Kooperation - oder Pixel nutzt Vektor

Kooperation - oder Pixel nutzt Vektor
13.09.2010 08:50

Nun habe ich schon über einen Monat mit "Gimp" experimentiert - und dabei auch schon "Pfade" kennengelernt! Interessant erscheint mir in diesem Zusammenhang die Möglichkeit, Pfade mit dem, in diesem Bereich augenscheinlich besser zu bedienenden Programm "Inkscape" zu erstellen und anschließend mit "Gimp" zu nutzen.
Im Gegensatz zu ein/zwei anderen Sommer-Spezial 2010 Teilnehmern hatte ich bis dato noch keinerlei Berührung mit einem Vektor-Grafik-Programm - weder unter dem Betriebssystem aus Redmond noch unter Linux. Aber einmal ist ja immer das erste mal...
Also Ziele nicht zu hoch gesteckt und "Inkscape" gestartet!
Nach einer halben Stunden "Spielerei" mit den unterschiedlichen Werkzeugen, insbesondere mit dem Pfad-Werkzeug (Bezier-Kurven), machte ich mich daran, ein einfaches, halbwegs rechtwinkeliges Puzzleteil zu entwerfen, dessen Linien ich im Anschluss an einigen Stellen "runden" wollte.
Das ging bei den ersten Versuchen (trotz vorherigen Übens) gewaltig schief!
Grund hierfür war, dass ich die geplanten Rundungen an den Ein- und Ausbuchtungen des Puzzleteils nicht wirklich hinbekam, da hier einfach Knotenpunkte fehlten. Nach einigen, fehlgeschlagenen Versuchen, kam ich der Lösung dann doch einen erheblichen Schritt näher, und stellte u.a. fest, dass man durch Doppelklick auch weitere Knotenpunkte hinzufügen kann (die Neuzeichnung hätte ich mir sparen können).

Nun galt es, mit dem Bearbeiten-Werkzeug für die Knoten/Anfasser, das Puzzleteil in seine entgültige Form zu bringen. Also einfach auf die Linie zwischen zwei Knoten geklickt und diese grob in die gewünschte Richtung gezogen, wobei eine Rundung entsteht. Dabei werden auch die Anfasser sichtbar, mit denen sich die Rundung noch wunderbar beeinflussen lässt.
Nach einer Weile Zieh- und Schieberei war mein erstes Puzzleteil fertig!

Aufgrund noch fehlender Routine ging dabei doch eine menge Zeit drauf, so dass ich mich entschloss, es vorerst dabei bewenden zu lassen. Das Puzzleteil abgespeichert - mit "Inkscape" standardmäßig im SVG-Format - und anschließend mit "Gimp" geöffnet. Dabei erkannte "Gimp", dass es sich offensichtlich um eine Vektorgrafik handelt (die lediglich 4 kb "klein" ist) und bot an, die Pfade zu importieren, was ich auch selektierte.

Anschließend kontrollierte ich im Pfad-Dialog das tatsächliche Vorhandensein des Pfades - und - Hurra, er war da! In "Gimp's" Ebenen-Dialog wurde auch eine gerenderte Ebene mit dem Puzzleteil angezeigt, die ich aber für meinen Folgetest über das Auge-Symbol im Ebenen-Dialog ausblendete.

Ich habe dann über "Datei -> Als Ebene öffnen..." ein Bild eingefügt, bin zum Pfad-Dialog gewechselt und habe dort den Pfad mit der rechten Maustaste angeklickt um aus dem Kontextmenü den Eintrag "Auswahl aus Pfad" zu wählen. Wieder zurück zum Ebenen-Dialog und die Ebene mit dem Verschieben-Werkzeug entsprechend positioniert; mit der Tastenkombination "Strg-c" die Auswahl kopiert und mit "Strg-v" als schwebende Auswahl eingefügt. Die eingefügte Auswahl durch Klick auf das "Neue-Ebene"-Symbol des Ebenen-Dialogs übernommen und die darunterliegende mit dem Auge-Symbol ausgeblendet. Über "Filter -> Licht und Schatten -> Schlagschatten..." einen Schatten hinzugefügt und fertig war ein Puzzleteil mit Bild-Motiv!

Übrigens wird durch einen Doppelklick auf den Pfad im Pfade-Dialog automatisch das Pfad-Werkzeug ausgewählt, die Knotenpunkte angezeigt und eine Bearbeitung des Pfades in Gimp ermöglicht.

Von daher stellt sich wahrscheinlich der ein oder andere Leser die Frage, "warum nicht gleich den Pfad in Gimp erstellen?".
Für solch einfachte Konstrukte ist diese Frage sicherlich berechtigt. Interessant wird es aber bei umfangreichen Vektorgrafiken, für die nunmal "Inkscape" deutlich mehr prädesteniert ist und entsprechendes Equipment zur Verfügung stellt. Hier kann "Gimp" als freier Pixelgrafik-Profi sicherlich nicht mithalten (und will es bestimmt auch gar nicht!).
Als sehr interessant stufe ich die Möglichkeit ein, eben (zukünftig) komplexe Vektorgrafiken mit "Inkscape" zu erstellen und die "Formen" dann bei Bedarf mit "Gimp" öffnen zu können um diese beispielsweise für Auswahlen zu nutzen!
Für die ersten Erfahrungen im Zusammenspiel von Vektor- und Pixelgrafik-Programm sollen mir diese Erkenntnisse vorerst genügen. Ich bin mir aber auch sicher, dass ich darauf aufbauen werde und sich fantastische Möglichkeiten erschließen werden.
Bis dahin...


Kommentare
danke
toni (unangemeldet), Mittwoch, 03. Juli 2013 21:13:55
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danke für das kleine tutorial. als gimp-neuling hat das wirklich sehr geholfen :)


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Infos zum Autor

Frank Deneke

Frank Deneke

Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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