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Wie aus Office Computern nachts ein Supercomputer wird

Benjamin Quest
19.04.2005

Das Werkzeug, welches dies ermöglicht wurde von der Australischen Firma Pure-Hacking [1] entwickelt und CHAOS genannt. Die Software ist in der Lage, Computer über das Netzwerk zu starten und auf diesen ohne Festplatten-Interaktion ein Linuxsystem als Rechen-Knoten laufen zu lassen.

Ursprünglich als Hobby geboren, will die Firma CHAOS zu einer kommerziellen und durchgetesteten Distribution machen, die speziell jene Kunden ansprechen soll, die viel Rechenkapazität benötigten und gleichzeitig einen großen Fuhrpark an Standardhardware besitzen, der Nachts sonst brach läge.

CHAOS basiert auf der openMosix Linux Kernel Extension, erweitert diese jedoch um einige Funktionalitäten. Während bestehende Linux-Cluster Distributionen wie Quantian oder Clusterknoppix mehrere GB Softwareumfang besäßen, ist CHAOS lediglich 6 MB groß, benötigt dafür aber eine der vorgenannten Distributionen als Hauptknoten. CHAOS läuft derweil auf den untergeordneten Knoten und versorgt den Hauptknoten mit Rechenleistung und Arbeitsspeicher. Im Unterschied zu Beowulf ist auf den Knoten dafür keinerlei Installation weiterer Software nötig.

Desweiteren wurde CHAOS im Vergleich zu openMosix um einige Sicherheitsfeatures erweitert wie den IPSec Standard zur Verschlüsselung zwischen den Knotenpunkten und natürlich den Firewall Funktionalitäten des aktuellen Linux Kernels. Seinem Erfinder Latter zufolge, sollen dadurch die einzelnen unabhängigen Computer als Cluster sogar über das öffentliche Internet zusammenarbeiten können.

Pure-Hackings eigene Cluster sind ursprünglich dazu gedacht, im Auftrag von Kunden ihren verlorengegangenen Zugang zu Microsoft Windows-basierten SAM Datenbanken, sowie DES Encryption und Unix-basierte MD5 Passwörter zu knacken, sowie die Einbruch-Sicherheit von Systemen zu testen.

Der Name der mini-Distribution hingegen habe nichts besonderes zu bedeuten, er sollte lediglich hohen Wiedererkennungswert haben (das ist ihnen gelungen). In den nächsten Wochen wird die Software unter der GPL Lizenz veröffentlicht werden. Genauere Informationen und bald auch mehr technische Details finden sich auf der neuen Homepage [2] des Projekts.
Quelle: [3]
Benjamin

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