schuss nach hinten erweisen, könnte davon vor allem Linux profitieren.

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Kommentare
Guter Blogeintrag - ganz meiner Meinung
Ulf B., Sonntag, 06. November 2011 22:42:09
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Hallo GoaSkin,

Du triffst im wesentlichen meine Meinung. Auch ich finde die AppStores eigentlich ein Rückschritt wenn man sich die normale Linux Softwareverwaltung damit vergleicht. Insbesondere unter openSUSE (die anderen kenne ich nicht ganz so gut) hat mir immer gefallen, dass alles wesentliche gut sortiert und auch gut durchsuchbar vorhanden ist. Dazu brauche ich nicht zwingend eine Homepage besuchen. Wenn ich eine spezielle Anwendung suche, die nicht in meinen Repositories enthalten ist, kann ich das per direkten Suchlink im Firefox oder Konqueror ohne Umwege tun - und wenn gefunden mit einen Klick direkt installieren. Dass ist dann auch recht komfortabel. Dabei ist die Grundausstattung durchaus komplett und auch etwas ausgefallenere Anwendungen können schnell nachinstalliert werden.

Gruß
Ulf


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