openSUSE Leap aktualisiert Unterbau und Software

openSUSE Leap aktualisiert Unterbau und Software

openSUSE Leap 42.2 veröffentlicht

Tim Schürmann
16.11.2016 Die openSUSE-Entwickler bieten ihre Distribution in gleich zwei Geschmacksrichtungen an. Die konservative Fassung für produktive Systeme namens openSUSE Leap hat jetzt eine umfassende Aktualisierung erhalten.

openSUSE Leap 42.2 basiert auf dem eigentlich für Unternehmen gedachten SUSE Linux Enterprise 12 Service Pack 2 (SLE12SP2). Dieses haben die Entwickler um weitere aktuelle Software ergänzt.

So kommt als Desktop-Umgebung standardmäßig das aktuelle Plasma 5.8 LTS zum Einsatz. Die Grundlage bilden dabei Qt 5.6 und die KDE Frameworks 5.26. Leap 42.2 enthält die KDE PIM-Suite sowohl in der alten Version 4 als auch der aktuellen Version 5. Dies soll vor allem bestehende User-Workflows nicht unterbrechen, auch wenn die alte Version von den KDE-Entwicklern nicht mehr unterstützt wird. Alternativ zu Plasma 5 können Anwender unter anderem GNOME 3.20, LXQt 0.11.0, Enlightenment, MATE, Xfce oder Cinnamon verwenden.

Aktualisierte Software

LibreOffice meldet sich in Version 5.1.5, der Standard-Browser Firefox liegt in Version 49.0.2 bei. Dank einiger überarbeiteter Module soll sich Yast jetzt noch intuitiver bedienen lassen. Neu an Bord ist die Software GNU Health in der Version 3.0 sowie das Security Information & Event Management System (SIEM). Erstmals hält das Repository auch Pakete für PHP7 bereit. Samba kommt in Version 4.4.2, das Windows 2003 besser unterstützt. Insgesamt gibt es über 1.400 neue Pakete.

Anders als im SLE12SP2 werkelt in Leap 42.2 der Linux-Kernel 4.4 LTS, um den Bootvorgang kümmert sich Systemd 228. Für Entwickler steht GCC in den Versionen 4.8.5, 5.3.1 und 6.1.1 bereit. Zudem gibt es Python 2.7, Ruby 2.1 und Perl 5.18.

openSUSE Leap 42.2 ersetzt allerdings auch einige Programme durch Konkurrenten. So nimmt beispielsweise „transmageddon“ die Stelle vom Video-Tool „arista“ ein. Screenshots müssen Plasma-Anwender ab sofort mit Spectacle schießen. „xchat“ haben die Entwickler durch „hexchat“ ersetzt, „gnome-maps“ kommt für „emerillon“. Labplot liegt in Leap 42.2 in der Qt5-Version vor, dessen Paket jetzt „labplot-kf5“ heißt. Bei einem Update von Leap 42.1 wird „labplot“ automatisch gegen „labplot-kf5“ ausgetauscht.

Das Paket „nodejs“ heißt jetzt „nodejs4“. Von Bord ging auch Seamonkey, dessen Quellcode sich nicht mehr übersetzen ließ. Anwender sollten auf Mozilla Firefox und Thunderbird umsteigen. Um virtuelle Maschinen kümmern sich wahlweise QEMU 2.6.1 oder VirtualBox 5.0.24, während sich die Container-Verwaltung Docker in Version 1.12 meldet. Die Datenbank MariaDB bleibt auf dem gleichen Versionsstand, MySQL erhält nur Fehlerkorrekturen.

Neues bei der Installation

Die Installation kennt jetzt auch einen Textmodus. Diesen aktiviert man im Boot-Menü mit [F3] oder dem Boot-Parameter „textmode=1“. Die Installation kann dabei auch via VNC oder SSH erfolgen.

Nach wie vor verwendet Leap 42.2 standardmäßig Btrfs für die Root-Partition, die der Installationsassistent in mehrere Subvolumes unterteilt. Die Home-Partition nutzt XFS. Leap 42.2 spendiert zudem dem Verzeichnis „/var/cache“ ein separates Subvolume. Dies betrifft allerdings nur Neuinstallationen. Das Snapshot-Tool Snapper verbraucht jetzt weniger Plattenspeicher – der neuen Quota-Funktion von Btrfs sei Dank.

openSUSE Leap gibt es nur in einer 64-Bit-Version. Das bereitgestellte Installationsmedium passt mit 4,1 GByte auf eine DVD. Von ihr startet direkt ein Installationsassistent, der das System auf die Festplatte bannt. Ein Live-System stellen die Entwickler nicht bereit. Die Portierung auf die ARM-Architektur AArch64 gilt jetzt als stabil.

Neben openSUSE Leap bieten die Entwickler mit openSUSE Tumblewed eine Rolling-Release-Distribution an, die ausschließlich brandaktuelle Software verwendet.

Weitere Informationen zu openSUSE Leap 42.2 liefert die Ankündigung und die offiziellen Release Notes.

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