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Das Böse

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Zu sagen ich wäre mit dem Internet aufgewachsen ist vielleicht ein bisschen vermessen. Tatsache ist jedoch, dass ich in der zweiten Hälfte meines bisherigen Lebens Zugang zum Internet hatte. Ich war vielleicht nicht dabei, als die Erste E-Mail versendend wurde, aber die Zeit vor der Wikipedia und den Höhepunkt der Gästebücher und Foren (Ich sag nur phpbb) habe ich noch miterlebt. Wie sich 56K anfühlen und wie AOL CDs aussehen ist mir ebenfalls geläufig. Und ja; meine erste Webseite hatte auch Frames. Und ich hab einiges erlebt und gesehen in dieser Zeit. Lustiges, interessantes, aber auch verdammt viel Scheiße. (Bringt es etwas zu erwähnen, dass ich in dieser Zeit nie über Kinderpornographie im Web (HTTP) gestolpert bin? Wahrscheinlich nicht. Schwarz-Gelb liest diesen Blog sowieso nicht.)

Wie auch immer: Von einer Sache habe ich mich die letzten Jahre bisher fern gehalten: Soziale Netzwerke. Ich war immer derjenige, der die IRC/Wiki/Maillinglisten Fahne hochgehalten hat als jeder eine Gruppe auf $VZ aufmachen wollte. (Unnötig zu sagen, dass ich erfolglos war.) Xing war hier meine einzige Ausnahme, weil ich es - und es immer noch tue - als notwendige Ergänzung meiner Geschäftsrepräsentation sehe. Dort veröffentliche ich nicht die sprichwörtlichen Saufphotos, die mein Kunde / Chef nicht sehen darf, sondern die genau die Informationen die er sehen soll.

Jetzt hat meine gegenwärtige Situation (Ich bin auf Reisen) es jedoch irgendwie notwendig gemacht doch einem „Sozialnetwork“ anzugehören. IM (ICQ, MSN, Jabber) und E-Mail sind für die meisten (jungen) Menschen tot. Zwar hat jeder der im Internet aktiv ist, eine E-Mail Adresse, doch wie oft diese E-Mails abgerufen werden steht auf einem anderen Blatt. Lange Rede kurzer Sinn: Um mit einem bestimmten Personenkreis in Kontakt zu bleiben entschied ich mich einen Account auf Facebook einzurichten.

So, ich weiß nicht war von meinen Lesern das schon einmal gemacht, aber irgendwo im Anmeldungsprozess schlägt Facebook einem potentielle Freunde vor. Und das hat mich wirklich schockiert. Neben den üblichen Klassenkameraden, die ja über einen einfachen Vergleich der Schule gefunden werden können, fand Facebook zwei Bekannte von mir die in keinem dokumentierten Verhältnis zu mir stehen. Unsere beiden Namen tauchen auf keiner Internetseite dieser Welt zusammen auf. Wir haben keine gemeinsamen Informationen. Das gruselte mich dann doch ein bisschen, weil in keinster Weise ersichtlich war, wie Facebook an diese Informationen kam. Außerdem schlug Facebook noch ein-zwei andere Personen vor, die ich nur vom Namen her kenne, weil wir auf den gleichen Konferenzen Vorträge gehalten haben und somit auf verschiedenen Internetseiten Beide namentlich erwähnt werden. (Zumindest erkläre ich mir den Algorithmus so.)

Aber wie um alles in der Welt Facebook an die anderen beiden Personen kommt bleibt mir ein Rätsel. Fast schon gruselig genug sich dort gleich wieder abzumelden.

P.S: Nein ich habe natürlich nicht meinen E-Mail Account durchsuchen lassen. Wie käme ich denn dazu? Außerdem wüsste Facebook die Domain meines IMAP Servers sowieso nicht.

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Kommentare
Gespeicherte Suchanfragen?
Erwin Eggenberger, Montag, 19. Oktober 2009 20:55:15
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Ich kann mir vorstellen, dass Facebook einfach erfolglose Suchanfragen speichert, und auf diese zurückgreift wenn sich ein neuer User anmeldet. Deine Bekannten haben wahrscheinlich einfach mal nach deinem Namen gesucht, um zu sehen ob du auch bei Facebook bist, und jetzt wo du dich angemeldet hast, sieht das System in seinen Datenbeständen, dass die mal nach deinem Namen gesucht haben und damit potentielle Freunde sind.
Ich kenne mich mit Social Networks nicht aus, konnte bisher jeder Einladung wiederstehen, aber so würde ich das machen ;-)


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Infos zum Autor

Daniel Gultsch

Daniel Gultsch ist Student an der RWTH Aachen. Seit über 7 Jahren setzt er nun ausschließlich Linux auf seinen Rechnern ein. Zur Zeit läuft auf seinem Desktop ein Gentoo Linux mit KDE 4.4 und auf seinem Thinkpad X301 ein Gentoo mit dem Tiling WM i3. In seiner Freizeit hält er ein Netzwerk mit ~250 Benutzern am Laufen.

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