Dell Technology Camp

Dell Technology Camp
24.07.2009 16:51

Rund 40 Journalisten lud Dell am vergangenen Mittwoch in die Nähe von London zum Dell Technology Camp ein. Neben einer obligatorischen Präsentation und dem freiwilligen Mercedes-Fahren blieb viel Zeit für Produkttests und Gespräche mit den Dell-Mitarbeitern.

Eigentlich dachte ich ja, dass zur Zeiten der Finanzkrise diese Art von Events der Vergangenheit angehören, aber anscheinend kann es sich Dell mithilfe der Sponsoren Intel und Microsoft noch leisten, ein gutes Dutzend Journalisten aus Holland, Deutschland und Österreich in die Mercedes-Benz-World nach Brooklands einzuladen, wo wir mit den Kollegen aus dem Vereinigten Königreich zusammen Dells Enterprise-Produktpalette begutachten durften. So viel vorweg: Der Event war ganz in Ordnung, einzig von der Zimmerqualität im Hilton Cobham war ich doch etwas enttäuscht. Zudem kann ich bis heute nicht verstehen, warum ich in einem Hotel für die Internetnutzung 6 Pfund pro Stunde bezahlen soll.

Nach der Ankunft am Dienstag Abend und einem leckeren Dreigangmenü ging es am Mittwoch Morgen nach Brooklands. Die Mercedes-Benz World liegt etwas außerhalb von London, ungefähr 30 Autominuten vom Flughafen Heathrow entfernt. Der Tag begann locker mit Kaffee und Croissants und einer rund 45 Minuten dauernden Präsentation von Eddie English zu Dell im Allgemeinen und eines Intel-Mitarbeiters (dessen Namen ich mir leider nicht merken konnte) zu den kommenden Intel-Prozessoren, hatte man die Möglichkeit, sich im lockeren Rahmen die aktuellen Notebook- und Desktop-Modelle von Dell anzuschauen, sowie ein paar Sever-Racks zu bestaunen. Vor Ort war allerdings nur die Business-Linie, keine Consumer-Modelle.

Daneben waren wir in Dreierteams zu kleinen Vorträgen eingetragen. Als einziger Linux-Journalist war ich natürlich etwas erstaunt, als der erste Vortrag gleich bei Microsoft stattfand, da das Thema Hyper-V aber eh gerade aktuell ist, hörte ich mir den Vortag zur Virtualisierung mit Windows Server 2008 an. Wie ich erfahren durfte, bietet Microsoft den Windows Hyper-V Server 2008 gratis zum Download an. Damit lassen sich beliebige virtuelle Systeme betreiben, das System verfügt allerdings nur über ein Kommandozeilen-Interface, keine "schicke Outlook-Oberfläche", wie der Votragende die grafische Version nannte.

Überbleibsel vom Dell Technology Camp: Blueman USB-Stick, digitale Pressemappe von Dell und Mercedes-Pfefferminze-Bonbons.

Noch vor dem Mittagessen hatte ich dann die Gelegenheit mit einem schnellen Mercedes-Schlitten nach einem kurzen Fahrtraining drei Runden auf einem kurzen Rennparcours zu absolvieren. Zum Glück gab es dabei keinen Gegenverkehr, hat doch der Linksverkehr für uns Festländer so seine Tücken...

Nach dem Essen schaute ich mir ein paar Latitude-Notebooks an. Mit Ausnahme des Tablet-PCs Latitude XT2 funktionieren sämtliche Modelle problemlos unter Linux. Ich konnte sogar das noch unte NDA stehende Latitude Z ausgiebig testen und kann hier schon mal verraten, dass es ausgezeichnet mit Linux zusammenarbeitet.

Sämtliche Latitude-Modelle verfügen wahlweise über ein integriertes 3G-Modul und kommen mit dem Latitude-On Feature. Im Unterschied zu dem von mir bereits getesteten Modell mit Latitude On-Reader bringen die neuen Modelle ab September tatsächlich einen zusätzlichen ARM-Prozessor mit, der dann das von Montavista entwickelte Linux-System startet, welches Zugriff aufs Internet sicherstellt. Bei einem 6-Zellen-Akku liegen so Laufzeiten von über zehn Stunden locker drin.

Alle Rechner auch ohne Windows

Zur Linux-Strategie von Dell erhielt ich verschiedene Informationen, in drei Fragen waren sich die befragten Mitarbeiter aber einig:

  • Dell hat keine Vorlieben für Linux oder Abneigungen dagegen sondern bedient den Markt. Wo eine entsprechende Nachfrage vorhanden ist, bietet Dell Linux-Systeme an (Netbooks, Server, ausgewählte Desktop- und Notebooks).
  • Dell schaut sich Android, Chrome OS und Moblin intensiv an, es gibt aber zurzeit keine festen Pläne, Ubuntu durch eines der drei Systeme zu ersetzen
  • Jeder Dell-Rechner kann anstelle von Windows auch mit FreeDOS bestellt werden

Der letzte Punkt gilt eigentlich nur für Geschäftskunden, Dell beliefert aber auch Privatkunden mit FreeDOS, wenn diese per Telefon bestellen und mit etwas Nachdruck auf einem System ohne Windows beharren. Falls jemand einen Dell-Rechner ohne Windows bestellen möchte und dabei auf Probleme trifft, einfach bei mir melden, ich kenne jetzt die passenden Ansprechpartner :-)


Kommentare
Der geilste USB Stick EVER
Frank (unangemeldet), Sonntag, 26. September 2010 02:41:33
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Also dieser USB Stick haut mich echt um! Ich wünschte ich könnte den irgenwo kaufen.

Klar ist ein Werbegeschenk aber hat nicht irgendjemand eine idee? Sowas wird doch immer in Massen hergestellt auch bei Werbezwecken :D

Gruß
Frank


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yeahhhh!
Daniel Gultsch, Samstag, 25. Juli 2009 00:45:08
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Krass, wie wird man denn zu sowas eingeladen? Das hät ich mir ja allein schon wegen London, dem Hotel und dem Mercedes Fahren gegeben.
Androide, Chrome OS (zumal noch lang nicht fertig) und Moblin zielen aber auch in leicht andere Richtungen als Ubuntu.
Die FreeDOS Variante find ich persönlich am Besten, denn eigentlich bringt ein vorinstalliertes System sehr wenig. Die Hauptsache ist das die Hardware vernünftig ist. Seine Lieblings Distri hat man innerhalb von ein paar Stunden selber eingespielt.


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Re: yeahhhh!
Marcel Hilzinger, Samstag, 25. Juli 2009 12:43:56
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Die Einladung kam über die PR-Agentur. Das Hotel war übrigens das einzige, was die Reise nicht Wert war...


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Infos zum Autor

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Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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