Plasmoid-Simulation

Plasmoid-Simulation
07.10.2010 11:07

Wie war noch gleich die Rufnummer von...? Wo ist bloß der Zettel mit...?
Sicherlich lassen sich mit den kleinen gelben Zetteln (Post it) auch die Rufnummer von Freunden, Bekannten und Kollegen irgendwo "hinbabsen". Bei Bedarf auch direkt auf dem Bildschirm - mit Anwendungen wie z.B. "KNotes". Die Gefahr dabei ist aber, dass man sich "zupflastert" und das Gesuchte nicht, oder nur schwerlich wiederfindet.
Die Idee, wichtige Rufnummern direkt auf das Desktop-Hintergrundbild zu verewigen war schnell geboren - doch optisch kein "Hingucker". Doch mit KDE 4 hielten ja schließlich die "Plasmoids", d.h. die kleinen Helferlein, die in Form von Mini-Anwendungen den Desktop zieren, einzug.
Da kann man doch das Nützliche mit dem Praktischen verbinden! Gedacht habe ich dabei an das Plasmoid "Bilderrahmen", das ich mit einem, in "Gimp" kreierten Info-Bild versehen wollte - genauer mit einer Liste der für mich wichtigen Telefonnummern. Das sieht besser aus als direkt auf dem Desktop und erweckt den Eindruck einer homogenen Umgebung.
Die entsprechende Plasmoid-Simulation ist schnell erstellt...
Zuerst ein neues Bild mit einer beliebigen Hintergrundfarbe - nur nicht weiss - erstellt und anschließend mit dem Auswahl-Werkzeug für rechteckige Auswahlen mit einer festen Größe (z.B. 380 x 280 Pixel) und abgerundeten Ecken mit einem Radius von ca. 10 auf einer neuen, transparenten Ebene eine Auswahl erstellt und diese mit weisser Farbe gefüllt.
Eine weitere, transparente Ebene angelegt und die noch vorhandene Auswahl über das Menü "Auswahl -> Verkleinern" um einen Pixel verkleinert...

...und danach mit dem Farbverlaufs-Werkzeug mit einem lineraren Farbverlauf von blau (oben) nach weiss (unten) gefüllt.
Jetzt die darunter liegende, weisse Ebene, selektiert und einfach auf die Entfernen-Taste gedrückt, womit nur noch ein 1-Pixel breiter Rand übrigbleibt.
Dieser äußere Rand sollte jetzt noch mit einem umlaufenden Schatten versehen werden. Hierzu ist zuerst die noch aktive Auswahl aufzuheben - z.B. mit der Tastenkombination Umschalt+Strg+a, und anschließend über das Menü "Filter -> Licht und Schatten -> Schlagschatten" zu wählen, wobei die Werte für den X- und Y-Versatz auf null (0) zu stellen sind.

Damit das Ganze ein bisschen hübscher aussieht, sollten noch leichte Reflektionen hinzugefügt werden. Hierzu das Auswahl-Werkzeug für eliptische Auswahlen selektieren und in dessen Einstellungen "Kanten ausblenden" mit einem Radius von "10" wählen, um dann in der oberen linken Ecke eine entsprechende Auswahl auf einer neuen, transparenten Ebene, aufzuziehen.

Die Auswahl mit dem Farbverlaufs-Werkzeug und der "Form" "Kreisförmig" in den Einstellungen mit einem Verlauf von weiss (oben links) nach transparent (unten rechts) füllen.
Um den überschüssigen Teil der Pseudo-Reflektion, d.h. den Teil, der außerhalb der blau/weissen Ebene liegt, zu entfernen, ist die unterhalb der Aktuellen liegende Ebene (die mit dem blau/weissen Farbverlauf) auszuwählen und im Ebenen-Dialog mit der rechten Maustaste anzuklicken, um dann aus dem Kontexmenü den Eintrag "Auswahl aus Alphakanal" zu wählen. Anchließend ist über das Menü "Auswahl -> Invertieren" die Auswahl umzudrehen und wieder die Ebene mit der Pseudo-Reflektion zu selektieren. Ist dies geschehen, entfernt ein Druck auf die Entfernen-Taste den überschüssigen Teil.
Eine solchte Pseudo-Reflektion sollte aus optischen Gründen auch am unteren Rand eingefügt werden. Hierzu einfach die beiden zuletzt aufgeführten Schritte entsprechend wiederholen, d.h. analog abarbeiten.
Da das Ganze zu diesem Zeitpunkt droht unübersichtlich zu werden, habe ich im Ebenen-Dialog die Ebenen entsprechend benannt...

...und im Anschluss daran über das Menü "Datei -> Als Ebene öffnen" ein kleines Symbol (was natürlich nach eigenem Geschmack gewählt werden sollte) eingefügt und mit dem Verschieben-Werkzeug plaziert.
Diese Symbol-Ebene habe ich über das entsprechende Symbol im Ebenen-Dialog dupliziert und mit Hilfe des Menüs "Ebene -> Transformation -> vertikal spieglen" auf den Kopf gestellt und mit dem Verschieben-Werkzeug ein wenig nach unten verrückt.

Auf dieser Symbol-Kopie-Ebene eine Ebenenmaske durch Anklicken der Ebene mit der rechten Maustaste und Auswahl von "Ebenenmaske hinzufügen -> Weiss (volle Deckkraft)" eine Maske hinzugefügt und darauf mit dem Farbverlaufs-Werkzeug einen lineraren Farbverlauf von schwarz (unten) nach weiss (oben) aufgezogen. Abschließend diese Ebene im Ebenen-Dialog eine Etage tiefer gezogen und den groben Entwurf bewundert...
Jetzt galt es, die Deckkraft bestimmter Ebenen im Ebenen-Dialog anzupassen. Zuerst den Rundumschatten auf ca. 80 gestellt, dann die Innenfläche auf 50, die beiden Pseudo-Reflektionen auf 60 und die Symbol-Spiegelung auf 30.
Nun war noch eine Textebene mit den gewünschten Informationen, die später ggf. geändert werden könnten, als oberste Ebene einzufügen und der Hintergrund auszublenden. Fertig!

Um zukünftig eine Bearbeitung zu ermöglichen, ist die "Plasmoid-Simulation" als XCF-Datei (Gimp-Datei) abzuspeichern. Für die Nutzung im KDE-Bilderrahmen bietet sich die Speicherung als PNG-Datei an, da dieses Format auch Transparenz unterstützt.

Um das Werk nun auf dem Desktop zu nutzen, ist zuerst das KDE-Plasmoid "Bilderrahmen" hinzuzufügen und danach in dessen Bild-Einstellungen das PNG-Bild zu wählen.

In den Erscheinungsbild-Einstellungen des Bilderrahmen-Plasmoids sollte lediglich ein Häckchen bei "Weiche Skalierung" gesetzt sein, um eine entsprechende Wirkung auf dem Desktop zu erzielen.

Das Ergebnis sollte auf dem Desktop ungefähr so aussehen:

Sollte der Desktop nicht genügend durchscheinen, so kann in der original XCF-Datei natürlich nachgebessert werden, bis es passt...

Der Aufwand für dieses, in meinen Augen nette Gimmick, ist nicht sonderlich hoch - aber wirkungsvoll und praktisch (denn Blumen im Bilderrahmen sind zwar schön aber wenig assagekräftig!).


Kommentare
plasmomania
sasch (unangemeldet), Freitag, 15. Oktober 2010 20:11:13
Ein/Ausklappen

cool


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Infos zum Autor

Frank Deneke

Frank Deneke

Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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