Das ist alles nur geklaut...

Das ist alles nur geklaut...
09.09.2010 09:12

...das ist alles gar nicht meiner! Ganz so, wie in der Strophe aus dem Song der Prinzen ist es nun doch nicht. Nur die Idee zu diesem Blog-Eintrag stammt von der Linux-Community-Internetseite selbst - vielmehr von der dort eingeblendeten Werbung für das "Linux Magazin".
Von daher denke ich, ist es nicht "geklaut" sondern höchstens eine "missbräuchliche Nutzung" in guter Absicht!

Angetan haben es mir die "Filmstreifen" aus dem Werbebanner. Wie ich finde, eine gute Idee seine Fotos zu präsentieren!
Und da sind wir auch schon bei dem eigentlichen Thema, dem ich mich in diesem Blog zuwenden möchte, nämlich dem "Foto-Arrangement" mit "Gimp".
Für den (nicht strafbaren) Nachbau der Filmstreifen mußten erstmal ein paar Bilder her. Wie zwischenzeitlich jeder Leser meiner Blog-Einträge wissen dürfte, bin ich seit Beginn des Sommer-Spezial 2010 stolzer Besitzer einer DSLR, und damit auch Besitzer einer Unzahl von Bildern (die allerdings zu großen Teilen als "Übungsbilder" gelten dürften).
Wie im Werbebanner habe ich mich für Natur-Fotos entschieden, um nicht auch noch versehentlich das "Recht am eigenen Bild" zu verletzen!
Da meine Bilder in hoher Auflösung vorliegen und damit auch die Dateigröße entsprechend ausfällt, gilt es diese anzupassen. Um nicht jedes Bild einzeln in der Größe verändern zu müssen, habe ich mich ein wenig umgesehen und bin dabei auf das Gimp-Plugin

  • David's Batch Processor (kurz DBP)

gestoßen. Dieses Plugin findet man in der z. Zt. aktuellen Version 1.1.9 auf der Internetseite

  • http://members.ozemail.com.au/~hodsond/dbp.html

als tgz-Archiv zum Download. Nach dem Entpacken des "tarballs" kann das Gimp-Plugin als normaler Benutzer in einer Shell mit dem Kommando "make install" installiert werden. Das fertige Plugin landet dann automatisch im persönlichen Gimp-Plugin-Verzeichnis (bei mir: /hom/benutzername/.gimp-2.6/plug-ins). Voraussetzung für die Erstellung ist das aktuelle devel-Paket der installierten Gimp-Version.
Nach Aufruf von "Gimp" findet man das Plugin dann unter "Filter -> Batch Process...". Ein Klick auf den genannten Menüeintrag öffnet ein separates Fenster mit mehreren Registern. Relevant sind für mein Beispiel die Register "Input, Resize, Rename und Output".
Also im Register "Input" auf "Add Files" geklickt und die zu verkleinernden Bilder hinzugefügt.

Anschließend im Register "Resize" ein Häckchen bei "Enable" und die relative Bildgröße auf 25% gestellt.

Nun noch im Register "Rename" unter "Add Prefix" meine Dateinamen-Erweiterung (hier: klein_) eingetragen...

...abschließend im Register "Output" unter "Format" noch JPG gewählt und unter "Quality" die Qualtiät auf 86% (hat sich als guter Wert erwiesen) eingestellt.

Damit sind innerhalb weniger Sekunden alle erforderlichen Einstellungen vorgenommen, um auf "einen Rutsch" meine Bilder zu verkleinern, ohne die Originale zu überschreiben. Ein Klick auf "Start" und die Fotos liegen zur Folgebearbeitung in entsprechender Form vor.
Neben den hier gezeigten Möglichkeiten bietet das Plugin noch weitere Möglichkeiten der Batch-Verarbeitung, wie z.B. das automatische Schärfen oder Drehen von Bildern. Von daher ein sehr empfehlenswertes Plugin - das nur nebenbei!
Um nun die Filmstreifen zu erstellen, die dem Werbebanner ähnlich sind, habe ich zuerst meine ersten beiden, verkleinerten Bilder, jeweils separat (als eigenständiges Bild - nicht als Ebene) mit Gimp geladen. In dem Bildfenster mit meinem ersten Bild bin ich dann auf den Menüpunkt "Filter -> Kombinieren -> Filmstreifen..." gegangen und habe das zweite Bild selektiert und durch Klick auf "Hinzufügen" von der Seite der vorhandenen Bilder auf die Seite der Bilder für den Filmstreifen transferiert.

Ein Klick auf "OK" und ein neues Bild in Form der Filmstreifen wird erstellt...

Den Filmstreifen habe ich dann als "streifen_1.jpg" gespeichert, um anschließend alle geöffneten Bilder über den Menüpunkt "Datei -> Alle schließen" zu schließen.
Die beschriebene Vorgehensweise habe ich noch zweimal angewendet. Einmal mit vier (4) und ein weiteres mal mit drei (3) Bildern. Damit standen mir vor dem nächsten Schritt insgesamt drei Filmstreifen zur Verfügung, die ich in ein entsprechend großes Hintergrundbild (weiß) als Ebenen einfügte.

Jetzt galt es, die Filmstreifen entsprechend dem "geklauten" Werbebanner zu arrangieren, was für den obersten Streifen nicht weiter schwer war, denn diesen habe ich nur mit dem Drehen-Werkzeug gekippt und anschließend mit dem Skalieren-Werkzeug ein wenig auseinander gezogen.
Deutlich schwieriger war das Arrangement des mittleren Filmstreifens. Hier habe ich mich der Möglichkeit des Verbiegens angenommen, die man über den Menüpunkt "Filter -> Verzerren -> Verbiegen..." erreicht. In dem sich daraufhin öffnenden Fenster kann man mit der Maus sowohl den oberen als auch den unteren Rand der selektierten Ebene unabhängig voneinander verbiegen. Zur Einschätzung des Ergebnisses empfiehlt sich hier auch ein Häckchen bei der Option "Automatische Vorschau" zu setzen.

Auch hier noch ein bisschen nachskalliert und fertig war die mittlere Filmstreifen-Ebene.
Für den untersten Filmstreifen habe ich dann die gleiche Methode angewendet, wie für den mittleren Filmstreifen, d.h. verbogen und skaliert! Danach die Reihenfolge der Ebenen im Ebenen-Dialog verändert (die mittlere Ebene an oberste Stelle) und das Grundgerüst war fertig.

Ein Rechtsklick auf irgendeine Ebene im Ebenen-Dialog und im erscheinenden Kontextmenü den Menüpunkt "Sichtbare Ebenen vereinen" selektiert; dann mit dem Zuschneiden-Werkzeug das Ganze zurechtgeschnippelt und abschließend mit einer Überschrift (Text-Werkzeug) versehen. Das Ergebnis finde ich ganz ok...

...wobei die Leuchtkraft der Filmstreifen sicherlich noch ein wenig erhöht werden könnte - doch das ist ein anderes Thema.
Ein ebenfalls sehr interessanter Effekt lässt sich mit Fotos erreichen, in denen ein Objekt IN oder AUS einem Bild ragt. Um dies zu verdeutlichen habe ich mal ein Luftbild herangezogen, mit dem sich das Thema IN-das-Bild gut darstellen lässt - passend mit einem DIA-Fake arrangiert beeindruckt auch soetwas!
Zur Erstellung sind folgende Schritte in "Gimp" nötig:
1. Neues Bild mit weißem Hintergrund und fast rechteckigen Ausmaßen anlegen.
2. Mit dem rechteckigen Auswahl-Werkzeug einen Rahmen auf den gesamten Hintergrund aufziehen und anschließend den oberen Rand ca. 10% nach unten ziehen sowie den unteren Rand ca. 25% nach oben ziehen. Danach noch den linken und rechten Rand jeweils ca. 7-8% nach innen ziehen. Damit ergibt sich folgendes Bild:

3. Neue, transparente Ebene anlegen und darauf die vorhandene Auswahl mit schwarz füllen.
4. Einen passenden Text unterhalb der schwarzen Fläche einfügen, positionieren und die Ebenen entsprechend benennen (z.B. "Innen" und "Aussen" - siehe auch Bildschirmfoto weiter unten), womit sich folgendes Bild ergibt:

5. Eine weitere, neue, transparente Ebene mit deutlich größeren Ausmaßen anlegen, denn diese muß später das liegende DIA aufnehmen. Anschließend über "Bild -> Leinwandgröße" die Leinwand auf die gleichen Ausmaße bringen, wie die zuvor erstellte Ebene. Die Ebene in "Hintergrund" umbenennen und im Ebenen-Dialog nach ganz unten schieben.
6. Die jetzt darüber liegenden Ebenen verketten (rechts neben dem Augen-Symbol im Ebenen-Dialog) und die evtl. noch vorhandene Auswahl aufgeben (Umschalt+Strg+a).

7. Eine der verketteten Ebenen (welche ist egal) im Ebenen-Dialog auswählen und mit dem Perspektive-Werkzeug das "DIA" flach auf den Hintergrund legen, was im Anschluss in etwa so aussehen sollte:

8. Nun das Foto, dessen Objekt IN das Bild ragen soll, als Ebene öffnen, im Ebenen-Dialog an die oberste Stelle schieben und leicht transparent machen, d.h. die Deckkraft verringern, so dass das DIA durchscheint - ggf. die Ebene auf die richtige Größe skalieren und mit dem Verschieben-Werkzeug positionieren.

9. Im Ebenen-Dialog die schwarze DIA-Innenfläche, d.h. die Ebene "Innen" (wie in meinem Beispiel benannt) mit der rechten Maustaste anklicken und im Kontextmenü den Eintrag "Auswahl aus Alphakanal" wählen. Anschließend wieder die oberste Ebene (bei mir "foto" benannt) selektieren, d.h. mit der linken Maustaste anklicken.
10. Aus dem Werkzeugkasten ein geegnetes Auswahlwerkzeug wählen, um die Bereiche der vorhandenen Auswahl (die aus dem Alphakanal) hinzuzufügen, die sichtbar bleiben sollen (in meinem Beispiel das Flugzeug ausserhalb der bereits vorhandenen Auswahl - ich habe mich für das Lasso-Werkzeug entschieden). Wichtig vor Beginn der Auswahl ist, dass der Modus (in den Eigenschaften des Werkzeugs) auf "zur aktuellen Auswahl hinzufügen" gewählt ist - und zur Erleichterung der Auwahl, die Ebene wieder auf volle Deckkraft gestellt wird.

11. Die nun vorhandene Auswahl habe ich über den Menüpunkt "Auswahl -> Invertieren" umgekehrt. Ein Druck auf die Entf.-Taste (Entfernen-Taste) oder alternativ die Auswahl des Menüpunktes "Bearbeiten -> Löschen" führt dann zu folgendem Ergebnis:

Versieht man den Hintergrund (unterste Ebene) noch mit einem Farbverlauf und fügt man der darüber liegenden Ebene (bei mir betitelt mit "Aussen") noch einen Schlagschatten hinzu, dann sieht das Foto-Arrangement aus, wie das Titelbild dieses Blog-Eintrags!
Das funktioniert übrigens nicht nur mit Flugzeugen, sondern auch mit "Basti"!

Neben den hier gezeigten Möglichkeiten Fotos zu arrangieren, existieren natürlich viele Weitere, hervorragende Ideen, die man sich, sofern frei von Rechten Dritter, zuhauf aus dem Internet "klauen" kann, um eigene Kompositionen zu erstellen...
Doch für heute habe ich genug gebastelt...


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Infos zum Autor

Frank Deneke

Frank Deneke

Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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