Windows soll auf 100-Dollar-Laptop

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Britta Wülfing
05.12.2006

Erfolg macht sexy - und an dem Erfolg des 100-Dollar-Laptop von Nicholas Negroponte will Microsoft wohl teilhaben. Im November wurde der Prototyp des 100-Dollar-Laptop vorgestellt, mehrere Millionen Interessenten sind gemeldet, Mitte nächsten Jahres soll ausgeliefert werden. Bill Gates hatte sich über das Projekt bislang eher lustig gemacht: "Himmel, nehmt lieber einen vernünftigen Computer!". Aber wen interessiert schon das Geschwätz von gestern? Nach einer Meldung von Pressetext Austria äußert Redmond nun der Wunsch, dass auch Windows auf den Laptop soll, erste Tests sollen schon laufen.

Die Aktion "One Laptop per Child" wurde von Nikolas Negroponte ins Leben gerufen, und er wird zitiert: "Ich kenne Bill Gates schon seit langer Zeit. Wir haben uns öfter getroffen und auch das OLPC-Projekt diskutiert. Wir haben einen SD-Kartenslot für Bill eingebaut. Wir hätten den Slot zwar nicht benötigt, aber auf diese Weise können die Geräte auch mit Windows betrieben werden." Die Umsetzung des Vorhabens dürfte jedoch schwierig werden, denn Windows XP benötigt mindestens 1,5 Gigabyte Speicherplatz. Der Laptop soll jedoch nur mit 512 Megabyte Flash Memory ausgeliefert werden, als Betriebssystem soll eine angepaßte Version von Red Hats freiem Ableger Fedora Linux zum Einsatz kommen.

Kommentare
Re: Windows soll auf 100-Dollar-Laptop
Dieter Drewanz, Mittwoch, 06. Dezember 2006 20:43:33
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Simple Strategie aus Redmond. Erst abwarten, ob das mit dem Projekt überhaupt (technisch) Aussicht auf Erfolg hat und dann mit auf den Zug aufspringen. Nebenbei bemerkt, werden die Redmonder eine Version "CE" für Palms/Multifunktionsmobilphones abspecken und zusammenschustern. Für den 100 Dollar Laptop sind dann kaum mehr Änderungen nowendig bzw. umgekehrt (ist ja der selbe Fork des BS). Natürlich wird man das sicher anders verkaufen, und die meisten Menschen sind halt so vergesslich (fehlt auch der technische Durchblick) und glauben am Schluß demjenigen, der die Trommel am lautesten schlägt (mit dem meisten Zaster natürlich).
In USA sind die Unis stark abhängig von der Industriesponsoren und für das Projekt werden viele Sponsoren benötigt. Über diese "Hebel" kann sich jemand nur allzuleicht hineindrängen. Nikolas Hauptziel ist es den 100$ Dollar PC möglichst schnell und zahlreich zu verteilen. Er sieht den Nutzen, daß die Kinder so mit der Technik vertraut werden und vor allem die Informationen, die diese somit erhalten (auch lernen) können aus dem www oder eigenem Netz.


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Re: Windows soll auf 100-Dollar-Laptop
Wolfgang Leithner, Mittwoch, 06. Dezember 2006 10:09:18
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Lang lebe der Profit!
Kaum wittert jemand Geld, ist jedes Mittel recht, um aus einer guten Idee eine Cash Cow zu machen.

Jedes Kind sollte die Möglichkeit haben, einen Computer zu besitzen und seinen Gebrauch richtig zu erlernen, Zugang zu haben zu Informationen, ohne daß ein OS Hersteller ihm vorschreibt, welche Software es verwenden darf und permanent daran erinnert, daß nur Original XY zertifizierte Software verwendet werden darf.

MS Produkte auf Laptops für unterprivilegierte Kinder?
350 PS in einem Trabi!

Die Freiheit der Information (und der Lehre) sollte nicht durch Zwangs-Updates
und "Genuine Advantage" gefesselt werden.

Wenn man in Redmond Betriebssysteme schreiben will, die nur auf State of the Art Hardware laufen, dann bitte gerne.
Aber gebt Kindern in unterprivilegierten Gegenden dieser Welt (Afrika, Teile Asiens, USA...) die Möglichkeit, auch mit wenig Strom und keinem Geld den Weg in unsere High Tech Zivilisation zu schaffen.

Liebe Grüße
Wolfgang



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Re: Windows soll auf 100-Dollar-Laptop
Christian Berg, Donnerstag, 07. Dezember 2006 22:12:14
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Der Zweck heiligt die Mittel.

Wenn die Notebooks nun so konzipiert werden das der Einsatz eines anderen Systems möglich ist, bedeutet dies weiteren Entwicklungsaufwand. Ich hoffe daher sehr stark das dies auch von Redmond bezahlt wird.

Der Einsatz eines freien Systems bedeutet auch immer das man sich jederzeit gegen die Freiheit entscheiden kann. Einige Länder sind vom OLPC Projekt abgesprungen. Warum? Vielleicht wollten die ja umbedingt echte Windows Notebooks.

Ich persönlich finde auch das die Länder für denen die OLPC Books gedacht sind, ihr Geld lieber in die Sozialhilfe stecken sollten, anstatt in Softwarelizenzen und Waffen. Leider kann man genauso gut behaupten, das es für Äthiopien und Co bessere Invetitionen gibt als Notebooks.


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Re: Windows soll auf 100-Dollar-Laptop
Christian Berg, Dienstag, 05. Dezember 2006 23:02:50
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Wenn man alle Utillities, undokumetierten Tools und unnötige Treiber von XP entfernt sollte sich das Ding ja auf einer 1GB Karte ausgehen, aber wie in $DEITIES$ Namen soll dieses Speichermonster auf einen OLPC Notebook laufen?
128 MB RAM wäre gerade mal genügend RAM für einen Windows Mobile Ableger, oder dem Good Old Win 2000.
Ich kann mir nur vorstellen das in Redmond an einem "Microsoft Vista Ultra Light for OLPC Edition" gearbeitet wird.

Ich würde mir so ein geniales Notebook auch um 300 Euro kaufen und die SD Karte kann man sicher auch noch für ganz andere Dummheiten verwenden. FreeDOS, oder OpenBSD, oder Debian GNU/Linux. :)



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