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Bis jetzt gab´s keine Birnen!

Bis jetzt gab´s keine Birnen!

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Die zweite Woche des Sommer Spezial 2010, sowie meine zweite Kur-Woche sind nun angebrochen. Nach einigen abendlichen Test-"Veranstaltungen" mit Gimp (und vertiefenden Gesprächen bei reichlich Heilwasser in der hiesigen Gastronomie), hatte ich den Wunsch, doch schonmal ohne vorgegebene "Step-by-Step" Anleitung etwas zu kreieren.
Als ich auf meinem Bett lag und mich so umschaute, sprang mich die, in der Deckenleuchte eingefasste Glühlampe förmlich an. Die (sicherlich nicht neue) Idee für eine erste Collage war geboren! Ich wollte eine "Glüh-BIRNE" mit Gimp erstellen.

Das erschien mir nicht zu hoch gegriffen und damit durchaus machbar. Das Gewinde einer Glühlampe hatte ich ja praktisch vor Ort; fehlte noch die Birne. Also ab in die Kur-Küche...

Der dortige 0-Sterne-Koch sah sich nicht in der Lage, mir eine Birne zu verschaffen und bot mir unter dem Hinweis, dass dieser auch mit reichlich Vitaminen bestückt sei, einen Apfel an.

Neuer Plan: Glüh-APFEL

...und schon konnte ich sie wieder einsetzen, meine neue Spiegelreflexkamera. Erst die Pseudo-Birne, sprich den Apfel und dann die Glühlampe - beides mit neutralem Hintergrund, um eine Freistellung besser zu ermöglichen - fotografiert, und die Vorarbeit war erledigt!

Apfel
Glühlampe

Bevor mein "Versuch" so richtig starten sollte, brachte ich beide Ursprungsbilder mit Gimp auf ein Maß, das meinen Notebook nicht zu arg strapazierte. Das funktioniert recht einfach über "Bild -> Bild skalieren" (man [Frau natürlich auch] fühlt sich schon nach wenigen Tagen ziemlich sicher mit Gimp, sofern man das Grundprinzip und den Menüaufbau sowie die damit einhergehende Bedienung erstmal verstanden hat, finde ich).

Also als erste Ebene die Glühlampe geladen und mit der freien Auswahl (Lasso) die Fassung (NEIN, eigentlich ist es ja das Gewinde, dass in eine Fassung gedreht wird - ODER DOCH die Fassung für den Glaskörper? WIE AUCH IMMER) markiert...

Schritt 1

...dann mit Strg-C die Auswahl in die Zwischenablage kopiert und mit Strg-V als so genannte "schwebende Auswahl" eingefügt. Damit daraus eine richtige Ebene wird ist nur noch im Ebenen-Dock auf "Neue Ebene" (das weisse Blatt mit dem grünen Plus) zu klicken. Die Original Glühlampe durch Klick auf das Auge ausblenden und die freigestellte "Fassung" (von mir aus auch "Gewinde") liegt vor.

Schritt 2

Als nächstes habe ich über "Datei -> Als Ebene öffnen" den Apfel geladen und ebenfalls mit der freien Auswahl (Lasso) markiert.

Schritt 3

Mit einem beherzten Strg-C und anschließendem Strg-V schnitt ich den Apfel aus und fügte ihn sogleich als "schwebende Auswahl" wieder ein. Ein Klick auf "Neue Ebene" brachte auch ihn auf eine Entsprechende, so dass ich den Original-Apfel nur noch ausblenden musste, um das, im folgenden Bild gezeigte Resultat zu erhalten:

Schritt 4

Da in meinem Beispiel die Fassung (ich denke, wir einigen uns an dieser Stelle auf den Begriff) im Vordergrund, d.h. vor dem Apfel liegen muss, habe ich die Ebene mit dem Apfel einfach mit der Maus unter die der Fassung gezogen und anschließend mit dem Verschieben-Werkzeug nach oben (über die Fassung) verschoben. Damit war der grobe Plan schon erledigt - zumindest konnte man schon erkennen, worauf es hinaus laufen sollte...

Schritt 5

Da mir ja nur ein vitaminreicher Apfel und KEINE BIRNE zur Verfügung stand, musste ich das Ganze noch ein wenig in Form bringen. Für den Anfang entschied ich mich daher für das Skalieren-Werkzeug, um den Apfel ein bisschen zu quetschen.

Schritt 6

Mit dem Radierer den Apfel in Birnen-ähnliche-Form gebracht - und das Ganze hat schon mehr Gesicht.

Schritt 7

Und wer es mag, kann beispielsweise eine weitere, transparente Ebene unterhalb des zugeschnittenen Apfels einfügen und mit einem Farbverlauf oder anderem Hintergrund versehen.

Schritt 8

Nun war der große Moment da, in dem ich das erste mal das Pfade-Werkzeug anbringen wollte, um letztlich einen Text an dem Pfad auszurichten. Aber auch das ist mit Gimp problemlos und einfach möglich. Einfach das Pfade-Werkzeug selektieren, auf einen beliebigen Punkt klicken und (in meinem Fall) den zweiten Punkt (möglichst parallel - hier hilf ggf. eine Hilfslinie [womit der Begriff auch eindeutig einen Sinn hat], die man mit der Maus aus dem oberen Linial herausziehen kann) setzen.
Um eine möglichst schöne Rundung zu erhalten ist mit der Maus in Höhe der halben Strecke zwichen die Punkte (auf die Linie) zu klicken und bei gedrückt gehaltener Maustaste diese nach unten zu ziehen, bis die gewünschte Rundung erreicht ist.
Und schon hat man [nach wie vor, Frau natürlich auch] einen Pfad, der im Pfade-Dock auch zu sehen ist.

Schritt 9

Abschließend mit dem Text-Werkzeug noch eine "Erklärung" zum Meisterwerk geschrieben und diese durch Klick auf "Text an Pfad" (in den Einstellungen zum Text-Werkzeug) am Pfad ausgerichtet, wodurch der ausgerichtete Text selbst zum Pfad wurde und im Pfade-Dock auch erschien. Dort habe ich den neuen Text-Pfad dann mit der rechten Maustaste angeklickt und aus dem Kontextmenü den Punkt "Auswahl aus Pfad" selektiert, um eine neue Auswahl zu erhalten. Den Pfad selber habe ich dann durch Klick auf das Auge im Pfade-Dock ausgeblendet (wodurch die Auswahl nicht beeinträchtigt wird).

Schritt 10

Über den Menüpunkt "Filter -> Licht und Schatten -> Schlagschatten" habe ich der Auswahl einen Schatten verpasst; die ursprüngliche Textebene durch Klick auf das Auge ausgeblendet und fertig war meine erste Gimp-Collage (an die ich mich eigentlich erst viel später wagen wollte).

Schritt 11
Glühapfel

Es hat sich jetzt schon gezeigt, dass ein gutes Buch, vielleicht auch die Veranschaulichung durch ein bisschen Video-Training, sowie ein wenig Zeit, einem ein völlig fremdes Programm näher bringen können. Sicherlich hat schon jeder von Euch unter dem Betriebssystem aus Redmond mit der ein- oder anderen Grafikanwendung gearbeitet, so dass auch die dort erlangten Erkenntnisse sicherlich Vorteilhaft sind.
Ich für meinen Teil bin jedenfalls von dem, was ich bisher über die Möglichkeiten von Gimp herausgefunden habe, sehr beeindruckt.

...und da ich noch nicht wirklich Ahnung von meiner neuen Spiegelreflexkamera habe, wird wohl in den nächsten Tagen das ein oder andere über- oder unterbelichtete Bild neue Herausforderungen bedeuten, die es mit freier Software zu lösen gilt.
Übrigens: "In dem bereits mehrfach erwähnten, schlauen Buch, geht es auch um RAW, HDR und DRI. Es wird noch spannend..."

Bis demnächst....

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Kommentare
Das geht gut in die Birne ;-)
Ulf B., Dienstag, 17. August 2010 23:45:49
Ein/Ausklappen

Ganz schön lehrreich Dein Blog. Da lernt man so nebenbei den ein oder anderen Tip, den man noch nicht kannte. Bin aber auch kein GIMP Profi, sondern ich benutze es lediglich mal um z.B. an unserem Haus über Ebenen und Freistellungen neue Farben auszuprobieren. Habe dazu die ausgesuchten Farbtafeln mit möglichst gleichen Lichtverhältnissen (gleicher Ort und Zeit wie das Bild vom Haus) gemacht. Anschließend die Farben für den neuen Anstrich eingeblendet. Das hat immens geholfen, die Wirkung zu beurteilen. Die ausgesuchte Farbe (heller grünton), wirkt heute fast exakt so wie damals montiert ;-)

Ciao
Ulf


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Infos zum Autor

Frank Deneke

Frank Deneke

Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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