Nur wenige Firmen kümmern sich im die Verfügbarkeit von (freien) Linux Treibern für ihre Produkte. Intel sticht aus der Masse jedoch positiv hervor. Die guten Wlan, Ethernet und Grafikkarten Treiber sprechen für sich. Projekte wie lesswatts.org (powertop und co) unterstützen den positiven Eindruck. Doch im aktuellen Grafikkarten Treiber von Intel ist anscheinend der Wurm drin.
Seit der Umstellung auf eine neue Generation von Grafikkarten funktioniert kaum noch etwas wie es soll. OpenGL funktioniert entweder gar nicht, nur in Verbindung mit niedrigen Auflösungen, oder ist sehr langsam. Videos flimmern beim Abspielen — ein Effekt der Tearing genannt wird und darauf zurück zu führen ist, dass das Bild neu gezeichnet wird bevor das nächste Frame komplett in den Speicher geschrieben worden ist. (Der Betrachter sieht also zwei halbe Frames gleichzeitig) Abgerundet wird die Liste der Fehler mit kleineren Bugs wie langsamen Font Rendering oder Speicher Lecks nach längerer Laufzeit. Der einzige Lichtblick ist der relativ problemlose 2D Betrieb. Hier funktionieren sogar mehrere Monitore (HDMI und/oder VGA Ausgang bei Notebooks) einwandfrei.
Schuld an der ganzen Misere sind mehrere Faktoren. Der in neuen G45 Intel Chipsätzen integrierte Grafikchip X4500HD besitzt im Gegensatz zu seinen Vorgängern keine 2D Einheit mehr sondern lediglich eine 3D Einheit. Der früher verbaute Video Overlay Modus, welcher für einen störungsfreien Videogenuss sorgte, fällt nun also weg. (Maillinglist) Aus diesem und anderen Gründen steigen die Entwickler auf DRI2, dem Nachfolger von DRI (Direct Rendering Interface) um. Problem dabei: DRI2 befindet sich noch in der Entwicklung und ist nicht gerade stabil. Der Umstieg kommt jedoch zu einem Zeitpunkt in dem die Entwickler nicht gerade wenig zu tun haben. Der neue Graphics Execution Manager (GEM) erhält Einzug in den Kernel und außerdem müssen Dinge wie Audio über HDMI oder die MPEG Beschleunigung XvMC entwickelt werden.
Im Grund kommt hier ein Vorurteil zum Tragen, dass eigentlich schon fast vergessen schien: Neue Hardware läuft nicht, oder nur eingeschränkt unter Linux. Es ist sehr wahrscheinlich das die Probleme mit den aktuellen Intel Grafikchips in Zukunft irgendwann einmal gefixt sein werden: Jedoch bestimmt nicht innerhalb der nächsten paar Wochen.
Besitzer von aktuellen Intel Grafikkarten die lediglich einen stabilen 2D Betrieb benötigen sei zur Version 2.5.1 des Intel Treibers geraten. Nach Möglichkeit in Verbindung mit der 2.6.27 Kernel Serie. Wer Lust auf Experimente hat der sollte sich mal mit Version 2.6.1 und Kernel 2.6.29 auseinander setzen.





