Feuer frei - ein glatter Durchschuss!

Feuer frei - ein glatter Durchschuss!
15.09.2010 07:50

Natürlich ist das nicht wirklich ernst gemeint. Vielmehr möchte ich in meinem heutigen Blog aufzeigen, wie man "Feuer macht" und als nettes Gimmick ein "Durchschuss-Loch" in den Bildschirmhintergrund zaubert!
Im World-Wide-Web finden sich diverse Anleitungen um mit Gimp "Feuer zu legen". Meinen persönlichen Favoriten habe ich auch gefunden und möchte ihn, da er kurz und schmerzlos ist, hier vorstellen.
Im ersten Schritt habe ich in Gimp ein neues Bild mit schwarzem Hintergrund erstellt (damit kommt das Feuer besser zur Geltung). Anschließend mit einem weißen, großen, harten Pinsel (Circle [19]) ein lang gezogenes "S" aufgemalt...

Der nächste Schritt besteht darin, mit dem Verschmieren-Werkzeug zuerst den oberen Teil des "S" von unten nach oben zu "verschmieren" und anschließend den unteren Teil des "S" genauso zu behandeln. Dabei dürten auch gerne ein paar Zick-Zack-Bewegungen vollzogen werden, um die realistische Wirkung zu verstärken (dies wäre mit einem Grafiktablett sicherlich besser möglich)...

Über das Menü "Farben -> Farbabgleich" selektieren und dort für "Schatten" und "Mitten" die Werte 100, 20 und -30 sowie für die "Glanzlichter" die Werte 100, 20 und 30 einstellen...

Damit sieht das schnell erreichte Ergebnis schon mal aus, wie ein Feuer...

...was sich durchaus auch weiter verwenden lässt, um z.B. einen Schriftzug zu gestalten. Hierzu einfach das Text-Werkzeug und eine passende Schriftart, wie z.B. Arial Black, wählen und den gewünschten Schriftzug über das Feuer legen. Danach die Textebene im Ebenen-Dialog mit der rechten Maustaste anklicken und im Kontextmenü "Auswahl aus Text" selektieren. Auf die Hintergrund-Ebene, d.h. die Ebene mit dem Feuer, wechseln und über das Menü "Bearbeiten -> Kopieren" (oder alternativ durch die Tastenkombination Strg-c) die Auswahl kopieren und mittels "Bearbeiten -> Einfügen" (oder alternativ über die Tastenkombination Strg-v) als schwebende Auswahl wieder einfügen.
Die schwebende Auswahl durch Klick auf das Symbol für eine neue Ebene im Ebene-Dialog bestätigen und dann die Text- und Hintergrund-Ebene ausblenden (Auge-Symbol) - schon ist der Feuer-Text sichtbar.
Damit auch dieser richtig zur Geltung kommt, bietet es sich an, eine neue, schwarze Hintergrundebene einzufügen und nach unten im Ebenen-Stapel zu verschieben...

Und bei meinem ursprünglichen Blog-Titel "Feuer frei" kam mir die Idee des "Durchschusses". Es sollte aber kein normales Einschussloch simuliert werden - vielmehr schwebte mir ein Durchschuss durch den Desktop-Hintergrund vor, welcher den Eindruck erwecken sollte, durch den Monitor schauen zu können.
Bei dem Versuch, ein Loch zu "malen", scheiterte ich kläglich (auch das wäre mit einem Grafiktablett sicherlich einfacher)!
Tatsächlich durch den Monitor zu schießen führt sicherlich zu einem Disziplinarverfahren - also auch diesen Gedanken verwerfen!
Aber mit einem Fotoapparat "schießt" man ja schließlich auch (Bilder)...
Also mit einem Kugelschreiber ein Loch in ein weißes Blatt Papier gestoßen, von Hand weiter leicht eingerissen, dunkles Papier darunter gelegt und senkrecht von oben fotografiert. Fertig war ein "Durchschuss"! Nicht schön - aber ausreichend!

Jetzt galt es, das Ganze ein wenig schöner zu gestalten, d.h. das Loch sauber vom Hintergrund zu trennen, wobei ich mich an dieser Stelle für das Freie-Auswahl-Werkzeug entschied und die Konturen des eingerissenen Papiers umzog um nach Fertigstellung die Auswahl über den Menüpunkt "Auswahl -> Invertieren" umzukehren. Danach ein Druck auf die Entfernen-Taste - und schon hatte ich nur noch den vermeintlichen Durchschuss - allerdings auf einem schwarzen Hintergrund. Ich hatte einfach vergessen, dem Ursprungsbild über einen Rechtsklick auf die Ebene und Auswahl von "Alphakanal hinzufügen" einen Alphakanal hinzuzufügen. Aber das war schnell nachgeholt...

Da man ja im Resultat durch das Loch schauen sollte, war nun der dunkle Teil in der Mitte zu entfernen. Hier entschied ich mich für den Zauberstab. Ein Klick in den dunklen Bereich und bei gedrück gehaltener Maustaste ein wenig nach rechts bewegt und auch diese Auswahl war in kürzester Zeit erledigt, so dass ich das "schwarze Loch" mit der Entfernen-Taste in Nirvana schicken konnte - und übrig blieb ein aufgebörtelter Papierrand...

Da ich als Nutzer von openSUSE 11.3 zur Zeit noch den Standard-KDE-Hintergrund nutze (meine Einrichtung ist noch nicht ganz abgeschlossen), habe ich diesen aus dem Verzeichnis "/usr/share/wallpapers/openSUSEdefault/contents/images" über "Datei -> Als Ebene öffnen" als neue Ebene eingefügt, und im Ebenen-Stapel nach ganz unten verschoben, mit der rechten Maustaste die Ebene angeklickt und aus dem Kontexmenü "Alphakanal hinzufügen" gewählt.
Danach die Durchschuss-Ebene an die gewünschte Position verschoben und mit dem Zauberstab das (ursprünglich) "schwarze Loch" in der Mitte ausgewählt. Wieder auf die (neue) Hintergrund-Ebene, d.h. das Desktop-Hintergrund-Bild, und die Entfernen-Taste gedrückt - nun konnte man zumindest theoretisch hindurch sehen.

Was jetzt noch fehlte, war ein Foto der Dinge, die hinter meinem Monitor zu sehen sind - nämlich der Arm meiner Schreibtischlampe, und natürlich im Hintergrund die Wand. Also noch ein Foto...

Dieses Bild habe ich auch über das Menü "Datei -> Als Ebene öffnen" eingefügt und im Ebenen-Dialog nach ganz unten verschoben. Mit dem Verschieben-Werkzeug entsprechend positioniert und eine erste Illussion war geschaffen...

Um es etwas realistischer zu gestalten selektierte ich die Ebene mit dem Durchschuss und wählte durch Klick mit der rechten Maustaste auf diese Ebene im Kontextmenü den Punkt "Auswahl aus Alphakanal", um anschließend über "Filter -> Licht und Schatten -> Schlagschatten" einen Schattenwurf zu erzeugen (mit den Standard-Werten). Abschließend stellte ich den Modus der Ebene (zu finden im Ebenen-Dialog) auf "Harte Kanten", was letztlich zu folgendem Resultat führte:

Nach Speicherung und Laden des neuen Desktop-Hintergrunds erscheint ein "glatter Durchschuss" auf meinem Monitor...

Sollte man beispielsweise im Arbeitsalltag ein Büro mit einer Kollegin oder einem Kollegen teilen, die Schreibtische gegenüber stehen und beide einen PC einsetzen, so wäre ein kleiner Gag, das Gesicht des Gegenübers durchscheinen zu lassen - Ideen und Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung gibt es viele...


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Infos zum Autor

Frank Deneke

Frank Deneke

Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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