Was Politikern, aber auch Open-Source-Firmen in Deutschland noch nicht gelingt, entwickelt sich in immer mehr Ländern zum digitalen Alltag. Nach Italien und diversen europäischen Regionen hat jetzt auch die Hauptstadt der Schweiz eine wegweisende Entscheidung pro Open Source getroffen. Parlamentarier von fünf Fraktionen im Stadtrat hatten bereits vor einem Jahr eine so genannte Motion (PDF-Dokument) eingereicht, die den Berner Informatikdiensten eine klare Open-Source-Strategie verordnen sollte. Gestern fand die endgültige Abstimmung dazu statt, die Motion erhielt 36 Stimmen, 20 Stadträte stimmten gegen sie (vorwiegend aus den Fraktionen der FDP, BDP, CVP und SVP).
Stürmer nennt in seinem Blogpost vier Kernpunkte der Motion: Erstens eine Open-Source-Förderstrategie, die Produkt- und Herstellerneutrale Ausschreibungen verlange und bei gleichwertigen Kandidaten die Open-Source-Varianten bevorzuge. Zweitens solle diese Strategie aktiv umgesetzt, eine Kompetenzstelle aufgebaut und Pilotprojekte durchgeführt und mit Finanzmitteln ausgestattet werden. Dritter Eckpunkt sei die nationale und internationale Vernetzung der beteiligten Informatikdienste und Gremien, um so richtig von der Offenheit der verwendeten Software zu profitieren. Viertens sollen Lehrer wie auch der gesamte Bildungsbereich gezielt unterstützt und so Open-Source-Know-how bereits an den Schulen gezielt gefördert werden.