Ein Wort sagt mehr als tausend Bilder?

Ein Wort sagt mehr als tausend Bilder?
06.09.2010 07:53

Dem ist sicherlich nicht so! Ansonsten bräuchten wir keine "Bildbe-" sondern lediglich eine "Textver-arbeitung". Nichts desto trotz kann man auch mit Text nette Effekte in "Gimp" erzielen.
Von Haus aus bringt Gimp eine umfangreiche Liste an Texteffekten, die unter dem Menü "Datei -> Erstellen -> Logos" aufgerufen werden können, mit. Bei all diesen Effekten wird der eigentliche Text nach Auswahl einer der Möglichkeiten in dem jeweils erscheinenden Fenster eingegeben.

Dies stellt zwar eine schnelle Alternative zur Generierung von Effekten dar, ist aber auch mit Einschränkungen verbunden. So ist Fließtext mit Umbrüchen nur bedingt möglich und ein Aufruf eines der aufgeführten Menüpunkte fördert jedesmal ein neues, d.h. separates Bild (Fenster) mit dem Ergebnis auf den Schirm.

Eine andere Möglichkeit, mit der bereits vorhandener Text mit diesen Effekten belegt werden kann, ist über das Menü "Filter -> Alpha als Logo" erreichbar.

Dabei wird der vorhandene Text entsprechend formatiert, was den Vorteil hat, dass ggf. vorhandene Zeilenumbrüche berücksichtigt werden.

Alle Effekte des bzw. der genannten Menüs hier aufzuzeigen ist nicht wirklich sinnvoll. Vielleicht, um das Interesse zu wecken, hier nur ein/zwei Beispiele, die (ohne eigenes Zutun) schnell und beeindruckend auf genanntem Wege erstellt sind:

...hier hilft einfach "mal testen"!
Was eventuell der ein oder andere Leser meines Blogs nicht ohne Weiteres testen kann, ist eine nette Glasschrift, die aus einem Zusatz-Script-Fu stammt.
Es handelt sich um das Paket

  • FX-Foundry,

dessen aktuelle Version über den URL http://gimpfx-foundry.sourceforge.net heruntergeladen werden kann. Nach dem Entpacken des tar.gz-Archivs findet man eine ganze Menge scm-Dateien (Script-Dateien), die man, sofern nicht bereits dorthin entpackt, in das persönliche Scripts-Verzeichnis verschiebt (bei mir: /home/benutzername/.gimp-2.6/scripts). Ein Neustart von Gimp fördert dann den Menüpunkt "Filter -> FX-Foundry" zutage, wobei sich unterhalb dieses Menüpunktes die Scripts wiederfinden und darauf warten, getestet zu werden.
Das schöne daran ist, dass man Scripts, die den eigenen Erfordernissen nicht entsprechen (oder mit denen man aus anderen Gründen nichts anfangen kann), einfach aus dem Script-Verzeichnis löschen kann, was die Auswahlmöglichkeit im FX-Foundry-Menü auch deutlich übersichtlicher gestaltet...
Doch zurück zu dem bereits angekündigten "netten Glastext-Effekt". Das entsprechende Script hat den klangvollen Dateinamen "xtns-mosteller-glass-text.scm" und findet sich (nach Installation) in Gimp unter dem Menüpunkt "Filter -> FX-Foundry -> Logos -> GlasEffect Text" wieder.
Das Ergebnis dieses Aufrufs könnte dann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

Damit lässt sich doch schon "Eindruck schinden", oder?!
...und dann habe ich noch etwas in einer alten easyLinux (Ausgabe 2/2009) entdeckt. Diesmal nicht auf Knopfdruck sondern zum selber basteln; nämlich "Grasbuchstaben" (das funktioniert auch mit Stroh, Heu und Steinen).
Ein wirklich schöner Effekt, den es lohnt, nachzubasteln (denn das übt auch ungemein).
Benötigt wird ein Bild des heimatlichen Rasens, der Nachbarwiese oder Ähnliches (vorerst als unterste Ebene)!
Als nächstes ist das Text-Werkzeug zu selektieren, eine Schriftart (z.B. Arial Black) mit entsprechender Größe und heller Farbe (am besten weiß) auszuwählen.
Ich habe in meinem "Nachbau" Buchstaben für Buchstaben auf die nachfolgend beschriebene Weise erstellt, damit ich diese am Ende einzeln verschieben und drehen konnte.
Also zuerst das "G" von "Gras", und das dann ordentlich heran gezoomt. Die Deckkraft der Textebene soweit reduziert, dass ich die Grashalme im Hintergrund durchscheinen sah.
Nun das Pinsel-Werkzeug ausgewählt und mit weißer Farbe am Rand meines "G" einzelne Grashalme mit einem weichen Pinsel in entsprechender Größe (ungefähr so dick wie die Grashalme) nachgezogen.

Jetzt mit der rechten Maustaste auf die Textebene im Ebenen-Dialog geklickt und im Kontextmenü den Eintrag "Auswahl aus Alphakanal" gewählt. Dann ein Links-Klick auf den Rasen (unterste Ebene) und beherzt die Tastenkombination "Strg-c" gedrückt - und schon war eine Kopie der Auswahl erstellt, die ich gleich im Anschluß mit "Strg-v" als schwebende Auswahl einfügte. Abschließend ein Klick auf das Symbol zur Erstellung einer neuen Ebene, um die schwebende Auswahl tatsächlich als neue Ebene einzufügen.
Fertig war der erste Buchstabe, den ich über das Menü "Filter -> Licht und Schatten -> Schlagschatten" noch mit einem Schatten versah und dann bewunderte.

Auf die gleiche Art und Weise habe ich dann auch noch den Rest meiner Grasbuchstaben erstellt und mit ihrem Schatten vereinigt (Rechtsklick auf den Grasbuchstaben und im Kontextmenü auf "Nach unten vereinen" klicken).
Abschließend einen "neuen Hintergrund" in passender Farbe eingefügt und meine Grasbuchstaben verschoben, gedreht und verziert. Und so schaut das Ergebnis aus:

...und so kann Text auch bildlich sprechen...
Auch ein schöner Effekt ist sicherlich ein 3D-Text. Hierzu kursieren im Internet diverse Anleitungen. Sie alle haben aber eines gemeinsam - nämlich einen zu hohen Zeitansatz bei der Erstellung - und das in Zeiten, in denen kaum noch einer Zeit hat!
Für die schnelle 3D-Lösung zwischendurch habe ich (für mich) daher folgendes Konzept entwickelt:
1. Text mit dem Text-Werkzeug erstellen

2. Rechtsklick auf die Textebene im Ebenen-Dialog und "Auswahl aus Alphakanal" im Kontextmenü selektieren. Die Auswahl mit einem Farbverlauf (Farbverlaufs-Werkzeug) von "dunkel nach hell" und "unten nach oben" füllen (hierzu mit der Maus den untersten Rand eines Buchstaben anklicken und mit gedrückter Maustaste zum oberen Rand gehen - dann loslassen [wenn man die Strg-Taste dabei gedrückt hält, ist die Verlaufslinie auch gerade]).

3. Die Ebene durch Klick auf das Duplizieren-Symbol des Ebenen-Dialogs kopieren und in der nun obersten (Kopie) Ebene den gleichen Farbverlauf, allerdings von "oben nach unten", anwenden.
Anschließend die Auswahl mit "Auswahl -> Nichts auswählen" (oder alternativ durch die Tastenkombination Umschalt-Strg-a) aufheben und das Verschieben-Werkzeug auswählen. Ein Klick mitten ins Bild, d.h. auf den Text und diesen dann mit "1 x Cursor hoch" und "1 x Cursor links" leicht versetzen.
Jetzt die oberste (Kopie) Ebene mit der rechten Maustaste im Ebenendialog anklicken und im Kontextmenü "Nach unten vereinen" wählen. Damit hat man schonmal einen "Mini-3D-Effekt".

4. Die aktuelle Ebene über das Duplizieren-Symbol des Ebenen-Dialogs kopieren und anschließend mit dem Verschieben Werkzeug einmal mitten in den Text klicken - dann "1 x Cursor hoch" und "1 x Cursor links" - und der 3D-Effekt wird verstärkt.
Diesen Schritt so oft wiederholen, bis die gewünschte Tiefe erreicht ist.

5. Hintergrund über das Auge-Symbol des Ebenendialogs ausblenden und irgendeine andere Ebene mit der rechten Maustaste anklicken. Im Kontextmenü "Sichtbare Ebenen vereinen" wählen; abschließend den Hintergrund wieder einblenden.
Bei Bedarf kann man jetzt mit dem Perspektive-Werkzeug noch ein bisschen rumspielen und das Werk verbiegen.
Die Resultate eines "schnellen" 3D-Textes könnten dann so oder ähnlich aussehen:

(Fast) soviel zu Text-Effekten...
...doch bevor ich diesen Blog-Eintrag abschließe möchte ich noch auf etwas hinweisen, was ich im schlauen Gimp 2.6 Handbuch von Jürgen Wolf gefunden habe. Es geht um die Eingabe von "UNICODE"-Zeichen, die so grundsätzlich nicht direkt über die Tastatur eingegeben werden können.
Dennoch bietet Gimp in seinem Texteditor (Text-Werkzeug) die Möglichkeit, Sonderzeichen zu erfassen - und dies recht simpel.
Einfach im Editor die Tastenkombination "Strg-Umschalt-u" drücken. Danach erscheint sofort ein unterstrichenes "u", hinter dem direkt (ohne Leerzeichen) der hexadezimale Wert es gewünschten Unicode-Zeichens eingegeben werden kann. Ein Folge-Leerschritt (Leertaste) und das Zeichen wird sichtbar.
So ergibt die Eingabe des hexadezimalen Wertes "a9" beispielsweise das Copyright-Zeichen und "AE" das Zeichen für registrierte Warenzeichen.
Soviel (erstmal) zum Thema Text-Effekte!

Bis demnächst...


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Infos zum Autor

Frank Deneke

Frank Deneke

Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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