Vielen Dank, für die Blumen...

Vielen Dank, für die Blumen...
24.09.2010 17:13

Das passt ja prima! Nächste Woche bin ich auf einem Lehrgang und komme wohl eher nicht dazu - zumindest nicht vor Freitag - einen Blog-Eintrag zu verfassen. DOCH heute komme ich nach hause und:

Er ist da, der "Strauß", den ich allen zu verdanken habe, die ihre Stimme für mich abgegeben haben; sei es, weil Ihnen meine Beiträge zum Sommer-Spezial 2010 gefallen haben, oder seien es auch andere Gründe - EGAL wieso und weshalb - VIELEN VIELEN DANK!

Mein Dank geht natürlich nicht nur an die Linux-Community, die Familie, Freunde und Bekannte, sondern unbedingt auch an die Redaktion der LinuxCommunity-Homepage! Marcel Hilzinger, der auf Anfragen und Anregungen sofort reagiert, sei gesondert erwähnt und mit Dank überschüttet (natürlich ohne die Arbeit der anderen Redaktionsmitglieder schmälern zu wollen)!
Und die Blumen haben auch einen Namen; und zwar "Wacom Bamboo Pen & Touch"!
Jetzt ist es hier und die Installation unter "openSUSE 11.3", mit "KDE 4.4.4 (Release 8)", kann beginnen. Dank der guten Vorarbeit von Marcel in Form einer Super-Beschreibung unter

sollte dies nicht allzu schwer fallen. Also extrem motiviert frisch ans Werk und MEINE persönliche Installations-Herangehensweise für openSUSE 11.3 hier und heute rekapituliert:
Überschreiben könnte man diese Rekapitulation mit dem Titel: "Glatt wie ein Kinderpopo", denn so lief die Installation durch...
1.
Überprüfung ob die Datei "/etc/X11/xorg.conf.d/20-wacom.conf" vorhanden ist (nur Interessehalber, weil´s in Marcel´s Beitrag Erwähnung fand). Sie ist unter OpenSUSE 11.3, wie eigentlich nicht anders zu erwarten, vorhanden.
2.
Online-Aktualisierung über YaST aufrufen und "Anzeigen -> Patterns" selektieren, um noch benötigte Pakete zu installieren.

Dort dann ein Häckchen bei "Grundlegende Entwicklungsumgebung" setzen (falls nicht ohnehin vorhanden). Darin enthalten ist übrigens auch "autoconf".

Weiterhin ein Häckchen bei "Linux-Kernel-Entwicklung" setzen. Darin enthalten sind die Pakete "kernel-source" und "git-core".

In der Rubrik "X Window System" ein Häckchen bei "xorg-x11-server-sdk" setzen.

Das sollte es eigentlich schon gewesen sein. Es wäre aber durchaus denkbar, dass auch die Rubrik "C/C++-Entwicklung" erforderlich ist, so dass hier grundsätzlich auch ein Häckchen vor gesetzt werden sollte (das war bei mir schon der Fall, so dass ich nicht definitiv sagen kann, ob diese Rubrik benötigt wird - schaden kann´s aber nicht).
3.
Über

das Paket "util-macros-1.10.0.tar.gz" oder eine ggf. vorhandene, neuere Version herunterladen, entpacken (z.B. mit dem Dateimanager "Krusader" - den ich übrigens mit Vorliebe benutze) und mit "./configure --prefix=/usr" (oder "./configure --prefix=/usr --libdir=/usr/lib64" bei einem 64-Bit-System) und anschließender Eingabe auf der Konsole von "sudo make install" installieren. Das "make" fehlt, ist Absicht!
4.
Auf der Konsole "git clone git://linuxwacom.git.sourceforge.net/gitroot/linuxwacom/xf86-input-wacom" eingeben um den XOrg-Teiber herunter zu laden. Dabei wird automatisch ein Verzeichnis "xf86-input-wacom" angelegt.
Sofern der Internetzugriff über einen Proxy-Server (z.B. am Arbeitsplatz, weil man natürlich auch den Chef mit der neuen Errungenschaft begeistern kann) erfolgt, der auf der Konsole ggf. keine Internetfunktionalität unterstützt (damit kein "git" auf der Konsole), kann der Xorg-Treiber auch über

und dort Auswahl des links "Snapshot" heruntergeladen werden.

Aus dem Verzeichnis "xf86-input-wacom" heraus die Installation durch Eingabe von "./autogen.sh --prefix=/usr" (oder "./autogen.sh --prefix=/usr --libdir=/usr/lib64" bei einem 64-Bit-System) auf der Konsole (ich nutze übrigens "yakuake", ein Terminal, dass jederzeit durch einen Tastendruck von oben auf den Desktop scrollt, und genauso schnell wieder verschwindet) anstossen und anschließend (nach Fertigstellung) durch Eingabe der Befehle "make" und "sudo make install" abschließen.
5.
Ebenfalls auf der Konsole durch Eingabe von "wget http://prdownloads.sourceforge.net/linuxwacom/linuxwacom-0.8.8-8.tar.bz2" das Kernel-Modul "wacom.ko" herunterladen.
Alternativ über

die Datei "linuxwacom-0.8.8-8.tar.bz2" oder eine ggf. vorhandene, neuere Version herunterladen.
Die Datei entpacken (wie z.B. bereits erwähnt, mit dem Dateimanager "Krusader") und mit "./configure --enable-wacom --prefix=/usr" (oder "./configure --enable-wacom --prefix=/usr --libdir=/usr/lib64" bei einem 64-Bit-System) kompilieren...

Diese gezeigte Abschlußmeldung des Kompiliervorgangs kann ignoriert werden!
***
Your wacom.ko is available under
/share/temp/linuxwacom-0.8.8-8/src/2.6.30
NOTE: this package only supports Xorg server older than 1.7.
You are running a newer version.
Please build the X driver from xf86-input-wacom.
*****

...und das benötigte Kernelmodul durch Eingabe des Befehls "make" erstellen. KEINESFALLS "make install" eingeben und ausführen!!!
Anschließend ist das Kernel-Modul "wacom.ko" mit dem Befehl "sudo cp ./src/2.6.30/wacom.ko /lib/modules/`uname -r`/kernel/drivers/input/tablet/" an die richtige Stelle zu kopieren.
Danach ist die Liste der vorhandenen Kernel-Module als root ("su -" auf der Konsole eingeben) mit "depmod -a" aufzufrischen.
6.
Im Verzeichnis "/etc/X11/xorg.conf.d/" die Datei "50-wacom.conf" als root (s.o.) mit folgendem Inhalt erstellen (als Editor kann z.B. "vi" oder "mcedit" genutzt werden):

Section "InputClass"
Identifier "Wacom class"
# MatchProduct "Wacom|WALTOP|WACOM"
MatchProduct "Wacom|WACOM"
MatchDevicePath "/dev/input/event*"
Driver "wacom"
EndSection
Section "InputClass"
Identifier "Wacom serial class"
MatchProduct "Serial Wacom Tablet"
Driver "wacom"
EndSection
Section "InputClass"
Identifier "Wacom serial class identifiers"
MatchProduct "WACf|FUJ02e5|FUJ02e7"
Driver "wacom"
EndSection
# N-Trig Duosense Electromagnetic Digitizer
Section "InputClass"
Identifier "Wacom N-Trig class"
MatchProduct "HID 1b96:0001|N-Trig Pen"
MatchDevicePath "/dev/input/event*"
Driver "wacom"
EndSection

Die in o.g. Verzeichnis vorhandene Datei "20-wacom.conf" braucht nicht gelöscht zu werden, da die Datei mit der 50 am Anfang eine höhere Priorität hat und den "alten" Inhalt automatisch nach dem Laden überschreibt.

Jetzt sollte der Rechner neu gestartet werden!

Nach dem Neustart und Einstecken des neuen Grafiktablets in den USB-Port, leuchtet eine weiße LED zwischen den Tasten des Tablets und zeigt damit an, dass dieses zumindest schon mal Strom erhält. Ob das Gerät tatsächlich korrekt erkannt wurde, kann durch Eingabe von "xinput list" auf der Konsole überprüft werden. Dabei ist für jedes Gerät eine ID erkennbar.

Mit "xinput test 10", kann z.B. die Maus, sofern diese die ID 10 hat, erkundet werden.
"xsetwacom" entspricht in etwa "xinput", ist aber für Tablets zugeschnitten.
Die Ausgabe von "which xsetwacom" sollte den Pfad "/usr/bin/xsetwacom" anzeigen, sofern die Installation einwandfrei funktioniert hat.
Darüber hinaus sollte "xsetwacom list" im Optimalfall nur die Wacom-Geräte ohne ID anzeigen (auf jeden Fall muß es angeschlossene Wacom-Geräte in irgendeiner Form anzeigen - ansonsten ist die Installation nicht ordnungsgemäß erfolgt).

Die Feinjustierung habe ich mit dem "Wacom Control Panel", einem Python-Programm, das ich von der Internetseite

heruntergeladen habe, vorgenommen. Die dort abrufbare Datei hat den klangvollen Namen "wacom-utility_1.18-2.tar.gz" und ist nach dem Download lediglich in einem beliebigen Verzeichnis zu entpacken (ich hab´s in meinem persönlichen Verzeichnis unterhalb von "/home/BENUTZER/bin" entpackt), wobei automatisch ein Unterverzeichnis "wacom-utility" angelegt wird.
Da eine Kompilierung etc. nicht erforderlich ist, sondern lediglich Python, habe ich der Einfachheit halber über den Menüeditor (erreichbar über einen Klick mit der rechten Maustaste auf den Kickoff-Anwendungsstarter) einen entsprechenden Eintrag hinzugefügt, über den ich das Programm schnell aufrufen kann.

Wie in der Abbildung zu sehen, besteht der Aufruf des Programms einfach nur durch Eingabe von "python" und dem Pfad zum Programm "wacom_utility.py".
Bei mir ist, mit den beschriebenen Schritten, alles im grünen Bereich, d.h. die Blumen blühen!!!
In diesem Zusammenhang nochmals ein dreifaches Hipp-Hipp-Hurra auf Marcel (insbesondere wegen der tollen Vorarbeit zur Wacom-Installation unt Nutzung)!!!
...und jetzt wird das Tablet getestet...

Das war mein erster Blog für nächste Woche, den ich dank des überraschend angekommenen Päckchens heute schon verfassen konnte, denn wie eingangs erwähnt, bin ich nächste Woche auf einem Lehrgang und werde vermutlich keinen Internetzugriff haben (irgendwie blöd...)


Kommentare
Ein Kernel-Update und was nun?
Frank Deneke, Samstag, 25. September 2010 09:42:09
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Eine Ergänzung hätte ich da noch - zumal ich heute morgen geststellte, dass es für openSUSE 11.3 ein Kernel-Update gibt.
Also Update installiert und anschließend KEIN Wacom Bamboo mehr...

Ist aber logisch, denn unter lfd. Nr. 5 meiner Installations-Rekapitulation wurde das Kernel-Modul "wacom.ko" ja für den "alten" Kernel kombiliert.

Lösung: Schritt 5 einfach wiederholen und nach dem auffrischen der Kernel-Module mit "depmod -a" am besten den Rechner neu starten. Danach ist alles wieder gut!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!
Frank


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Re: Ein Kernel-Update und was nun?
Frank Deneke, Samstag, 25. September 2010 09:44:49
Ein/Ausklappen

Es ist Samstag morgen und meine Rechtschreibung läßt wirklich zu wünschen übrig... (siehe Kommentar)

Sorry - ich hoffe, trotzdem verständlich!

Frank


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Infos zum Autor

Frank Deneke

Frank Deneke

Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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