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Windows XP zum Kampfpreis für Mini-PCs

13.05.2008

Mit hohen Rabatten will Microsoft sein Windows-Betriebssystem auch für niedrigpreisige und kleine PCs interessant machen; als Gegenleistung sollen die Hardware-Hersteller die Leistung der Billigrechner einschränken.

In einem vertraulichen Schreiben an Computerhersteller unterbreitete Microsoft ein Angebot, mit dem künftig Windows XP dem freien Betriebssystem Linux Marktanteile bei den niedrigpreisigen Rechnern in der Preisklasse bis 500 US-Dollar abnehmen soll. Der Softwarekonzern bietet für sein Betriebssystem Windows XP in der Home Edition erhebliche Preisnachlässe, dafür sollen die Hardware-Hersteller ihre Produkte in der Leistungsfähigkeit beschränken.

Damit die Unternehmen die Rabatte in Anspruch nehmen können, sollen die Monitore der Billigrechner maximal 10,5 Zoll groß sein, die Festplattenspeicher auf 80 Gigabyte und RAM auf 1 Gigabyte begrenzt. Touch Screen-Funktionalitäten sollen gar nicht unterstützt werden.

Aus den Anforderungen wird klar, dass es Microsoft in erster Linie auf den boomenden Markt der Mini-Notebooks abgesehen hat, bei dem Linux bislang die Nase vorn hat. Die UMPC-Geräte von Microsoft verkaufen sich jedoch schlecht. So heißt es denn auch in dem Schreiben:

[Low-cost PC makers] have made some good inroads with open-source, and Microsoft wants to put a stop to it" .

Die Inhalte des vertraulichen Microsoft-Dokuments an seine Partner gelangten über den Nachrichtendienst von IDG an die Öffentlichkeit [1]. Hiernach sollen die Hersteller für eine Windows-XP-Home-Lizenz je nach Herkunftsland zwischen 26 und 32 US-Dollar zahlen. Wenn sie den Hardware-Vorschriften Genüge tun, können sie von diesen Preisen nochmals 10 US-Dollar abziehen. Neben den vorgenannten Bedingungen darf dann auch nur ein Single-Core-Prozessor mit höchstens 1 GHz eingebaut werden. Bezüglich der Prozessor-Hersteller macht Microsoft konkrete Vorschläge für Ausnahmeregelungen, darunter Via Technologies C7-M-Prozessor und Intels künftiger Atom N270. Ein erhoffter Nebeneffekt für Microsoft und die Hardware-Hersteller: Ein Preisrutsch bei den besser ausgestatteten Standard-PCs und beim Betriebssystem Windows Vista könnte so vermieden werden.

Laut einer aktuellen Vorhersage der Marktforscher von IDC sollen von den Mini-Laptops bis 2012 rund neun Millionen Stück verkauft werden. Aktuell ist in dem Segment Linux das Betriebssystem der Wahl. Im November 2007 machte der Hersteller Asustek mit seinem EeePC Furore, der mit der Linux-Distribution Xandros auf den Markt kam. Auf der CeBit stellte das Unternehmen bereits ein Nachfolgemodell vor, das in Hannover jedoch mit Windows als Betriebssystem präsentiert wurde. In der Preisklasse zwischen 200 und 400 Euro gibt es mittlerweile weitere Modelle unter anderem von Everex und von Fukato. Auch HP und Dell kommen in Kürze mit Mini-Notebooks auf den Markt.

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Kommentare
Re: Windows XP zum Kampfpreis für Mini-PCs
Ueli Schwotzer, Dienstag, 13. Mai 2008 17:33:50
Ein/Ausklappen

Was schrieb einst Erich Kästner? "Was auch passiert, nie dürft Ihr soweit sinken, von dem Kakao, durch den man Euch zieht, auch noch zu trinken.
Zum Glück gibts aufmerksame Medien...


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