Bamboo mit Krita und Co.

Bamboo mit Krita und Co.

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Wie in meinem vorletzten Blog beschrieben, war die Installation des "Wacom Bamboo Pen & Touch" unter openSUSE 11.3 kein großes Problem. Auch die Feineinstellung konnte sowohl auf der Konsole als auch mit Nutzung des grafischen Python-Programms "Wacom Control Panel" gemeistert werden.
Ein Test des Grafiktablets mit unterschiedlichen Anwendungen musste aber aufgrund akuten Zeitmangels bis jetzt entfallen.
Doch nun habe ich die Zeit gefunden, die neue Errungenschaft mit diversen Linux-Anwendungen zu testen. Allen voran natürlich mein, mittlerweile sehr lieb gewonnenes, Bildbearbeitungsprogramm "Gimp".
Hier ist vor der ersten Verwendung zwingend eine Konfiguration notwendig, die über das Menü "Bearbeiten -> Einstellungen" unter "Eingabegeräte -> Erweiterte Eingabegeräte konfigurieren" erreicht werden kann.
Für die Geräte "Wacom ... Pen Stylus" und " Wacom ... Pen Eraser" sollte der Modus auf "Bildschirm" gestellt werden. Weitere Einstellungen sind grundsätzlich nicht erforderlich, denn nach dem Speichern, und Verlassen des Einstellungsdialogs kann auf einem neuen Bild schon fröhlich gezeichnet werden...

Das KOffice Bildbearbeitungsprogramm "Krita" funktioniert mit dem Grafiktablet "out of the box", d.h. Einstellungen sind hier nicht erforderlich!

Krita

Auch das sehr einfach gehaltene Mal- und Zeichenprogramm "KolourPaint" funktioniert ohne Einstellungen vornehmen zu müssen. Es eignet sich in meinen Augen, aufgrund seiner schlichten Struktur, bestens dazu, einfache Farbskizzen zu erstellen, da die hierfür erforderlichen Werkzeuge nebest Farbauswahl in direktem Zugriff liegen und äußerst unkompliziert anmuten.
Hier ist aber anzumerken, dass KolourPaint im Gegensatz zu Gimp und Krita keine Druckempfindlichkeit unterstützt, d.h. die Zeichnung unabhängig von der Aufdruckstärke des Stiftes auf das Tablet immer gleichbleibend erscheint.

KolourPaint

Natürlich unterstützt auch das Vectorzeichenprogramm aus der OpenOffice-Familien "Draw" das Zeichentablet ohne Probleme, genau so, wie auch "InkScape".
Auch die beiden Notiz- und Skizzen-Applikationen "Xournal" und "Jarnal" funktionierten auf Anhieb.

Xournal
Jarnal

...und grundsätzlich lässt sich mit dem Stift als Mausersatz auch jede andere Anwendung steuern, wobei ich hier trotzdem zur Maus tendiere, zumal ich auch nie der Freund eines Touchpads bei Notebooks war!

Doch gibt es, sofern man künstlerisch nicht so begabt ist wie andere Sommer-Spezial 2010 Teilnehmer (vor denen ich meinen Hut ziehe), dennoch Möglichkeiten das Tablet für "Kunst" (im weitesten Sinne) einzusetzen.
Eine Idee besteht darin, die Noten, die man sonst vielleicht auf ein Blatt Papier "kritzelt", einfach auf eine entsprechende Vorlage zu "malen". Das hat den schneidigen Vorteil, das Radierungen schnell erledigt sind und das Blatt trotzdem sauber, d.h. ohne Radierspuren, daherkommt.
Eine Notenblatt-Vorlage ist mit Gimp schnell erstellt...

Notenblatt

...vereinigt, kopiert und ausgerichtet - so dass die Grundlage für den Komponisten fertig ist und ein Oktober-Fest-Knaller, wie "Südlich von der Reeperbahn" (im Original von der Dampferband - mit dessen freundlicher Genehmigung ich hier ein paar Noten nutzen durfte) aus der Tablet-Feder gezaubert werden kann!
Bei ernsthafter Nutzung dieser Möglichkeit bietet es sich an, die Noten als Pinsel einmal zu erstellen, um sie dann zukünftig schneller nutzen zu können.

Beispiel Notenblatt

Und da auch die lieben Kleinen viel Spass an technischen Errungenschaften - und damit an Papa´s Spielzeug - haben, ist die Tablet-Nutzung auch super für deren Unterhaltung (und meine Entspannung) nutzbar.
So findet sich im World Wide Web eine Unzahl von Malbuch-Seiten oder man scannt diese einfach ein. Das Ganze auf den Bildschirm gezaubert und die Zwerge sind begeistert...

Malbuch Seite

...und beschäftigt!

Für mich persönlich (als Nicht-Künstler) bietet sich das Wacom Bamboo Pen & Touch hauptsächlich als sehr genaues Hilfmittel für die Retusche, respektive Nachbearbeitung meiner digitalen Fotos an. So ermöglicht die genaue Justierung eine wesentlich vereinfachte Möglichkeit der Auswahl unterschiedlichster und kompliziert anmutender (weil verwinkelt) Bildausschnitte.
Die Bedienung einzelner Werkzeuge in meinem neuen Lieblingsbildbearbeitungsprogramm "Gimp" erfolgt, dank des Tablets, vereinfacht und genauer. So ermöglicht beispielsweise, nach Auswahl des Zauberstab-Werkzeugs, eine Bewegung nach rechts mit dem Stift, eine wesentlich feinere Abstimmung der Empfindlichkeit als die Nutzung einer Maus.

Kurzum: Auch für Kunst-Banausen eignet sich ein Grafiktablet!

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Infos zum Autor

Frank Deneke

Frank Deneke

Frank Deneke ist zwar Beamter, aber keiner, der den Goldfisch aus dem Büro geschmissen hat, weil dieser zuviel Unruhe brachte.
Zu seiner Lieblingsbeschäftigung zählt die Fliegerei, von der er behauptet, es sei "geballte Langeweile, durchbrochen von Momenten großer Angst".
Darüber hinaus gehört natürlich Linux, das er auch im Dienst nutzt, zu den großen Leidenschaften.
...und seit kurzer Zeit kommt noch die Fotografie zur Freizeitgestaltung hinzu.
Das alles natürlich neben der Familie!

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