Heißer Linux-Sommer

sxc.hu
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18.04.2009 15:52

Ubuntu 9.04 leitet den Reigen der neuen großen Distributionsversionen ein, es folgen Mandriva 2009.1 und Fedora 11. Doch hinter den Kulissen läuft noch viel mehr ab.

Distro-Frühling

Debian 5.0 zum Valentinstag war zwar ein großes Geschenk, aber keine große Überraschung. Wirklich Neues hat die Distribution nicht zu bieten. Anders sieht es mit den in Kürze erscheinenden Ubuntu-, Mandriva- und Fedora-Versionen aus: Sie zeigen, was im neuen Kernel, den aktuellen grafischen Oberflächen und den zahlreichen OpenSource-Tools steckt. Vor allem Fedora 11 scheut dabei nicht vor brandneuer Software zurück und setzt auf Ext4 als Standarddateisystem und dem Nouveau-2D-Treiber für Nvidia-Grafikkarten. Doch über diese drei Distributionen werdet ihr auf der Linux-Community in nächster Zeit noch viel lesen.

Die Linux Foundation

Während sich um neue Distributionen immer sehr viel Rummel entwickelt, treibt die Linux Foundation ein eher stilles Dasein (abgesehen vom Linux-Videowettbewerb). Doch stille Wasser gründen bekanntlich tief. Wer hätte zum Beispiel mit der Übernahme des Mobiln-Projekts durch die Linux Foundation gerechnet? Eine weitere Meldung wurde von vielen Newsseiten nur in einem Nebensatz abgedruckt: Die Linux Foundation will den OpenSuse-Buildservice in ihr Entwicklernetzwerk LDN einbinden. OpenSuse-Buildservice? Der Name trügt. Der OBS erstellt schon lange nicht nur OpenSuse-Pakete sondern unterstützt alle Mainstream-Distributionen und es würde mich nicht wundern, wenn noch diesen Sommer die Linux-Foundation den OBS komplett übernimmt, denn so lange der Service -- wenn auch nur zu einem kleinen Teil -- von Novell abhängt, kann er sich schlecht als Standard etablieren.

Linux auf ARM

Prozessoren werden immer kleiner und immer leistungsfähiger. Ab 2010 will IBM mit einigen Partnern einen 28nm-Chip auf den Markt bringen, von Intel werden für Ende 2009 erste 32nm-Prozessoren erwartet. Diese Prozessoren sind Zukunftsmusik und unterstützen vermutlich Linux, Mac und Windows. Bereits jetzt verfügbar sind ebenfalls sehr stromsparende ARM-CPUs. In wenigen Monaten werden erste Netbooks mit diesen Prozessoren in den Läden auftauchen und die Netbooks werden durchgehen mit Linux ausgeliefert, einen ARM-Port von Windows XP/7 gibt es nicht.

Auch hier kommt wieder der OpenSuse-Buildservice ins Spiel: Seit Version 1.6 unterstützt er auch die ARM-Platform, wohl kaum ein reiner Zufall. Und obwohl es offiziell keinen ARM-Port von OpenSuse 11.2 geben wird, arbeitet ein Team von e5 an einem solchen Port.

Bereits länger im ARM-Business drin steckt Canonical. Die Ubuntu-Firma hat die Portierung längst abgeschlossen und 9.04 steht als ARM-Version bereit. Der Name i.MX51 Babbage lässt keine Zweifel offen, wofür die Version gedacht ist: Das Referenzdesign von Freescale.

Google geht's gut

Last but not least wird der Sommer (oder spätestens der Herbst) auch eine Reihe neuer Android-Geräte hervorzaubern. Ob es sich dabei um Netbooks, kleinere MID-Computer oder Mobiltelefone handelt, ist aus Linux-Sicht eigentlich egal. In gewohnter Google-Manier gibt es dazu einen Haufen Gerüchte, aber kaum konkrete News. Angeblich soll T-Mobile Android auf diversen Home-Entertainment-Geräten einsetzen wollen, Asus und Co sollen Netbooks mit Android in Planung haben.


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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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