Mitgegangen -- mitgefangen

(c) apple.com
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06.10.2010 11:00

Die Amarok-Entwickler haben auf Cover Flow verzichtet und KDE hat seine Desktop-Effekte leicht angepasst, um eventuelle rechtliche Probleme zu umgehen. Der Grund dafür: ein Software Patent von Apple auf den Cover-Flow-Effekt.

Doch Cover Flow stammt gar nicht von Apple, wie ein amerikanisches Gericht jetzt urteilte. Ein ensprechendes Software-Patent wurde schon früher der Firma Mirror Worlds vergeben. Die hat bereits 2008 Apple verklagt und soll nun bis zu 625 Millionen USD Schadenersatz erhalten.

Was bedeutet das für die freie Software-Welt? Vermutlich nicht viel, da auch eine relativ unbekannte Firma wie Mirror Worlds jederzeit mit einer Klage drohen kann. Doch der Fall zeigt einmal mehr wie Software Patente letztlich auch den Closed-Source-Firmen enormen Schaden zufügen können, umso wichtiger ist es, davon deutlich Abstand zu nehmen aber auch sich von eventuellen Patentklagen möglichst fern zu halten. In diesem Sinne: gut gemacht Amarok und KDE!


Kommentare
Jaja, so ist das
TeaAge (unangemeldet), Mittwoch, 06. Oktober 2010 15:01:28
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Tja, mit den eigenen Waffen geschlagen aber irgendwie werden immer die falschen Konsequenzen daraus gezogen.

Jedem Beteiligten der Judikative wie Legislative sollte schon allein bei dem Fall klar sein, dass Softwarepatente in der Form absurd sind.

Da hat jemand ein Patent drauf, wie man Bilder darstellt.
Ich beantrage dann mal ein Patent wie ich mein Papier staple .... nämlich übereinander!

Mal gucken wie lange diese Softwarepatente noch bestand haben ... ich gehe eigentlich fest davon aus, dass es nur ne Frage der Zeit ist.

Gruß


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Re: Jaja, so ist das
Marcel Hilzinger, Mittwoch, 06. Oktober 2010 15:18:24
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Das Perverse an der ganzen Sache ist doch: wie konnte Apple überhaupt ein Patent auf den Cover Flow erhalten, wenn zuvor bereits jemandem ein Patent für die gleiche Idee erteilt wurde...

Das ganze Patentwesen ist einfach totale Willkür und am Schluss setzt sich der durch, der am meisten Geld hat. Kann mir durchaus vorstellen, dass Apple einen Ausgleich sucht und vielleicht sogar die Patente kauft, um damit dann die Kosten bei anderen Firmen wieder reinzuholen.


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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

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Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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