Startschuss für den Wahlkampf

Zwei Bewerber für Debian-Projektleitung

Zwei Bewerber für Debian-Projektleitung

Britta Wülfing
10.03.2009 Zwei Entwickler bewerben sich um den Posten als Debian Project Leader (DPL). Der aktuelle Projektleiter Steve McIntyre tritt wieder zur Wahl an, neu dabei ist Stefano Zacchiroli.

Wie der frisch gebackene Schriftführer Kurt Roeckx Anfang März angekündigt hatte, ist der Wahlkampf um die Projektleitung eröffnet. Auf jeweils eigenen Webseiten stellen sich die Bewerber mit ihren Ideen für das Projekt vor.

Der Brite Steve McIntyre ist seit 1996 bei Debian und leitet das Projekt seit 2008. Laut seiner Bewerbungsmail hatte er zunächst gezögert, sich noch einmal zur Wahl zu stellen, aber „nach vielem Drängen durch Freunde“ lässt er sich erneut aufstellen. Falls er wieder gewählt wird, will er sich Unterstützung holen und Luk Claes zu seinem Assistenten ernennen. Bereits bei seiner Kandidatur im letzten Jahr hatte er sich bessere Kommunikation im Projektteam zum Ziel gesetzt. Im letzten Jahr habe er nicht so viel erreicht, wie er sich gewünscht hatte, weil die Aufgabe umfangreicher sei als gedacht. Deshalb wünscht er sich Unterstützung.

Sein Gegenkandidat ist Stephano „Zack“ Zacchiroli, seit 2001 Debian-Entwickler. Er kandidiert zum ersten Mal für die Projektleitung. Seitdem habe er zwei Phasen durchlaufen, wie er schreibt: „In der ersten habe ich mich nur um meine Pakete gekümmert und die Community weitgehend ignoriert (...). Dann auf dem LinuxTag 2004 habe ich Debian als Community entdeckt und war fasziniert davon.“

Er arbeitet in der Forschung an der Universität Paris Diderot, und er bezeichnet seinen Arbeitsplatz als „Debian Contributors Nest in der französischen Debian Community.“ Als Debian Projektleiter möchte er das Projekt weiter für Beiträge von außerhalb öffnen. Auch bei ihm steht weiter verbesserte Kommunikation auf der Tagesordnung, dazu wünscht er sich mehr persönliche Zusammenkünfte. Zudem möchte er Wege finden, um zu verhindern, dass Diskussionen von „(offenbar) sehr lauten stimmlichen Minderheiten“ geführt werden, „was weder produktiv ist, noch Spaß macht.“ Gemeint ist hiermit wohl die heftige Diskussion im Vorfeld der Freigabe von Debian Lenny, die zum Rücktritt des Projektsekretärs geführt hatte.

Der Wettbewerbszeitraum läuft bis 29. März. Während dieser Zeit werden die Vorschläge im Internet diskutiert. Die Wahlen sind zwischen 29. März und 11. April. Gewählt wird nach der relativ komplizierten Condorcet-Methode; hierbei ordnen die Wähler die Kandidaten nach Rang.

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Kommentare
Nur 2 Kandidaten
Ferdinand Thommes, Dienstag, 10. März 2009 12:56:06
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Ich war relativ überrascht als nach Abschluss der Bewerbungsfrist nur 2 Bewerber sich zur Wahl stellten. Allerdings verwundert es bei näherer Betrachtung nicht wirklich. Es scheint einfacher einen Sack Flöhe zu hüten als in Debian eine konstruktive Arbeitsatmosphäre aufrecht zu erhalten.Darauf weisst ja auch Zack in seiner Bewerbung hin. Wer die Mailinglisten vor dem Release verfolgt hat wähnt sich eher in einem Kindergarten als in einer grossen Community die verantwortungsvoll die größte nicht kommerzielle Linux Distribution herausgibt. Trotzdem schafft es Debian immer wieder, wenn auch verspätet, ein grossartiges Produkt zu releasen.
Ich wünsche mir vom neuen (alten) DPL dass Debian sich öffnet und Mitglieder die nicht Maintainer/Developer sind, also Übersetzer, Organisatoren, aktive Communitymitglieder usw offiziell aufnimmt.


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