Wer kauft openSUSE?

Wer kauft openSUSE?
16.09.2010 10:51

Die Übernahme durch Novell hat Suse zwar (vermutlich) vor der finanziellen Pleite gerettet, aber wirklich gut getan hat sie der Distro auch nicht. Novell machte einfach zu viele Fehler und hat erst in den letzten zwei, drei Jahren begriffen, wie das Open-Source-Modell funktioniert. Jetzt, wo man eigentlich davon ausgehen könnte, dass Novell im freien Softwarebusiness Fuß gefasst hat, soll die Firma also verkauft werden.

Die erste Frage lautet deshalb: wer kauft Novell, wer übernimmt die Linux-Sparte. Dazu gibt es im Netz mittlerweile mehrere Gerüchte. An erster Stelle unter den potentiellen Käufern der Linux-Sparte steht VMware. Der Virtualisierungsspezialist sieht sich tagtäglich mit Open-Source konfrontiert und man kann hoffentlich davon ausgehen, dass VMware die Distribution und die Enterprise-Produkte nach einem Kauf übernehmen wird.

Natürlich wird auch Microsoft als Käufer gehandelt, allerdings kann ich mir ein openWINDOWS schlecht vorstellen ;-) Zudem darf man nicht vergessen, dass OpenSuse die Grundlage für die Enterprise-Produkte bildet: ohne OpenSuse kein SLES, ohne Fedora kein RHEL. Microsoft dürfte deshalb kaum an einer Übernahme der Linux-Sparte interessiert sein.

Zu den üblichen Verdächtigen gehören IBM und Oracle. Oracle soll ja angeblich auch immer wieder mal Red Hat kaufen wollen und hat bei der Übernahme von Sun gezeigt, wie es zu Open-Source-Software steht... IBM wäre vermutlich ein guter Käufer für die Linux-Sparte, hatten die Nürnberger doch über Jahre gute Kontakte zu IBM und sogar mal gemeinsame TV-Spots geschaltet. Ob IBM allerdings an einer kompletten eigenen Linux-Distribution interessiert ist, bleibt fraglich.

Es darf in den nächsten Wochen also noch fleissig getippt werden. Wer seinen Tipp online abgeben möchte oder mal schauen möchte, wer so als Favorit gehandelt wird, findet in diesem Posting des ehemaligen OpenSuse-Community-Managers Zonker eine Abstimmung zu den Novell-Käufern.


Kommentare
IBM mehr als möglich
MarKre (unangemeldet), Donnerstag, 16. September 2010 16:52:31
Ein/Ausklappen

"IBM wäre vermutlich ein guter Käufer für die Linux-Sparte, hatten die Nürnberger doch über Jahre gute Kontakte zu IBM und sogar mal gemeinsame TV-Spots geschaltet. Ob IBM allerdings an einer kompletten eigenen Linux-Distribution interessiert ist, bleibt fraglich."

IBM hat vor einiger Zeit - auch aufgrund von Microsofts Lizenzpolitik und der Abhängigkeit der verschiedenen Modelle - intern seine Office-Produktivität komplett auf Lotus Symphony, einer eigenen Office-Suite auf Basis von OpenOffice, umgestellt. Damit ist man in der Lage neben der erheblichen Kostenersparnis auch die freien Dokument-Formate zu bewerben und aktiv zu nutzen.

IBM würde mit einer Übernahme der Linux-Sparte Novells sein Portfolio in Sachen "Unabhängigkeit" weiter ausbauen und könnte, den Willen der Aktionäre vorausgesetzt, Linux zu einem unaufhaltsamen Durchbruch verhelfen!

Ich werde gleich mal Samuel Palmisano anrufen... ;)

Beste Grüße
MarKre


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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

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Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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