aKademy 2005: Mark Shuttleworth plädiert für Zusammenarbeit

aKademy 2005: Mark Shuttleworth plädiert für Zusammenarbeit

Daniel Molkentin
29.08.2005

Mark Shuttleworth, spätestens seit seiner Gründung der Ubuntu-Distribution weltbekannt, sprach auf der am Freitag eröffneten KDE-Konferenz aKademy 2005 über Ubuntu, Microsoft und die Zusammenarbeit von Entwicklern freier Software.

Für ihn liegt der Erfolg von offenen Projekten in der Zusammenarbeit vieler Menschen, vor allem wenn es einfach ist, Änderungen vorzunehmen. Als Beispiel führte er die freie Enzyklopädie Wikipedia an, die es in kürzester Zeit geschafft hat, mit Hilfe von Kollaboration vieler Leute eines der umfangreichsten Nachschlagewerke zu schaffen. Auch andere Seiten im Internet wie etwa Slashdot seien Ausdruck für eine Kultur, in derLeute für Leute schreiben.

Shuttleworth beklagte jedoch, dass gerade Open-Source-Projekte immer noch zu hohe Barrieren besäßen, um potenziellen Benutzern die Mithilfe zu vereinfachen. So müssten Bugs sowohl in der Bug-Datenbank des Projektes als auch in denen der einzelnen Distributionen nachgeschlagen werden. Ebenfalls gäbe es viel Patches oder Änderungen an Übersetzungen, dienachträglich von Dritten, vor allem von Distributoren angebracht werden,ohne das das betroffene Projekt jemals Kenntnis von ihnen erlange.

In seiner Keynote machte der Südafrikaner auch deutlich, wie er sein Projekt Ubuntu sieht: Es gehe ihm nicht vorrangig darum, eine neue Distribution zu schaffen. Vielmehr will er die beteiligten Projekte dazu befähigen, mitaneinander zu interagieren.

Mark Shuttleworth stellte das webbasierte Übersetzungstool Rosetta vor, mit dessen Hilfe neben den offiziellen Übersetzungen auch Modifikationen von Distributoren durchgeführt werden können. Dabei sieht der ursprüngliche Übersetzer die alternativen Übersetzungen ein berücksichtigt sie bei späteren Überarbeitungen.

Als eine weitere wichtige Entwicklung sieht der erste Zivilist im Weltall, der im Hintergrund Bilder seines ISS-Besuches vorführte, die Weiterentwicklung der Revisionskontrollsysteme. Die Migration vieler Projekte von CVS auf Subversion sei zu begrüßen, da solche Systeme endlich in der Lage seien, ganze Changesets zu verwalten. Allerdings seien solche Systeme nicht in der Lage, mit Patches seitens der Distributoren umzugehen. Distcc-Autor Martin Pool arbeitet in Shuttleworths Auftrag an einer neuen Generation des dezentralen Codeverwaltungssystems Bazaar, früher als Arch bekannt. Das bzr-ng genannte Projekt soll die besten Features aller Revisionskontrollsysteme vereinen und es jedermann ermöglichen, seine eigenen Branches oder Tags zu erstellen, und somit seine Änderungen und Patches am Orginalcode anzubringen.

Shuttleworth schloß mit der Feststellung, dass es wichig sei, einen Vorteil gegenüber Microsoft zu haben, um gegenüber den Redmondern wirklich attraktiv zu sein. Er sieht dabei Zusammenarbeit als zentrale Komponente. So müssten etwa freie Textverarbeitungen entstehen, die Kollaboration in Echtzeit , bevor sie als proprietäre Lösungen zur Verfügung ständen.

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