Cowon iAudio9 im Linux-Kurztest

(c) cowon-germany.com
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17.01.2010 09:15

Noch im Dezember erhielt ich von Cowon Deutschland ein Testgerät des neuesten MP3-Players iAudio9. Jetzt hatte ich endlich Zeit, mir den Player anzuschauen, der nicht nur durch seine Verpackung aus der breiten Masse hervorsticht.

Die Hauptmerkmale des neuen iAudio9 liegen bei der sehr schlanken Bauform, einem angenehm hellen Display und dem wie bei Cowon üblich sehr guten Support für die freien Formate FLAC und Ogg Vorbis. Den iAudio9 gibt es in weiß und schwarz mit 8 oder 16 GByte Flash-Speicher und er kostet bei diversen Internet-Händlern rund 120 Euro (8-GByte-Variante) beziehungsweise ab 140 Euro (16-Gbyte-Version). Er liegt somit preislich auf dem gleichen Niveau wie die Nano-Version des iPod. Vor den Tests spielte ich die aktuelle Firmware-Version 1.11 ein. Das klappt wie üblich per Drag & Drop aus dem Dateimanager.

Bei der ersten Bedienung fiel mir auf, dass das Touchpad relativ empfindlich ist. Es erlaubt zwar eine sehr schnelle Navigation, aber oftmals gelingt es beim Scrollen nicht auf Anhieb, den gewünschten Eintrag auszuwählen. Auch die Knöpfe für die Lautstärkeregelung finde ich nicht besonders praktisch positioniert. Hätte Cowon die Bedienelemente rund 1 cm weiter oben angebracht, ließen sie sich einfacher drücken. Das ist aber ein rein subjektives Kriterium, kleinere/größere Hände werden hier anders urteilen.

Laut Cowon nutzt man die verpackung am besten als Blumentopf.

Im direkten Vergleich zum iPod Nano fehlen dem Cowon-Player ein Bewegungssensor und eine Kamera. Da der iAudio9 auch Flash unterstützt wäre ein Bewegungssensor zum Beispiel für Spiele praktisch, auf eine Kamera können die meisten Nutzer vermutlich verzichten.

Coole Features

Damit kommen wir aber bereits zu den Vorzügen des Players: Im Unterschied zu deutlich günstigeren Geräten lässt sich die Empfindlichkeit des Touchpads in den Einstellungen mit einem Wert zwischen 1 und 5 (sehr empfindlich) anpassen. Die Grundeinstellung ist 3.

Dass die eben erwähnten Buttons für die Lautstärkeregelung kaum per Zufall gedrückt werden können, hat ebenfalls seinen Grund. So können diese Knöpfe bei gesperrtem Touchpad wahlweise zur Lautstärkeregelung oder als Previous/Next-Buttons genutzt werden. Auch diese Einstellungsmöglichkeit findet man kaum bei einem Player.

Der iAudio9 unterstützt beim MP3-Format Dateien mit integriertem Liedtext. Der Player lässt sich damit auch als Karaoke-Übungsgerät nutzen. Auf die Schnelle fand ich jetzt keine Informationen, ob es auch Ogg-Vorbis-Dateien mit integriertem Liedtext gibt, Dateien mit einer lyrics-Erweiterung erkannte der Player nicht. Die Metadaten von Flac- und Ogg-Vorbis-Dateien wie Künstler, Album oder Jahr erkennt der iAudio9 problemlos. Die Lautstärkeregelung ist so eingerichtet, dass man auch bei voller Lautstärke über längere Zeit keinen Gehörschaden bekommt.

Die grundlegenden Funktionen des Players findet man mit etwas Durchpröbeln relativ schnell heraus. Es gibt aber eine Art Kontextmenü, das gut versteckt ist (ja, ich sollte wieder mal öfters eine Doku lesen, habe ich gemerkt). Hält man die Play-Taste für ca. drei Sekunden gedrückt, dann erscheint ein je nach Medientyp (Audio, Video, Text, Bild) unterschiedliches Menü, das sich halbtransparent über den Bildschirm legt. Das cooleste Feature fand ich beim Video-Playback: Hier erstellt der iAudio9 automatisch Mini-Vorschaubilder wie bei einem DVD-Menü, sodass man ganz einfach zu einer beliebigen Szene sprigen kann. Dabei läuft der Film auf Wunsch in der Mini-Ansicht weiter.

Muss man gesehen haben, kann man schwer erklären, hier ein Foto aus unserem Hardware-Labor (deshalb die Fingerabdrücke... ;-):

Die Mini-Vorschaubilder erstellt der iAudio9 auf Knopfdruck dynamisch, also jeweils 12 Bilder pro Film.

Gute Akkulaufzeit, guter Sound

Laut Homepage hält der Akku bei Audio maximal 29 Stunden, bei Video maximal 7. In meinen Tests kam ich auf gut 24-Stunden bei Nonstop-Flac-Wiedergabe und moderater Lautstärke. Beim Video-Playback machte der iAudio9 nach gut 5 Stunden schlapp. Erwähnen muss man leider noch, dass der Micro-USB-Stecker anscheinend ein spezieller Stecker ist, zumindest konnte ich den Player nur mit dem Originalkabel aufladen, mit einem eigentlich passenden Adapter hingegen nicht.

Die Sound-Qualität lässt keine Wünsche übrig, einzig 24-Bit-Flac-Dateien bringen den iAudio9 zum Stillstand. Immerhin konnte das Testgerät noch die Metadaten inklusive Cover auslesen, bevor der Player abstürzte und über den Reset-Knopf neu gestartet werden musste. Zurzeit gibt es aber keinen portablen MP3-Player der 24-Bit-Flac-Dateien abspielen würde. Die üblichen 16-Bit-Dateien spielt der iAudio9 ohne Probleme auch bei 48 KHz oder 96 KHz Sampling-Rate ab.

Ein ausführlicher Artikel, bei dem ich auch den Video-Support teste und die übrigen Features vorstelle, folgt demnächst hier auf der LinuxCommunity.

Produktseite: http://www.cowon-germany.com/?page=product&id=11


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Infos zum Autor

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger

Marcel Hilzinger arbeitet als Redakteur für die Zeitschriften LinuxUser und EasyLinux. Am liebsten schreibt er Artikel zu netten Gadgets oder Multimedia-Software. In seiner Freizeit spielt er gerne Kicker.

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