iPlayer nicht nur für Windows

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Falko Benthin
11.09.2007

"Der von der British Broadcasting Corporation (BBC) angebotene Service iPlayer wird in Zukunft auch für andere Betriebssysteme als Windows zugänglich sein", versicherte kürzlich ein Mitglied der britischen Regierung als Antwort auf eine Petition, die von über 16.000 Personen unterzeichnet wurde.

Nach circa dreijähriger Entwicklungszeit ging im Juli der iPlayer-Service der BBC an den Start, vorerst allerdings nur als Testversion. Rundfunknutzer aus Großbritannien, die ihre Rundfunkgebühren zahlen, können den iPlayer-Service unentgeltlich nutzen. Über ihn speichern sie Sendungen der jeweils letzten sieben Tage auf ihren lokalen Rechnern. Nach dem Download greift das eingebaute DRM (Digital Rights Management): Nach 30 Tagen (beziehungsweise sieben Tage nach dem ersten Öffnen) verfallen die Sendungen automatisch.

Einigen Nutzern stieß jedoch auf, dass sich das Angebot nur an Windows-Nutzer wendet. Ende August überreichten sie der britischen Regierung daher eine Petition mit 16.000 Unterschriften, die von der BBC als öffentlicher Einrichtung forderte, das Angebot auch für Nutzer anderer Betriebssysteme zu öffnen.

Die Antwort erfolgte am 6. September. Der BBC-Trust - eine Art staatliche Aufsichtsbehörde - schloss sich dem Protest der Nutzer an und urteilte, das Angebot müsse auch anderen Betriebssystemen so schnell wie möglich zur Verfügung stehen.

Im Herbst soll laut BBC eine MAC-taugliche Version kommen, bis Januar 2008 soll iPlayer auch für Linux erscheinen. Nur unter dieser Auflagedarf die BBC iPlayer weiter betreiben. Der BBC-Trust will die Entwicklung im Auge behalten und die Fortschritte halbjährlich beurteilen.

Dass die BBC ihr Angebot nur auf Druck auch für andere Betriebssysteme öffnet, erstaunt auch, weil sie sich in der Vergangenheit stark für Open-Source-Inhalte engagierte. So haben Gebührenzahler die Möglickeit, bereitgestellte Inhalte der BBC für eigene Projekte zu verwenden und zu verändern, solange sie diese wieder unter die eigens entwickelte Creative Archive License stellen. Über backstage.bbc.co.uk können interessierte Privatpersonen mit Hilfe veröffentlichter APIs diverse Inhalte, zum Beispiel Nachrichten, Wetterdaten oder Sportnews, von BBC-Online kostenlos übernehmen, verändern und beliebig mit anderen Inhalten kombinieren. Auf http://www.bbc.co.uk/opensource/ finden Interessierte Open-Source-Projekte der BBC, etwa Apache- und Perl-Module, den freien Videocodec Dirac und verschiedene Flash-Bibliotheken.

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