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Playstation-Konkurrenz? Die EVO Smart Console kommt

20.10.2008

Mit der EVO Smart Console bringt die amerikanische Firma Envizions aus Alabama eine linuxbasierte Konsole auf den Markt, die Spieler und Multimedia-Fans ansprechen dürfte. Der Prototyp richtet sich noch vornehmlich an Enthusiasten, Entwickler und Early Adopter - im nächsten Jahr soll das Gerät den Massenmarkt erobern.

Auf der EVO Smart Console läuft mit "Mirrors Evolution" ein von der Firma angepasstes Fedora 8. Bereits für 250 US-Dollar (über ein Rabattsystem) soll ein Gerät über den Ladentisch wandern, für 100 Dollar mehr verschickt Envizions es auch bestückt mit Windows. Hardwaretechnisch besteht die EVO Smart Console aus einem wassergekühlten Dualcore-Athlon 64x2 mit 2,4 GHz Taktfrequenz, einer ATI HD 3200 Grafikkarte. Die Konsole unterstützt die HD-Standards 1080i und 1080p, bringt 2 GByte RAM mit und eine 120 GByte große Festplatte. Die Box unterstützt die Multimedia-Codecs H.264 VC-1 und MPEG 2 und gibt Videosignale als DVI und HDMI aus.

Die EVO Smart Console will eine Art Open-Source-Playstation werden.

Die Box eignet sich nicht nur zum Spielen, die ermöglicht auch Desktop-Virtualisierung, biometrische Authentifizierung (Stimme, Fingerabdruck), dient als digitaler Videorekorder und als VoIP-Box und erlaubt das Archivieren von Daten. Die Anwendungen stellt die Firma via Cloud Computing zum Teil kostenpflichtig zur Verfügung. Zudem bietet sie ein eigenes soziales Netzwerk namens PitchBuzz.com an, eine Internet-TV-Station und integriert einen amerikanischen Video-on-demand-Anbieter, der über 10.000 Titel anbietet.

Es handelt sich also um eine teilweise kommerzielle, eierlegende Wollmilchsau und Envizions bietet nicht nur die Hardware an, sondern auch Software und die komplette Infrastruktur um das Gerät herum -- so wie man es von Nintendo und Sony kennt. Kurios: Sogar einen eigenen Energy-Drink bietet Envizions an.

Die Maschine soll aber in erster Linie eine Daddelmaschine sein. Spielen lassen sich Amiga-Spiele, EVO streamt aber auch Open-Source-Games wie World of Padman, Supertux und The Battle for Wesnoth. Zudem lassen sich über den Online-Service EVO Direct Spiele kaufen und herunterladen. Für Entwickler bietet Envizions die Crystalspace-Plattform an, um Spiele zu entwickeln und stellt zudem Kapazitäten auf den eigenen Servern bereit. Unabhängige Programmierer will die Firma auf Wunsch über die eigene Plattform EVO Direct vermarkten, damit diese mit ihren Spielen Geld verdienen.

Ab dem 20. November gibt es die Geräte für Entwickler und Interessierte - vorerst allerdings nur in den USA und in Canada. Ob und wann die Geräte nach Europa kommen, steht noch nicht fest. 2009 will die Firma die EVO Smart Console dann im großen Stil anbieten - mit zusätzlicher Software aus der firmeneigenen Cloud - aus Europa lässt sich das Experiment dann erstmal beobachten.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

Zum Blog von Kristian Kißling →


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